Privatkunden schuld: Deutscher PC-Markt schrumpft um 10,5 Prozent

Frank Hüber 243 Kommentare
Privatkunden schuld: Deutscher PC-Markt schrumpft um 10,5 Prozent
Bild: JESHOOTS-com | CC0 1.0

Nachdem der Absatz von PCs im 3. Quartal 2018 in Deutschland um 5 Prozent und bei Desktop-PCs sogar um 9 Prozent zulegte, schrumpft er im vierten Quartal 2018 um 10,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Während Acer und Apple deutlich verlieren, legt Dell kräftig zu.

Laut der Zahlen des Research- und Beratungsunternehmens Gartner wurden im vierten Quartal 2018 in Deutschland demnach 2,8 Millionen PCs ausgeliefert. Angesichts der fast 3,25 Millionen PCs im vierten Quartal 2017 entspricht dies einem Rückgang von 10,5 Prozent. Betrachtet man das dritte Quartal 2018 als Vergleich, in dem der Absatz im Vergleich zum Vorjahr wie erwähnt noch gestiegen ist, legte der Absatz zwar auch um 10 Prozent von 2,557 Millionen auf 2,818 Millionen zu, allerdings ist das letzte Quartal mit dem Weihnachtsgeschäft traditionell stärker.

Notebooks verlieren deutlich, Desktop-PCs legen leicht zu

Verantwortlich für den Rückgang ist vor allem eine um 16 Prozent niedrigere Nachfrage nach Notebooks, denn der Absatz der Desktop-PCs konnte im letzten Quartal im Jahresvergleich sogar leicht um 2 Prozent zulegen. Gliedert man den Bereich Notebooks weiter auf, verloren herkömmliche Notebooks um 20 Prozent, Ultrabooks hingegen um 9 Prozent.

Abwärtstrend bei Privatkunden ungebrochen

Dabei setzte vor allem das Geschäft mit Privatkunden seinen Abwärtstrend weiter fort und schrumpfte um 24 Prozent. Aber auch der Unternehmensmarkt blieb im vierten Quartal 2018 mit knapp 0,4 Prozent Zuwachs schwach, den er in erster Linie einem Anstieg des Desktop-Geschäfts um 10 Prozent verdankt.

PC-Auslieferungen in Deutschland im 4. Quartal 2018 nach Hersteller (in 1.000 Stück)
Hersteller Auslieferungen Q4 2018 Marktanteil (%) Q4 2018 Auslieferungen Q4 2017 Marktanteil (%) Q4 2017 Wachstum (%) Q4 2018-Q4 2017
Lenovo 873 31,0 818 26,0 6,8
HP 659 23,4 747 23,7 -11,7
Dell 318 11,3 239 7,6 33,5
Acer 227 8,0 379 12,0 -40,2
Apple 189 6,7 236 7,5 -19,9
Andere 552 19,6 731 23,2 -24,4
Gesamt 2.818 100 3.148 100 -10,5

Gartner sieht den Einbruch im vierten Quartal vor allem durch einen Mangel an Intel-Prozessoren begründet, die weiterhin mit einem Engpass der 14-nm-Prozessoren zu kämpfen haben.

Dell, Lenovo und HP gewinnen bei Firmenkunden, Acer und Apple verlieren

Zudem haben sich die Zahlen zwischen den fünf größten Herstellern im Jahresvergleich teils deutlich verschoben. Während nur Lenovo (+6,8 Prozent) und Dell (+33,5 Prozent) auf dem Gesamtmarkt überhaupt zulegen konnten und insbesondere Acer (-40,2 Prozent) und Apple (-19,9 Prozent) stark verloren haben, zeigt sich bei genauerer Aufschlüsselung, dass nur Lenovo bei Privatkunden um 2 Prozent zulegen konnte HP, Dell und Lenovo aber vor allem von gestiegenen Absatzzahlen an Unternehmen profitieren. Dell legte im Business-Geschäft ganze 64 Prozent zu, Lenovo um 12 und HP um 10 Prozent, was die starken Verluste bei Privatkunden jedoch nicht auffangen konnte.

Insgesamt sind die PC-Auslieferungen in den vergangenen fünf Jahren um 17 Prozent gesunken.