NAND-Hersteller: Samsung hat deutlich an Marktanteil verloren

Michael Günsch 39 Kommentare
NAND-Hersteller: Samsung hat deutlich an Marktanteil verloren

Im Durchschnitt haben die NAND-Flash-Hersteller im vierten Quartal 2018 16,8 Prozent weniger Umsatz erzielt. Bis auf Intel nahm jedes Unternehmen durch den Rückgang bei Preisen und Nachfrage weniger ein. Bei den Marktanteilen legten alle zu bis auf den Marktführer: Samsung musste 5 Prozentpunkte einbüßen.

Samsung nur noch bei gut 30 Prozent Marktanteil

Mit rund 4,3 Milliarden US-Dollar erzielte Samsung erneut mit Abstand den größten Umsatz mit NAND-Flash. Gegenüber dem dritten Quartal 2018 bedeutet dies aber ein Minus von 28,9 Prozent, was wiederum den anteilsmäßig stärksten Rückgang aller Hersteller bedeutet. Da der Umsatzrückgang bei den anderen weniger stark ausfiel – Intel konnte mit 2,2 Prozent Plus sogar leicht zulegen – eroberten diese Marktanteile vom Marktführer. Nach zuvor 35,6 Prozent des Weltmarktes kam Samsung im vierten Quartal nur noch auf 30,4 Prozent Marktanteil.

Die Partner Toshiba (19,3 %) und Western Digital (15,3 %) kommen zusammen nun auf 34,6 Prozent. Micron (15,4 %) und Intel (7,8 %), deren NAND-Partnerschaft bald endet, bringen es gemeinsam auf 23,2 Prozent. Auch SK Hynix konnte mit 11,2 Prozent seinen Marktanteil steigern. Die restlichen kleineren NAND-Hersteller machen weiterhin nur 0,5 Prozent des Marktes aus.

Hersteller Umsatz Q4 2018 Delta zu Q3 2018 Marktanteil Q4 2018 Marktanteil Q3 2018
Samsung 4.304,3 -28,9 % 30,4 % 35,6 %
Toshiba 2.731,5 -14,7 % 19,3 % 18,8 %
Micron 2.179,0 -2,2 % 15,4 % 13,1 %
WDC 2.173,0 -14,2 % 15,3 % 14,9 %
SK Hynix 1.587,6 -13,4 % 11,2 % 10,8 %
Intel 1.107,0 +2,4 % 7,8 % 6,4 %
Andere 77,4 -5,5 % 0,5 % 0,5 %
Gesamt 14.159,9 -16,8 % 100 % 100 %
Quelle: DRAMeXchange, Umsatz in Mio. US-Dollar

Die Marktforscher von DRAMeXchange begründen den globalen Umsatzrückgang mit den stark gesunkenen Preisen für NAND-Flash, die wiederum aus einer Überversorgung mit Speicherchips aufgrund sinkender Nachfrage resultieren. Noch vor einem Jahr hatte der weltweit stark gestiegene Bedarf zu einer Speicherknappheit und hohen Preisen sowie einer Aufstockung der Produktionsmengen geführt.

Samsung soll insbesondere unter der gesunkenen Nachfrage nach NAND-Produkten für Smartphones, Server und Notebooks gelitten haben. Die durchschnittlichen Verkaufspreise für Samsung-NAND seien gegenüber dem vorherigen Quartal um über 20 Prozent gesenkt worden, um die Absatzziele noch zu erreichen, so der Bericht. Um der Überversorgung Herr zu werden, plane Samsung vorerst keine Aufstockung der 3D-NAND-Kapazitäten und halte auch die Produktion der neuen Speichergeneration (V-NAND v5) zurück. Die Herstellung des älteren 2D-NAND soll weiter zurückgefahren werden.

Mit sinkenden Verkaufspreisen kämpften auch die anderen Hersteller im vierten Quartal. Toshiba und Western Digital wollen ebenso ihren Ausstoß und ihre Ausgaben zunächst nicht weiter steigern. Western Digital hatte bereits im Herbst angekündigt, dieses Jahr 10 bis 15 Prozent weniger NAND zu produzieren als zuvor geplant.

SSD-Preise sinken kaum noch

Zwar erwarten Experten auch für den weiteren Jahresverlauf sinkende Preise für NAND-Flash, doch gibt es schon Anzeichen für eine Abschwächung des Preisrutsches. Mainstream-SSDs für Verbraucher haben sich seit dem Januar kaum noch vergünstigt, zum Teil stagnieren die Preise seit Wochen.