Windows 10: Schnellere Updates am Patch Tuesday mit Redstone 5

Nicolas La Rocco 162 Kommentare
Windows 10: Schnellere Updates am Patch Tuesday mit Redstone 5
Bild: Microsoft

Mit Redstone 5 wird Microsoft Windows 10 auf ein neues Format für die monatlich zum sogenannten Patch Tuesday ausgelieferten Updates umstellen, das sich schneller als die bisherigen Express Updates installieren lassen wird, ohne dabei bedeutend größer zu sein. In Unternehmen fällt der Speicherbedarf sogar deutlich geringer aus.

Microsoft macht mit dem nächsten großen Feature-Update Redstone 5 für Windows 10 Schluss mit der Aufteilung des am zweiten Dienstag jedes Monats verteilten „Quality Updates“ auf drei unterschiedliche Pakete. Derzeit bietet Microsoft seine auch B-Release genannte Aktualisierung zum Patch Tuesday je nach Windows-10-PC noch in den drei Varianten „Full Update“, „Delta Update“ und „Express Update“ an.

Erklärung von Patchday-Releases und außerplanmäßigen Updates

  • Patch Tuesday, auch Quality Update oder B-Release genannt, erfolgt am zweiten Dienstag jedes Monats um 10:00 Uhr Pacific Time (Westküstenzeit USA). Dieses Update ist das einzige regelmäßige mit Sicherheitspatches für Windows.
  • C- und D-Releases folgen in der dritten und vierten Woche des Monats als Vorschau und enthalten keine Sicherheitspatches, sondern testweise nur anderweitige Updates des für den nächsten Monat geplanten B-Releases.
  • Ein Out-of-Band-Release ist ein außerplanmäßiges Update, das für Situationen reserviert ist, die ein unverzügliches Update voraussetzen, etwa bei akuten Sicherheitslücken oder einem Fehler, der zahlreiche Geräte betrifft.

Ein Full Update ist kumulativ, wächst also mit jedem Monat, in dem ein System das Update auslässt, an und hat laut Microsoft häufig eine Größe von über 1 GB. Ein Delta Update ist mit 300 bis 500 MB deutlich kleiner und wird an Systeme mit bereits installierten Updates ausgeliefert, auf denen nur Teilkomponenten von Windows 10 aktualisiert werden müssen. Delta Updates sind kompatibel zu den Windows-10-Versionen 1607, 1703, 1709 sowie 1803, das das April Update für Windows 10 ist.

Speicherbedarf von Full Update, Delta Update und Express Update
Speicherbedarf von Full Update, Delta Update und Express Update (Bild: Microsoft)

Die vergleichsweise neuen Express Updates sind potenziell noch kleiner, da Microsoft hier nur die veränderten Bereiche einer Teilkomponente ausliefert. Microsoft ermittelt also zum Beispiel die Veränderungen an der Datei tcpip.sys zwischen April und Mai, März und Mai sowie vom ursprünglichen Release bis Mai und liefert je nach Stand des Systems das passende Paket aus. Diese Updates sind in Summe dann nur noch 150 bis 200 MB groß. Express Updates haben allerdings den Nachteil, dass sie vergleichsweise viel Speicherplatz auf eigenen Distributionsplattformen belegen, etwa in Unternehmen, die Updates zentral von einem eigenen Server ausliefern. Dennoch wird Microsoft ab dem 12. Februar 2019 B-Releases ausschließlich als Full Update, auch „latest cumulative update“ oder LCU genannt, sowie als Express Update anbieten.

Kleinere Updates für Redstone-5-Systeme

Windows-PCs mit Redstone 5, das als nächstes großes Feature-Update für diesen Herbst erwartet wird, sofern Microsoft den bisherigen Rhythmus aus regelmäßigen Updates im Frühjahr und Herbst einhalten kann, werden monatliche Quality Updates in einem neuen Format erhalten. Dessen Größe soll zwischen Delta Updates und Express Updates liegen, jedoch auf eigenen Distributionsplattformen deutlich weniger Speicher belegen. Das neue Format soll auf Redstone-5-Systemen Full Updates, Delta Updates und Express Updates ablösen.

Microsoft spricht von einem „neuen Design für Quality Updates“, erklärt jedoch nicht im Detail, wie der geringe Speicherbedarf erreicht wird. Das neue Format soll neben Windows 10 auch bei Windows Server zum Einsatz kommen und vor allem im Firmenumfeld Vorteile mitbringen. Quality Updates mit dem „neuen Design“ werden über Windows Update (WU) und die Windows Server Update Services (WSUS) als Cabinet-Datei (.cab) verteilt und sollen über den Microsoft Update Catalog auch als Standalone Installer (.msu) zur Verfügung gestellt werden. Geräte, die über Microsoft Intune, Mobile-Device-Management-Lösungen (MDM) von Drittanbietern sowie On-Premises-Lösungen im eigenen Rechenzentrum verwaltet werden, die Updates von WSUS oder aus dem Microsoft Update Catalog erhalten, werden alle Zugang zu den neuen Quality Updates erhalten. Im Vergleich zu den Express Updates müssen bei dem neuen Format im Hintergrund keine Berechnungen mehr für die Ermittlung der Versionsunterschiede durchgeführt werden, sodass sich Updates schneller durchführen lassen.

Windows-Systeme, die direkt mit Windows Update kommunizieren, dazu zählen auch normale Consumer-PCs, werden Quality Updates nach der Umstellung auf Redstone 5 ebenfalls in dem neuen Format erhalten. Das neue Format soll laut Microsoft universell die alten ablösen und nicht nur bei B-Releases, sondern auch bei den folgenden C- und D-Releases zum Einsatz kommen. Bis es soweit ist, verteilt Microsoft die Updates weiterhin unterteilt in Full Updates, Delta Updates und Express Updates, ab Februar 2019 dann ohne Redstone 5 aber nur noch als Full Update oder Express Update.