Künstliche Intelligenz: Techniker Krankenkasse setzt künftig auf KI-Ärzte

Aljoscha Reineking 119 Kommentare
Künstliche Intelligenz: Techniker Krankenkasse setzt künftig auf KI-Ärzte
Bild: Seanbatty | CC0 1.0

Mit der „TK-Doc“-App können Versicherte der Techniker Krankenkasse bereits mit einem Ärzteteam kommunizieren. Zur Verfügung stehen Live-Videochats oder Text-Chats. Im kommenden Jahr soll die App um einen KI-Arzt erweitert werden.

Ada Health der KI-Arzt aus Berlin

Das Berliner Start-Up Ada Health GmbH bietet den Service für medizinischen Rat rund um die Uhr bereits seit über einem Jahr an. Das Team aus Ärzten, Datenwissenschaftlern und Ingenieuren will den Zugang zu qualitativ hochwertigen, personalisierten Gesundheitsinformationen und -dienstleistungen vereinfachen. Über die angebotene App soll ein Fachgespräch zwischen virtuellem Arzt und Patienten entstehen. Aus diesem Gespräch heraus soll ein langfristiger Überblick des Gesundheitsbildes des Patienten entstehen und im optimalen Fall den Diagnoseprozess des behandelnden Arztes unterstützen.

Der Chatbot von Ada Health soll einem Gespräch mit einem Allgemeinmediziner nachempfunden sein. Die künstliche Intelligenz kann dabei die komplette Anamnese für einen Arzt übernehmen und damit die Fachkräfte entlasten. Das umfassende, medizinische Wissen der KI wird von Ada Health stetig aktualisiert und erweitert.

TK setzt als erste Krankenkasse auf das System von Ada Health

Über die TK-Doc-App, für welche die Krankenkasse noch immer aktive Tester sucht, können bereits Gespräche per Videoanruf oder per Text-Chat mit einem Ärzteteam geführt werden. Angeboten wird der Service von Montag bis Freitag zwischen 7 und 21 Uhr.

Mit der Integration des Dienstes von Ada Health kann künftig rund um die Uhr und sieben Tage die Woche ein KI-Arzt zurate gezogen werden.

Landesärztekammer warnt vor Unterhöhlung des Vertragsarztrechts und der freien Arztwahl

Die Landesärztekammer warnt bereits vor dem System und stellt heraus, dass ein klassisches Arztgespräch mit dem Patienten nicht zu ersetzen sei. Darüber hinaus soll sichergestellt werden, dass das Angebot nur als Ergänzung und nicht als Ersatz für das bereits bestehende System der Gesundheitsberatung angesehen und eingesetzt wird.

KI soll Ärzte nicht ersetzen

Laut der Techniker Krankenkasse soll die Integration von Ada in die TK-Doc-App auch gar nicht die Diagnostik durch den Arzt ersetzen. Bereits jetzt würden viele Patienten vor einer Behandlung das Internet und Suchmaschinen für eine vorläufige Diagnose zurate ziehen. Durch die Kooperation mit Ada Health sollen Ärzte bei der Behandlung unterstützt und den Versicherten eine intelligente Lösung bei der Beantwortung erster Fragen geboten werden.