Nvidia-Grafikkarten im Test: GeForce GTX 460, 560, 660, 760, 960 und 1060 im Vergleich

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Wolfgang Andermahr 181 Kommentare

Testsystem und Spieleeinstellungen

Sämtliche Tests wurden auf dem aktuellen Grafikkarten-Testsystem durchgeführt. Dieses besteht aus einem auf 4,7 GHz übertakteten Intel Core i7-8700K sowie einem 32 Gigabyte großen Systemspeicher (2 × 16 GB, DDR4-3200, 16-16-38-1T, Dual-Rank). Als Betriebssystem ist Windows 10 mit sämtlichen Updates installiert. Als Treiber für die GeForce GTX 460 und die GeForce GTX 560 wird der GeForce 391.35 genutzt. Ab der GeForce GTX 660 ist der GeForce 398.82 installiert.

Die acht Spiele werden mit allen Grafikkarten in den Auflösungen 1.920 × 1.080 sowie 3.840 × 2.160 getestet. Als Basis für die Grafikdetails dient eine Radeon HD 7970 aus dem Jahr 2011. Die Detailstufen sind so gewählt, dass die AMD-Grafikkarte in Full HD spielbare Frameraten mindestens um die 50 bis 60 FPS erzielt, in Ultra HD werden 30 FPS – falls möglich – anvisiert. Mit dieser Grafikkarte dient als Basis für die Texturdetails damit automatisch ein 3.072 MB großer VRAM.

Genutzte Grafikdetails in den Spielen
Spiel 1.920 × 1.080 3.840 × 2.160
Dota 2 Maximale Details Zweithöchstes Preset
Far Cry 5 Hoch-Preset Normal-Preset
Fortnite Hoch-Preset Mittel-Preset
Kingdom Come: Deliverance Hoch-Preset Niedrig-Preset
Overwatch Maximale Details Ultra-Preset
Rainbow Six Siege Ultra-Preset
100 % TAA
Mittel-Preset
100 % TAA
The Witcher 3 Hoch-Preset Niedrig-Preset
World of Warcraft Preset-Stufe 8 Preset-Stufe 7

World of Warcraft unterstützt seit Kurzem die API DirectX 12. Die höchste Framerate entscheidet bei jeder Grafikkarte, welche API genutzt wird. Da die restlichen Spiele durchweg auf DirectX 11 setzen, wird in WoW explizit DirectX 12 erwähnt, wenn die Low-Level-API genutzt wurde. Bei sieben Spielen wurde eine 25 Sekunde lange Spielszene getestet. In Dota 2 wurde aus Gründen der Vergleichbarkeit aber ein Replay genutzt.

Etwas Neues bei der Leistungsaufnahme

Bei der Leistungsaufnahme wird nur der Energiehunger der Grafikkarten gemessen. Da die 3D-Beschleuniger eine sehr unterschiedliche Performance aufweisen und deshalb das Messen bei identischer Last praxisfern wäre, hat die Redaktion aber die Methode geändert. Als Spiel kommt World of Warcraft zum Einsatz, wo die Leistungsaufnahme bei etwa 60 FPS in der Testszene gemessen wird. Das hat zur Folge, dass die Messungen jeder Grafikkarte bei unterschiedlichen Grafikdetails erfolgen. Damit sind zwar die Anforderungen immer unterschiedlich, doch bildet der Messwert so stets einen spielbaren Bereich ab, der auch beim Spielen auftreten kann und nicht nur in der Theorie.

Grafikkarten-Benchmarks in 1.920 ­× 1.080 und 3.840 ­× 2.160

Die Benchmarks zeigen, dass Nvidia in der DirectX-11-Mittelklasse zwei Mal einen großen Sprung gemacht hat. Einmal mit der Einführung der Kepler-Generation und das andere Mal mit der aktuellen Pascal-Serie. Allerdings gibt es je einen anderen Grund, warum die Verbesserung so massiv ausfällt.

Nvidia hat mit der GeForce GTX 460 die neue Fermi-Architektur eingeführt. Die GeForce GTX 560 basiert auf dieser, der Leistungssprung ist entsprechend gering. Die neue Grafikkarte legt in Full HD nur um 16 Prozent zu.

Die GeForce GTX 660 macht mit 71 Prozent dann plötzlich einen riesigen Sprung. Die Kepler-Serie ist zwar zweifellos ein großer Schritt gewesen, so groß war dieser dann aber damals auch nicht. Die Benchmarks in Ultra HD zeigen mit heutzutage der dreifachen Performance aber den wesentlichen Grund: Die GeForce GTX 660 bietet 2.048 MB Speicher (1,5 GB davon schnell angebunden), die GeForce GTX 560 hingegen nur 1.024 MB. Diese reichen in modernen Spielen selbst in niedrigen Details oft nicht mehr aus.

Die GeForce GTX 760 basiert dann erneut auf Kepler, sodass der Leistungssprung mit einem Plus von 14 Prozent wieder gering ausfällt. Mit der GeForce GTX 960 hat schließlich die Maxwell-Technik Einzug erhalten, die mit massiven Verbesserungen in der Energieeffizienz punkten kann. Der Sprung in der Performance ist mit 35 Prozent aber immer noch ordentlich.

Den größten Leistungssprung macht dann die immer noch aktuelle Pascal-Generation. Die GeForce GTX 1060 liefert um 69 Prozent mehr FPS in 1.920 × 1.080, in 3.840 × 2.160 sind es gar 76 Prozent. Die Basis-Architektur ist zwar gleich gegenüber Maxwell geblieben, doch ermöglicht Pascal deutlich höhere Taktraten, die für einen Großteil des Leistungssprungs zuständig sind.

2.048 MB Speicher sind bei reduzierten Details für Full HD ausreichend

In den Spiele-Benchmarks lässt sich schnell erkennen, dass 1.024 MB Grafikspeicher in den Spielen oft zu wenig sind, 2.048 MB bei reduzierten Details dagegen ausreichen. In Far Cry 5, Overwatch und Rainbow Six Siege ist das der Fall. In Kingdom Come: Deliverance nimmt die GeForce GTX 660 dann eine Sonderrolle ein, weil sie zwar über 2 Gigabyte verfügt, von denen aber nur 1,5 GB mit voller Bandbreite angebunden sind. In 3.840 × 2.160 fallen ihre Frametimes deshalb klar schlechter als mit der GeForce GTX 760 aus, die über zwei schnelle Gigabyte Speicher verfügt.

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