Angebliche Spionage: Prüfer finden keine Chips auf Supermicros Hauptplatinen

Volker Rißka 115 Kommentare
Angebliche Spionage: Prüfer finden keine Chips auf Supermicros Hauptplatinen

Der angeblich großangelegte chinesische Spionagefall, in dem Supermicro-Mainboards das Kernelement darstellen sollen, wird mehr und mehr zu einem Mysterium. Unabhängige Tests bestätigen die bisherigen Aussagen aller Partner, dass es keine solchen Chips gegeben hat. Doch Bloomberg hält nach wie vor an den Behauptungen fest.

Das unabhängige Unternehmen Nardello & Co soll in den USA die Untersuchung übernommen haben. Es hat sowohl neue als auch an Amazon und Apple verkaufte und vor Jahren genutzte Mainboards, die Software und Design-Dateien geprüft und ist in allen Fällen zu dem gleichen Ergebnis gekommen, berichtet Reuters: Es wurde nichts gefunden.

Supermicros CEO bestätigt in einer Presseaussendung die gefundenen Ergebnisse, die für den Konzern von enormer Bedeutung sind. Denn das Unternehmen leidet nach wie vor an den Folgen des Bloomberg-Berichts von Anfang Oktober. Der Wert der Aktie von Supermicro halbierte sich von 21,50 US-Dollar auf rund 12,00 US-Dollar, erholte sich in den letzten Tagen aber wieder auf derzeit 16,50 US-Dollar.

Namhafte Fürsprecher für Supermicro waren in den vergangenen Wochen nicht nur Apples CEO Tim Cook, der den Bloomberg-Bericht auf das Entschiedenste zurückwies und einen Widerruf forderte, sondern auch Amazon und weitere Unternehmen. Auch der Direktor des FBI und hochrangige Angestellte weiterer US-Behörden inklusive Homeland Security widersprechen dem Report.

Rückblick: Angeblich Spionage-Chips in 30 US-Unternehmen

Der besagte Bloomberg-Bericht behauptete, dass kritische technische Infrastrukturen von 30 großen US-Unternehmen, darunter Regierungsdienstleister, Banken und Unternehmen mit großem Cloud-Angebot wie Amazon (AWS) und Apple (iCloud), von chinesischer Spionage betroffen seien. Grundlage seien Chips auf den von Supermicro gefertigten Server-Mainboards. Das soll es den mutmaßlich chinesischen Angreifern ermöglicht haben, Zugang zu den Netzwerken zu erlangen.