NAND-Flash: Überangebot lässt Speicherpreise weiter fallen

Michael Günsch 85 Kommentare
NAND-Flash: Überangebot lässt Speicherpreise weiter fallen

SSDs sind derzeit so günstig wie nie. Der Preistrend soll weiter anhalten, denn die Basis, der NAND-Flash-Speicher, wird immer günstiger. Die Marktforscher von DRAMeXchange gehen weiter von sinkenden NAND-Preisen in der zweiten Jahreshälfte aus und wagen die Prognose, dass dies auch im ersten Halbjahr 2019 der Fall ist.

Überangebot an NAND-Flash lässt Preise fallen

Im dritten und im vierten Quartal 2018 sollen die durchschnittlichen Handelspreise für NAND-Flash gegenüber dem jeweiligen Vorquartal nochmals um zehn Prozent sinken, so die aktuelle Analyse von DRAMeXchange. Zwar sei das dritte Quartal traditionell das mit der größten Nachfrage, doch falle diese in diesem Jahr geringer als erwartet aus. Dass die Speicherpreise sinken, liege aber vor allem an einem Überangebot an NAND-Flash. Nach langer Phase der Knappheit wird inzwischen mehr 3D-NAND hergestellt als benötigt wird. Die Hersteller haben ihre Kapazitäten aufgestockt und auch die Umstellung auf 3D-NAND hinter sich. Eine immer bessere Chip-Ausbeute bei den aktuellen Speichergenerationen mit 64- und 72-Layer-Architektur mit höherer Speicherdichte tue ihr übriges.

2019 soll der Preistrend weiter nach unten zeigen

Da die Nachfrage in der ersten Hälfte eines Jahres in der Regel ohnehin geringer ist, gehen die Marktforscher davon aus, dass sich NAND-Flash im ersten Halbjahr 2019 weiter vergünstigt. Im kommenden Jahr stehen neue 96-Layer-Architekturen mit nochmals höherer Speicherdichte an – Toshiba und Western Digital wollen dann bereits 1,33 Terabit pro Chip in Serie fertigen. Zudem sollen neue Fabriken wie Toshibas Fab 6 im japanischen Yokkaichi nächstes Jahr an den Start gehen. Vor diesem Hintergrund sei eine fortlaufende Überversorgung mit NAND-Flash für 2019 zu erwarten.

Mehr Flash-Speicher für Notebooks und Smartphones

Analog zum günstigeren NAND-Flash werden die Preise für Produkte auf dessen Basis sinken. Es wird erwartet, dass Hersteller von Notebooks und Smartphones die Gunst der Stunde ergreifen und SSDs und Speicherbausteine mit mehr Speicherplatz einsetzen. Der Anteil der neuen Notebooks mit SSDs soll noch in diesem Jahr die Marke von 50 Prozent überschreiten.