AMD-Grafikkarten im Test: Radeon 5870, 6970, 7970, 290X, Fury und Vega 64 im Vergleich

 2/3
Wolfgang Andermahr 217 Kommentare

Testsystem und Spieleeinstellungen

Sämtliche Tests wurden auf dem aktuellen Grafikkarten-Testsystem durchgeführt. Dieses besteht aus einem auf 4,7 GHz übertakteten Intel Core i7-8700K sowie einem 32 Gigabyte großen Systemspeicher (2 × 16 GB, DDR4-3200, 16-16-38-1T, Dual-Rank). Als Betriebssystem ist Windows 10 mit sämtlichen Updates installiert. Als Treiber für die Radeon HD 5870 und die Radeon HD 6970 wird der Crimson 16.2.1 genutzt. Ab der Radeon HD 7970 ist der Adrenalin 18.7.1 installiert.

Die acht Spiele werden mit allen Grafikkarten in den Auflösungen 1.920 × 1.080 sowie 3.840 × 2.160 getestet. Als Basis für die Grafikdetails dient eine Radeon HD 7970 aus dem Jahr 2011. Die Detailstufen sind so gewählt, dass die AMD-Grafikkarte in Full HD spielbare Frameraten mindestens um die 50 bis 60 FPS erzielt, in Ultra HD werden 30 FPS – falls möglich – anvisiert. Mit dieser Grafikkarte dient als Basis für die Texturdetails damit automatisch ein 3.072 MB großer VRAM.

Genutzte Grafikdetails in den Spiele
Spiel 1.920 × 1.080 3.840 × 2.160
Dota 2 Maximale Details Zweithöchstes Preset
Far Cry 5 Hoch-Preset Normal-Preset
Fortnite Hoch-Preset Mittel-Preset
Kingdom Come: Deliverance Hoch-Preset Niedrig-Preset
Overwatch Maximale Details Ultra-Preset
Rainbow Six: Siege Ultra-Preset
100 % TAA
Mittel-Preset
100 % TAA
The Witcher 3 Hoch-Preset Niedrig-Preset
World of Warcraft Preset-Stufe 8 Preset-Stufe 7

World of Warcraft unterstützt seit kurzem die API DirectX 12. Die höchste Framerate entscheidet bei jeder Grafikkarte, welche API genutzt wird. Da die restlichen Spiele durchweg auf DirectX 11 setzen, wird in WoW explizit DirectX 12 erwähnt, wenn die Low-Level-API genutzt wurde. Bei sieben Spielen wurde eine 25 Sekunde lange Spielszene getestet. In Dota 2 wurde aus Gründen der Vergleichbarkeit aber ein Replay genutzt.

Etwas neues bei der Leistungsaufnahme

Bei der Leistungsaufnahme wird nur der Energiehunger der Grafikkarten gemessen. Da die 3D-Beschleuniger eine sehr unterschiedliche Performance aufweisen und deshalb das Messen bei identischer Last praxisfern wäre, hat die Redaktion aber die Methode geändert. Als Spiel kommt World of Warcraft zum Einsatz und in diesem wird die Leistungsaufnahme bei etwa 60 FPS in der Testszene gemessen. Das hat zur Folge, dass jede Grafikkarte bei unterschiedlichen Grafikdetails gemessen wird. Damit sind zwar die Anforderungen immer unterschiedlich, doch bildet der Messwert dann immer einen spielbaren Bereich ab, der so auch beim Spielen auftreten kann und nicht nur in der Theorie.

Grafikkarten-Benchmarks in 1.920 ­× 1.080 und 3.840 ­× 2.160

Auch wenn der von ComputerBase gewählte Testparcours mit 2.048 MB noch nicht völlig einwandfrei läuft, gibt es in den meisten Spielen keine Probleme mehr. Umso beeindruckender ist das Leistungsplus der Radeon HD 7970 gegenüber dem Vorgänger Radeon HD 6970, das bei plus 99 Prozent in Full HD und bei plus 96 Prozent in Ultra HD liegt. Die Frametimes schauen auf der Radeon HD 7970 in beiden Auflösungen gar noch besser aus – und der ein Gigabyte größere Speicher ist nicht der Grund.

Den Fortschritt hat die Grafikkarte der Graphics-Core-Next-Architektur zu verdanken, die schlussendlich auch auf der aktuellen Radeon RX Vega 64 verwendet wird, wenn auch in etwas aufgefrischter Form. Seit da an sind die Leistungssprünge deutlich kleiner geworden, fallen aber immer noch ordentlich aus.

So arbeitet die Radeon R9 290X unabhängig von der Auflösung 45 Prozent schneller als die Radon HD 7970. Die Radeon R9 Fury X zeigt ein kleineres Plus von 29 Prozent in 1.920 × 1.080 und von 36 Prozent in 3.840 × 2.160. Die Radeon RX Vega 64 legt mit einem Plus von 27 Prozent beziehungsweise 32 Prozent ähnlich zu.

Die Oberklasse-Grafikkarten von AMD haben mehr zugelegt als die Mittelklasse-Modelle. Seit der Radeon HD 7870 haben diese in Full HD um 108 Prozent zugelegt. Die Radeon RX Vega 64 arbeitet dagegen 137 Prozent schneller als die Radeon HD 7970.

Der im Test genutzte Benchmark-Parcours scheint der Radeon RX Vega 64 nicht sonderlich zu schmecken. Denn gewöhnlich liegt die Grafikkarte weiter vor der Radeon R9 Fury X. In dem Test sind es in Full HD im Schnitt zum Beispiel nur 27 Prozent, im normalen Grafikkarten-Testparcours der Redaktion sind es dagegen höhere 48 Prozent. Und auch in Far Cry 5, Fortnite und Rainbow Six: Siege zeigen sich teils klar höhere Werte als im Schnitt. In anderen Spielen skaliert das aktuelle Modell dagegen nicht so gut. Warum dies der Fall ist, bleibt unklar. Die einzige Ausnahme ist Dota 2 in Full HD, da es dort ein CPU-Limit gibt. Aber auch in Ultra HD ist die Radeon RX Vega 64 nicht allzu schnell.

Auf der nächsten Seite: Leistungsaufnahme auf dem Desktop und beim Spiel