AMD Semi-Custom-Chip: Quad-Core-Ryzen mit 24-CU-Vega und 8 GB GDDR5

Volker Rißka 236 Kommentare
AMD Semi-Custom-Chip: Quad-Core-Ryzen mit 24-CU-Vega und 8 GB GDDR5

AMD hat für den Elektronikhersteller Subor aus Zhongshan einen Semi-Custom-Chip aufgelegt, der eine neue chinesische Konsole als auch PCs antreiben soll. Hinter der Mischung aus aktueller AMD-Hardware auf einem Chip könnte das stecken, was bereits seit einigen Monaten immer mal wieder als AMD Fenghuang aufgetaucht war.

Vier Kerne und acht Threads auf Basis der aktuellen CPU-Architektur Zen arbeiten mit 3 GHz, während die 24 CU starke Grafiklösung mit Vega-Kern mit 1,3 GHz angetrieben wird. Zur Seite stehen dem Gespann dabei 8 GByte GDDR5. Die Kombination der Bausteine ist keine neue Erfindung, auch Sony PlayStation 4 Pro (Test) und Microsoft Xbox One X (Test) setzen darauf. Doch der neue Chip ist in zwei von drei Fällen eine Generation weiter: Denn bei PlayStation und Xbox gibt es noch alte Jaguar-Kerne und die Polaris-Grafiklösung, Zen und Vega versprechen dort einen deutlichen Sprung nach vorn.

Raven Ridge auf Steroiden

Diese Spezifikationen passen zu dem, was in den letzten Monaten immer mal wieder als Gerücht im Umlauf war und als „große APU“ gedeutet wurde, im Grunde genommen also Raven Ridge mit mehr als doppelt so großer Grafik und direktem Speicher. Dies könnte auch die Diskrepanzen zu den vorab durchgesickerten Informationen erklären, die mal 2 oder auch 4 GByte Grafikspeicher zeigten und als HBM gedeutet wurden, kombiniert mit dem System Memory aber stets 8 GByte ergaben. Denn wie der Chip die 8 GByte Speicher anspricht, ist nicht bekannt. Xbox und PlayStation reservieren bestimmte Bereiche: Die PlayStation 4 Pro bekam zusätzlich 1 GByte DDR3 als Hilfestellung, um nicht immer den Hauptspeicher anzapfen zu müssen, drei der zwölf Gigabyte GDDR5 der Xbox One X gehören von vorn herein ebenfalls dem System.

Wie das bei der neuen Lösung aussieht, bleibt abzuwarten. Mit 24 CUs bei 1,3 GHz liegt die theoretische Rechenleistung bei 4 TFLOPS und damit nah dran an der Sony PlayStation 4 Pro, deren Grafik es auf 4,2 TFLOPS bringt. Vier Zen-Kerne mit SMT bei 3 GHz dürften acht Jaguar-Kernen bei 2,1 GHz hingegen deutlich überlegen sein, das Gesamtkonstrukt demnach durchaus ein sehr interessantes sein.

Der erste PC mit der Lösung kostet 630 Euro

Der erste Gaming-PC von Subor soll mit diesem Chip noch im August im Handel stehen, die Konsole bis Jahresende folgen. Gezeigt wurde er erstmals auf der Messe ChinaJoy, die Ähnlichkeiten zur PlayStation dürften gewollt sein. Als Preis für den PC wurden inklusive 128 GByte SSD, 1 TByte HDD und Windows 10 4.998 RMB genannt, rund 630 Euro.

Update 05.08.2018 08:09 Uhr

Das erste Bild des PCBs zeigt einen Aufbau rund um die neue Semi-Custom-Lösung, die am ehesten an eine Grafikkarte erinnert. Die acht GDDR5-Speicherchips sind um die APU angeordnet, was für ein klassisches Speicherinterface, ähnlich wie bei Grafikkarten spricht. Wie genau dieses angebunden ist und welche Bandbreite es bereitstellt, ist aber nach wie vor nicht bekannt.

PCB des PCs
PCB des PCs (Bild: Chiphell)