Analyse: Auch Spiele sollten auf eine SSD installiert werden

Max Doll 180 Kommentare
Analyse: Auch Spiele sollten auf eine SSD installiert werden
Bild: Intel

SSDs empfehlen sich auch für Spieler als Standard-Speicherort für ihre Unterhaltungsprodukte. Magnetfestplatten erfordern Geduld. Zu diesem Schluss kommt eine Analyse von Digital Foundry, die Speichermedien beider Bauarten gegenüberstellt.

Verglichen wurden die Leistungen von Intels SSD-Flaggschiff Optane 905P, einer Western Digital Black 500 GB, einer NVMe-SSD sowie den SATA-SSDs Crucial MX500 und Western Digital Blue SSD mit 1.000 GB Kapazität. Als Vergleichsmodell kam eine 6 TB große Magnetfestplatte aus Western Digitals Black-Serie zum Einsatz, die zu den schnellsten Modellen mit dieser Technik zählt. Unterbau des Tests war ein Core i5-6600K der Skylake-Generation mit 16 Gigabyte Arbeitsspeicher und eine GeForce GTX 1080.

SSDs laden schneller

Für Spieler spannend ist nicht der Vergleich der theoretischen Leistungsfähigkeit in Benchmarks, sondern der Vorteil höherer Datenraten in der Realität. Um diesen zu messen, hat Digital Foundry mit einer Stoppuhr Ladezeiten von Spielen bei einer Auflösung von 1440p gemessen. Geprüft wurde die Ladedauer beim ersten Spielstart. Eine zweifache Wiederholung der Messung diente dem Ausgleich von Schwankungen.

GTA V, Civilization 6, Total War: Warhammer 2, The Witcher 3 und Counter Strike: Global Offensive profitieren gemäß den Ergebnissen der Seite deutlich von schnellerem Festspeicher. Der Umstieg von einer normalen Festplatte auf die langsamste SSD des Testfeldes bringt bereits eine knappe Halbierung der Ladezeiten. Im Schnitt über alle sechs Spiele reduziert sich die Wartezeit von knapp 68 auf 37 Sekunden.

NVMe lohnt kaum

Der Wechsel von der langsamsten auf die schnellste SSD bringt im Schnitt weitere 10 bis 20 Prozent Zeitgewinn. Eine deutliche Ersparnis ergibt sich aber nur in den beiden Strategiespielen, die rund 29 statt 43 (Warhammer 2) beziehungsweise 55 statt 68 Sekunden (Civilization 6) zum ersten Laden benötigen. In den übrigen Spielen liegt der Unterschied bei rund zehn Prozent, was aufgrund ohnehin kurzer Ladezeit in der Regel nur ein oder zwei Sekunden einspart.

Wird das Spiel geschlossen und dann ohne Neustart des Rechners zum zweiten Mal geöffnet, luden alle getesteten Datenspeicher gleich schnell. In diesem Szenario liegen alle benötigten Spieldateien bereits im Arbeitsspeicher, weshalb die Geschwindigkeit des Festspeichers irrelevant wird. Keinen Unterschied feststellen konnte Digital Foundry zudem bei Spielen, die Daten permanent von der Festplatte laden. Dass die Wiedergabe durch Ruckler leidet, wird bei fragmentierten, älteren oder langsamen Notebook-Festplatten lediglich vermutet.

Empfehlung: SSD kaufen

Empfohlen wird Spielern daher eine günstige SATA-SSD mit hoher Kapazität. Die schnelleren NVMe-Varianten werden nur Besitzern von High-End-Systemen nahe gelegt, denen der deutlich höhere Kaufpreis den vergleichsweise geringen weiteren Leistungszuwachs wert ist.