Denuvo 5.6: Kopierschutz in Metro Exodus bereits umgangen

Fabian Vecellio del Monego 420 Kommentare
Denuvo 5.6: Kopierschutz in Metro Exodus bereits umgangen
Bild: 4A Games

Nur fünf Tage nach dem Marktstart am 15. Februar 2019 wurde die neueste Version des Denuvo-Kopierschutzes in Metro Exodus (Test) umgangen. Besondere Motivation zur Eile soll auch die umstrittene Steam-Abkehr geboten haben. Far Cry New Dawn (Test), das ebenfalls mit Denuvo 5.6 geschützt ist, zeigte sich indes hartnäckiger.

Denuvo-Schutz währt immer kürzer

Nachdem der umstrittene Kopierschutz Denuvo bereits Anfang des Monats in Resident Evil 2 (Test) nach einer Woche umgangen wurde, vermelden einschlägige Seiten nun, dass die Anti-Tamper-Software auch in Metro Exodus bezwungen wurde: Erste Cracks des Spiels sind bereits verfügbar. Das Besondere daran ist, dass letztere somit nur fünf Tage auf sich warten ließen – obwohl mit Denuvo 5.6 mutmaßlich erstmals die neueste Version des Kopierschutzes zum Einsatz kam. Besonders groß ist nun auch auf Reddit der Hohn jener Spieler, die Entwickler 4A Games und Publisher Deep Silver aufgrund des kurzfristigen Wechsel von Steam zum Epic Games Store kritisierten und mitunter ankündigten, den Ego-Shooter zu boykottieren.

Eine Reaktion seitens 4A Games, Deep Silver oder des Denuvo-Entwicklers bleibt bislang aus. Es bleibt daher abzuwarten, ob der Kopierschutz erneuert wird oder die Spieldateien um nunmehr unnützen Ballast erleichtert werden. Letzteres ist nach einigen Wochen nicht unüblich: Zumeist soll durch die Software lediglich ein Crack in den ersten Tagen oder Wochen nach Release verhindert werden. Nach diesem Ansatz verlief der Einsatz Denuvos auch in Metro erfolgreich – wenngleich die überbrückte Zeit mit jedem weiteren Spiel, das auf den Kopierschutz setzt, abnimmt.

Far Cry New Dawn zeigte sich hartnäckiger

Update 22.02.2019 19:17 Uhr

Nur zwei Tage später und damit eine Woche nach Release wurde Denuvo 5.6 auch in Far Cry New Dawn erfolgreich umgangen. Erste Cracks zeugen zudem davon, dass auch VM Protect abermals ausgehebelt werden konnte. Nun stellt sich auch beim Open-World-Shooter die Frage, inwiefern Ubisoft reagieren wird; eine Abkehr von der Uplay-Authentifikation gilt jedoch als praktisch ausgeschlossen.

Auch beim ebenfalls am 15. Februar 2019 veröffentlichten Far Cry New Dawn findet Denuvo 5.6 Verwendung. Publisher Ubisoft setzt jedoch abseits Denuvo und der Uplay-Authentifikation zusätzlich die Virtualisierungslösung VM Protect ein, die das Umgehen der Schutzmechanismen und Cracken weiter erschwerte. Ein weiterer Grund für die Dauer war vermutlich auch das deutlich geringere Interesse: Ersten Verkaufszahlen zufolge liegt der Absatz physischer Kopien im Vereinigten Königreich rund 86,5 Prozent unter dem des Vorgängers, wie gamesindustry.biz berichtet.

Kritik an Denuvo ist nicht neu

Von Spielern wird der Kopierschutz schon lange stark kritisiert. Denuvo wird vorgeworfen, unnötige Schreibvorgänge zu verursachen; zudem wird die Software nach der Deinstallation des Spiels nicht vollständig entfernt. Das Spielen eines mit Denuvo geschützten Spiels setzt des Weiteren zwingend eine Online-Authentifizierung voraus, die bei Hardware-Änderungen wiederholt werden muss. Auch ComputerBase ist davon betroffen, da für Tests nach meist fünf getauschten Grafikkarten oder dem Wechsel des Prozessors erst nach 24 Stunden weitergespielt werden kann.

ComputerBase dankt Leser „Smurfy1982“ für den Hinweis zu dieser Meldung.