Synology: Erster Ausblick auf die Neuerungen in DSM 7.0

Frank Hüber 68 Kommentare
Synology: Erster Ausblick auf die Neuerungen in DSM 7.0

Mit DSM 7.0 wird Synology nicht nur das Design der Web-Oberfläche umgestalten, sondern auch ein Rolling Release durchführen und mehr Möglichkeiten für die Installation und den Zugriff über die App DS finder bieten.

Bei einem Ausblick auf das nächste Jahr hat Synology erste Details zum Disk Station Manager 7.0 (DSM 7.0) bekannt gegeben. Das Grundgerüst des Betriebssystems bleibt bestehen, allerdings wurden leichte Anpassungen an der grafischen Oberfläche vorgenommen. Die durchgehende Statusleiste, die geöffnete Fenster beinhaltet, wurde abgeschafft. Geöffnete Fenster werden nun als Tabs einzeln angezeigt und erhalten einen Ladebalken, der anzeigt, dass in diesem Bereich gerade eine Aufgabe aktiv ist. Zudem soll DSM 7.0 in den Menüs stärker mit großen Bildern arbeiten, um die Bedienung intuitiver zu gestalten.

Rolling Release über 6 Wochen hinweg

DSM 7.0 wird zudem als Rolling Release veröffentlicht werden. Das bedeutet, dass die neue Betriebssystemversion zunächst in Taiwan veröffentlicht wird, weil dort auch die Softwareentwickler von Synology sitzen und so bei eventuellen Problemen ohne Zeitverschiebung reagieren können. In der zweiten Woche wird DSM 7.0 dann in China, Japan und Südkorea veröffentlicht, bevor in der 3. Woche die weltweite Auslieferung startet. Während dies in den Wochen 1 bis 3 für die DiskStations gilt, wird in den Wochen 4 bis 6 ebenso mit DSM 7.0 für die RackStations vorgegangen.

Delegated Admin und HDD-Ausfallvorhersage

Mit DSM 7.0 führt Synology zudem das Benutzerrecht „Delegated Admin“ ein, über das einem Benutzer vom Admin zusätzliche Rechte zugewiesen werden können, die ihn jedoch nicht auf den Stand eines Admins hieven, dennoch aber Zugriff etwa auf die Benutzerverwaltung oder Access Control geben und das Erstellen von Shared Foldern erlauben.

Neuerungen im Synology DSM 7.0: Delegated Admin
Neuerungen im Synology DSM 7.0: Delegated Admin

Die Disk Failure Prediction soll zudem vor dem Ausfall von Festplatten Alarm schlagen und nutzt hierfür Machine Learning. Parameter wie die SMART-Werte, Kernel Error, Meta-Daten, die Laufzeit oder auch die Temperatur der Festplatte fließen in die Berechnung der Ausfallwahrscheinlichkeit zu einem bestimmten Zeitpunkt ein. Das NAS gibt für jede Festplatte eine Ausfallwahrscheinlichkeit an und ab wann diese kritisch ist. Im Test wurde so laut Synology eine Trefferquote von 90 Prozent erreicht. Von 10 vorhergesagten Festplatten sind somit 9 tatsächlich ausgefallen. DSM 7.0 sagt dem Benutzer dabei genau, welche Festplatten betroffen sind und welche Handlung nun vorgenommen werden sollte.

Betroffene Festplatten können im DSM deaktiviert werden, wodurch sie vom RAID getrennt werden und die LED am Laufwerksschacht der Disk- oder RackStation rot blinkt, um sie eindeutig zuordnen zu können. Die in DSM 7.0 optimierte RAID-Reparatur, Fast Rebuild, beschleunigt zudem die Wiederherstellung, da ungenutzte Blöcke nicht mehr kopiert werden. Auto Repair springt zudem an, wenn die HDD im gleichen Slot getauscht wird, so dass die Reparatur vom Nutzer nicht mehr angestoßen werden muss und so vergessen werden kann.

Neuerungen im Synology DSM 7.0: RAID-Ausfallerkennung
Neuerungen im Synology DSM 7.0: RAID-Ausfallerkennung

Um einem Ausfall vorzubeugen, kann die Disk Failure Prediction auch für eine automatische Festplatten-Replikation genutzt werden. Sobald ein kritischer Zustand einer Festplatte erreicht wird, kann diese automatisch auf eine Hot-Spare-Festplatte repliziert werden, so dass ein degradiertes RAID verhindert wird, da die Replikation vor dem Ausfall stattfindet.

Höhere RAID- und ISCSI-Leistung

Zudem verspricht Synology mit DSM 7.0 eine höhere RAID-Performance, je nach Modell bis zu 15 Prozent, wobei Details zu Modell und Setup fehlen. Bei Nutzung des btrfs soll bei kleinen Dateien die Upload-Geschwindigkeit um 15 bis 30 Prozent zulegen. Die ISCSI-Leistung bei der Single LUN Write Performance sei auf einem xs+-Modell um 20 Prozent höher als mit DSM 6.2.

Neue Funktionen für die App DS finder

Mit DS finder wird zukünftig auch eine Installation der DiskStation (zunächst nur j-, Value- und Plus-Modelle bis 4 Bay) über die App möglich sein. Darüber hinaus ist auch die Benutzerverwaltung über die App zugänglich, etwa um Gästen schnell über das Smartphone Zugriff auf das NAS zu geben. Ebenso können Sicherheitseinstellungen und Updates über die App geändert und angestoßen werden. Im Zusammenspiel mit DSM 7.0 bietet DS finder eine QR-Code-Anmeldung, die das Login per Passwort überflüssig macht.

Neue Funktionen für DS finder
Neue Funktionen für DS finder

Noch kein genauer Veröffentlichungstermin

Auf einen Veröffentlichungstermin wollte sich Synology nicht festlegen, die letzten Hauptversionen des Disk Station Managers sind jedoch immer im März erschienen, so dass DSM 7.0 im März 2019 erscheinen könnte.