Quartalszahlen: Nvidias Gaming-Geschäft bricht um 45 Prozent ein

Volker Rißka 316 Kommentare
Quartalszahlen: Nvidias Gaming-Geschäft bricht um 45 Prozent ein
Bild: Inno3D

Nach der Umsatzwarnung und dem Schock am Aktienmarkt vor drei Wochen hat Nvidia in der Nacht die finalen Zahlen für das Ende des Fiskaljahres 2019 (Februar 2018 – Januar 2019) dargelegt. Sie zeigen insbesondere im Gaming-Geschäft einen massiven Schwund. Hauptverantwortlich soll jetzt unter anderem der Rückgang durch Mining sein.

Nur noch 939 Millionen statt 1,739 Milliarden US-Dollar Umsatz im Jahr zuvor hat Nvidia mit GeForce-Produkten gemacht, was einem Rückgang von 45 Prozent entspricht. Noch schlechter lief die Tegra-Sparte: 50 Prozent Umsatzverlust bedeutet einen Rückgang von 450 Millionen auf 225 Millionen US-Dollar. Daran Schuld sind in erster Linie die geringeren Auslieferungen an SoCs für Gaming-Systeme.

Ende des Minings ist plötzlich der Schuldige

Weil Nvidias Hauptgeschäft immer noch das mit GeForce-Produkten ist, ist dort auch der Schuldige des schlechten Geschäfts zu suchen. Als Ursache nennt Nvidia neben einer geringeren Nachfrage aus China und das schwache Geschäft mit teuren High-End-RTX-Karten nun allerdings ausgerechnet das Ende des Mining-Booms, nachdem über viele Quartale stets behauptet wurde, dass gar nicht so viele Karten im Mining-Markt abgesetzt wurden.

Was seit jeher angezweifelt wurde, ist in den Zahlen nun allerdings klar ersichtlich: Die seinerzeit einmal in Form von 289 Millionen US-Dollar verbuchten Umsätze mit Mining waren in der Tat nur die Spitze des Eisbergs und die Dunkelziffer viel höher. Damals lag der Umsatz der GPU-Sparte bei fast 2,8 Milliarden US-Dollar, heute sind es nicht einmal mehr 2,0 Milliarden US-Dollar, wobei die Teilbereiche Tesla und Quadro im Gegenteil zu GeForce auch noch zweistellig zugelegt haben. Doch das ist nicht nur Nvidias Problem, auch AMD hat Mining stets zu klein geredet und bleibt nun seit Monaten auf Karten sitzen, während der Umsatz in dem Bereich stetig zurückgeht.

Unterm Strich steht am Ende des Schlussquartals bei Nvidia nun ein Umsatz von 2,205 Milliarden US-Dollar und liefert damit eine Punktlandung auf die vor drei Wochen stark korrigierte Prognose. Dies bedeutet noch immer einen Umsatzrückgang von über 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig ging auch der Gewinn von 1,118 Milliarden US-Dollar auf 567 Millionen US-Dollar deutlich zurück – ein Minus von 49 Prozent.

Für das neue Jahr erwartet Nvidia kaum Wachstum, eher das Gegenteil, ein leichter Rückgang ist wahrscheinlich. Analysten gingen aber bereits von rund fünf Prozent Umsatzrückgang aus, weshalb die Aussagen positiv aufgenommen wurden und die Aktie nachbörslich um bis zu neun Prozent zulegte. 2,2 Milliarden US-Dollar Umsatz im ersten Quartal sind aber fast 1 Milliarde weniger als vor einem Jahr, denn eines fehlt: Mining.