Battlefield V: DirectX 11 ist ohne DXR der Zünder der Wahl

Wolfgang Andermahr et al. 420 Kommentare
Battlefield V: DirectX 11 ist ohne DXR der Zünder der Wahl

tl;dr: Wer EA Access (und das Spiel) besitzt, kann Battlefield V für den PC schon spielen. ComputerBase hat erste Benchmarks im Single- und im Multiplayer durchgeführt und dabei Eindrücke zur grafischen Präsentation gesammelt. Fazit: Das Spiel sieht auch ohne DXR fantastisch aus, aber DirectX 12 hakt immer noch.

Battlefield V ist eine Grafik-Bombe

Update 12.11.2018 11:18 Uhr

Wie im Forum am Wochenende in Aussicht gestellt, hat die Redaktion nun auch den Ryzen 5 2600X sowie den Ryzen 5 2400G in die CPU-Benchmarks aufgenommen. Neben Tests in der Kampagne gibt es auch Messungen im Multiplayer mit nun insgesamt sechs verschiedenen Prozessoren.

Update 10.11.2018 16:55 Uhr

ComputerBase hat den Technik-Test zum Wochenende um Benchmarks mit verschiedenen CPUs in Full HD und Ultra HD erweitert. Die Testergebnisse im Abschnitt CPU-Benchmarks im Single- und Multiplayer zeigen, dass CPUs mit nur vier Kernen und ohne Hyper-Threading in dem Titel nicht mehr für die höchsten Details ausreichen, sofern sie eine sehr starke Grafikkarte mit Daten versorgen sollen.

Darüber hinaus geht der Artikel jetzt auch der Frage Wie gut ist Battlefield V? nach. Der entsprechende Abschnitt gibt einen Überblick über wesentliche bisher veröffentlicht Spiele-Tests, wobei es dabei anzumerken gilt, dass viele Eindrücke zum Multiplayer noch von einem Vorab-Event des Publishers herrühren.

Etwas mehr als zwei Jahre nach dem Start von Battlefield 1 (Test) ist mit Battlefield V der Nachfolger erschienen. Er verlegt das Szenario vom ersten in den zweiten Weltkrieg. Einher gehen tiefgreifende Änderungen am Gameplay, die den Spielspaß erhöhen sollen und das während der Alpha-Phase im Test der Redaktion auch tun konnten.

Aber auch vor der Technik haben die zwei weiteren Jahre Entwicklungszeit nicht halt gemacht. Zwar kommt erneut die hauseigene und von DICE entwickelte Frostbite-Engine zum Einsatz, sie wurde gegenüber den letzten Auftritten wie beispielsweise in Star Wars: Battlefront 2 aber weiter verbessert – und das optisch zweifelsohne sehr zum Positiven, wie dieser Test zeigt.

Battlefield V ist derzeit das schönste Spiel auf dem PC

Battlefield V ist vielleicht nicht in jeder Situation oder aus jeder Perspektive das aktuell schönste PC-Spiel. Aber in Summe gibt es keinen anderen PC- oder Konsolentitel, der die Grafik durchweg auf einem so hohen Niveau halten kann. Auch jüngste Grafikkracher wie Assassin's Creed Odyssey (Test) und Shadow of the Tomb Raider (Test) halten da nicht mit. Das optische Highlight in Battlefield V ist dabei wie gewohnt die Beleuchtung. In diesem Aspekt macht keine andere Engine der von DICE genutzten Frostbite-Variante derzeit etwas vor. Und das, obwohl Lichteffekte noch ganz klassisch berechnet werden.

Auch die Charakterdarstellung, die Wetterdarstellung, die Physik und diverse weitere Feinheiten sind sehr gelungen. Vor allem in der kurzen Einzelspieler-Kampagne sieht Battlefield V beeindruckend aus. Doch auch im Mehrspielermodus zeigt die Technik ihre Muskeln. Vor allem die großen Gefechte mit zahlreichen Explosionen und der vor quasi nichts Halt machenden Physik sind beeindruckend. Nur mit dem recht aggressiven LOD hat das Spiel zu kämpfen. Teilweise tauchen Objekte auch bei höchster Detailstufe sichtbar aus dem Nichts auf. Das kann gar nicht auffallen, stört in anderen Situationen aber sichtbar.

Raytracing für Nvidias Turing-Grafikkarten gibt es noch nicht

Battlefield V könnte dabei sogar noch grafisch zulegen, denn derzeit wird das angekündigte und zur Gamescom bereits gezeigte Echtzeit-Raytracing noch nicht unterstützt. Allerdings soll die Integration von Microsofts DXR-API bereits am oder kurz nach dem 15. November erfolgen. ComputerBase wird sich Battlefield V dann erneut und natürlich insbesondere auf Nvidias Turing-Grafikkarten (GeForce RTX) anschauen und die spannende Frage beantworten, welchen Nutzen Spieler jetzt wirklich aus der von Nvidia so heiß umworbenen neuen Funktion ziehen können. Heute ist das allerdings noch nicht möglich.

Die folgenden Abschnitte werden sich mit der Technik von Battlefield V beschäftigen. Im Augenmerk steht dabei nicht nur die Einzelspieler-Kampagne. Auch die Performance im Multiplayer steht auf der „Benchmark-Liste“, dasselbe gilt für Tests mit DirectX 12.

Origin erlaubt maximal fünf Aktivierungen eines Spiels innerhalb von 24 Stunden. Dabei werden auch gewechselte Grafikkarten und sogar der Wechsel der API als neues System gewertet, infolgedessen das Spiel neu aktiviert werden muss. Die Testreihen fallen deshalb noch nicht so umfangreich wie geplant aus, obwohl EA auf Bitten der Redaktion sogar kurzfristig einen zweiten Zugang zur Verfügung gestellt hat. Sobald das Spiel neue Aktivierungen zulässt, wird ComputerBase den Artikel um weitere Messwerte erweitern.

Ein durchschnittliches Options-Menü mit 4 Presets

Grafik kann DICE, das steht außer Frage. Das Grafik-Menü ist dagegen nur guter Durchschnitt. Besonderheiten gibt es nicht. Ein Framelimiter, der sich zwischen 60 FPS und 200 FPS in groben Schritten konfigurieren lässt, ist heutzutage kaum ein Highlight mehr. Davon abgesehen ist das einzige vermeintliche Highlight der Schalter für DirectX 12. Der Rest ist Standardkost.

Battlefield V bietet mit „Ultra“, „Hoch“, „Mittel“ und „Niedrig“ vier verschiedene Grafik-Presets. Ultra vereint zugleich die maximal möglichen Grafikdetails. Wer für eine bessere Performance von Ultra auf Hoch zurück schaltet, muss allerdings kaum auf optische Reize verzichten. Bei einigen Objekten gehen ein paar Details oder Schatten verloren, das war es dann aber auch schon. Deutlich größer sind die Einbußen bei der mittleren Stufe. Die Vegetation wird deutlich karger, die Schatten sind weniger detailliert, Spiegelungen gibt es keine mehr und die Sichtweite leidet auch.

Hinzu kommt, dass das LOD auf Mittel sehr aggressiv arbeitet und damit schon negativ auffällt. Niedrig schaltet dann die Umgebungsverdeckung ab und die Schatten fallen sehr einfach aus. Manche Objekte werden gar nicht mehr dargestellt. Die Stufe Mittel ist damit der letzte Kompromiss, den man eingehen soll – ansonsten ist das Spiel einfach nicht mehr schön.

Grafik-Presets – 2.560 × 1.440
  • AMD Radeon RX Vega 64:
    • Niedrig
      136,6
    • Mittel
      115,9
    • Hoch
      88,5
    • Ultra
      83,3
  • Nvidia GeForce GTX 1080:
    • Niedrig
      117,8
    • Mittel
      99,3
    • Hoch
      75,3
    • Ultra
      69,8

Was wenig kostet bringt auch wenig? Das gilt zumindest in Battlefield V. Hoch anstatt Ultra verbessert auf einer Radeon RX Vega 64 die Framerate nur um sechs Prozent, auf einer GeForce GTX 1080 sind es acht Prozent. Die sichtbar weniger schöne Stufe Mittel bringt dann mit weiteren 31 beziehungsweise 32 einen deutlich größeren Schub. Niedrig verbessert die Performance um zusätzliche 18 beziehungsweise 19 Prozent.

Battlefield V bietet eine temporäre Kantenglättung (TAA) in den Stufen Niedrig und Hoch. Hoch glättet bereits in niedrigen Auflösungen effektiv das Flimmern, lässt das Bild jedoch an Schärfe verlieren. Ab 2.560 × 1.440 ist davon dann aber nicht mehr viel zu spüren. TAA Niedrig sollte generell hingegen nicht genutzt werden, der Leistungsvorteil ist nicht einmal messbar. Alternativ gibt es die Möglichkeit zum Downsampling, intern kann die Engine mit der doppelten Auflösung des Monitors oder nur mit 25 Prozent rendern, falls die Performance auf Kosten der Optik verbessert werden soll.

Battlefield V braucht eine hohe Auflösung für gute Grafik

Apropos Auflösung: Battlefield V stellt diverse Objekte mit viel Geometrie dar. Damit profitiert das Spiel wie kaum ein anderes von einer hohen Auflösung. Resultat: Battlefield V sieht in 1.920 × 1.080 nicht halb so gut wie in Ultra HD aus. Der optische unterschied ist riesig. In Full HD wirkt das Spiel matschig, da die Anzahl der Pixel für die genutzte Geometrie zu gering ist. 2.560 × 1.440 macht grafisch bereits einen großen Schritt nach vorne und Battlefield V fängt an, die Grafik-Pracht ausspielen zu können. Doch erst ab 3.840 × 2.160 kann das Spiel die optischen Stärken vollends ausfahren.

Future Frame Rendering: Was ist das und was bringt das?

Wer einen genauen Blick ins Grafikmenü wirft, findet die standardmäßig angeschaltete Option „Future Frame Rendering“. Diese sorgt dafür, dass fertig berechnete Bilder etwas verzögert ausgegeben werden. Das erhöht den Input-Lag, verbessert die Performance aber teils deutlich. Eine GeForce GTX 1080 legt durch die Option um 27 Prozent an FPS zu, eine Radeon RX Vega 64 um 20 Prozent. Beim Testen ist der erhöhte Lag zudem nicht aufgefallen. Auch wenn das jeder für sich feststellen sollte, sollte Future Frame Rendering im Zweifelsfall aktiviert sein.

Future Frame Rendering
  • AMD Radeon RX Vega 64:
    • Future Frame Rendering „Ein“
      83,3
    • Future Frame Rendering „Aus“
      69,4
  • Nvidia GeForce GTX 1080:
    • Future Frame Rendering „Ein“
      69,8
    • Future Frame Rendering „Aus“
      55,1

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