UBBF 2018: Swisscom will die Schweiz bis 2021 mit 500 Mbit/s versorgen

Nicolas La Rocco 72 Kommentare
UBBF 2018: Swisscom will die Schweiz bis 2021 mit 500 Mbit/s versorgen

Die in den Schweizer Großstädten von Swisscom angebotenen Geschwindigkeiten von bis zu 1 Gbit/s für Festnetz-Internet will das Unternehmen bis 2021 in ähnlicher Form auch in ländlichen Regionen großflächig anbieten. Dafür setzt das Unternehmen auf die DSL-Technik G.fast für bis zu 500 Mbit/s über Kupfer auf den letzten Metern.

Die Schweiz ist mit ihren wenigen Ballungszentren wie Zürich, Genf, Bern oder Luzern sowie Tausenden kleinen ländlichen Ortschaften ein Sonderfall für den Ausbau von schnellem Festnetz-Internet. Während in den Großstädten schnelle Anbindungen per FTTH bereits gang und gäbe sind, hinken kleinere Dörfer häufig noch hinterher.

In den Großstädten der Schweiz sei der FTTH-Ausbau so gut wie abgeschlossen, erklärte Swisscoms CTO und CIO Heinz Herren im Rahmen des den Huawei veranstalteten Ultra-Broadband Forum 2018 in Genf. Swisscom setzt derzeit auf einen Mix aus FTTH (Fibre to the Home) in den Großstädten sowie FTTC (Fibre to the Curb) und FTTS/B (Fibre to the Street/Building) außerhalb der Ballungszentren. Es gibt aber auch noch eine Reihe grauer Flecke auf Swisscoms Landkarte, die derzeit noch gar nicht von dem Anbieter erreicht werden.

Wenige große Städte und viele kleine Dörfer

Zürich als größte Stadt der Schweiz kommt dennoch nur auf 425.000 Einwohner, eine Gemeinde wie Thun zählt noch 44.000 Einwohner und in den vielen kleine Dörfern wie zum Beispiel Lauterbrunnen leben gerade einmal 2.700 Menschen und weniger. Eine entsprechende Herausforderung ist der großflächige Ausbau von schnellem Internet bis in die letzten Ecken der Schweiz. Es sei vom Aufwand her unrealistisch, bis ins kleinste Schweizer Dorf zu jedem Haus FTTH zu bringen, erklärte Herren.

Die Schweizer Unterteilung Großstädte und kleine Dörfer
Die Schweizer Unterteilung Großstädte und kleine Dörfer

Um diese Gebiete langfristig gesehen mit hohen Geschwindigkeiten zu versorgen, wird Swisscom vermehrt auf FTTS/B setzen und die letzten Meter ins Gebäude über Kupfer mit der DSL-Technik G.fast realisieren. G.fast als Nachfolgestandard von VDSL2 ermöglicht Geschwindigkeiten von bis zu 1 Gbit/s gemeinsam für die Empfangs- und Senderichtung. G.fast ist allerdings nur für kurze Distanzen von bis zu 250 Meter geeignet und setzt für den effizienten Betrieb Vectoring voraus.

Keine Umbauarbeiten im Haus

Für diesen Ausbau setzt Swisscom auf Hardware von Huawei, die den bis zur Straße verlegten Glasfaserstrang mit den aus den Gebäuden kommenden Kupferleitungen verbindet. Das habe laut Herren den entscheidenden Vorteil, dass im Gebäude selbst keine Umbauarbeiten stattfinden müssen. Für die Unterbringung der Hardware steigt Swisscom in bereits vorhandene Wartungsschächte der Kanalisation.

G.fast-Technik von Hardware
G.fast-Technik von Hardware

Bis 2021 will Swisscom so in beinahe der gesamten Schweiz Festnetz-Internet-Technologie verbauen, die Geschwindigkeiten von bis zu 500 Mbit/s ermöglicht. Das aktuelle Portfolio des Anbieters besteht aus drei reine Internet-Paketen mit 40 Mbit/s, 100 Mbit/s und 1 Gbit/s, die für monatlich 60, 80 und 90 CHF angeboten und gegen Aufpreis um Fernsehen und Telefonie ergänzt werden können (Triple Play).