Denuvo-Kopierschutz: Leistungsverlust ist in DMC 5 geringer als angenommen

Max Doll 44 Kommentare
Denuvo-Kopierschutz: Leistungsverlust ist in DMC 5 geringer als angenommen
Bild: Capcom

Ausführliche Benchmarks zeigen, dass der Leistungsverlust durch den Denuvo-Kopierschutz in Devil May Cry 5 geringer als zunächst angenommen ist. Die Bildwiederholrate sinkt zwar tatsächlich, aber nur in einem Bereich, der lediglich mess-, nicht aber spürbar ist.

Der Thematik in größerem Detail und mit nachvollziehbarer Methodik angenommen hat sich TechPowerUp! mit Hilfe eines Core i7-8700K und einer GeForce RTX 2080 Ti, die auf Betriebstemperatur gebracht wurde, um einheitliche Boost-Taktraten sicherzustellen. Die CPU wurde zwischen 1,0 GHz und 4,5 GHz in 500 MHz-Schritten sowie einmal mit 4,8 GHz getestet.

Mit einer Auflösung von 1080p lässt sich unterhalb von 3,5 GHz Taktfrequenz ein Leistungsunterschied von drei bis vier Prozent ausmachen, in 1440p fällt die Leistung erst ab 2,0 GHz um circa drei Prozent ab, in UHD-Auflösung erst bei 1,0 GHz. Dieses Bild zeigt eine Radeon RX 580 schon in 1080p, was demonstriert, dass die Grafikkarte der limitierende Faktor ist. Ist dies der Fall, liegt der Unterschied auch mit einer RTX 2080 Ti bei einem oder unter einem Prozent, was nahezu als Messungenauigkeit abgetan werden kann.

Durch die Bank kaum Leistungsverlust

Da der Core i7-8700K mit hohen Frequenzen, sechs Rechenkernen und SMT keine Rückschlüsse auf leistungsschwächere Hardware erlaubt, hat die Seite außerdem bei festen 3,0 GHz mit einer unterschiedlichen Anzahl Kerne getestet.

Ob mit sechs Kernen und zwölf Threads oder zwei Kernen und zwei Threads gerendert wurde, hat in einer Auflösung von 1080p zwar Auswirkungen auf die Bildwiederholrate, die um etwa 100 fps auf etwa 120 fps fällt, nicht aber auf den Denuvo-Malus. Der Kopierschutz kostet in allen Konfigurationen zwischen diesen beiden Extremen konstant drei bis vier Prozent Leistung.

Dies zeige, so das Fazit, dass die Implementierung in Devil May Cry 5 eine gelungene sei. Die Ergebnisse könnten aber nicht auf andere Spiele übertragen werden, weil Art und Umfang der Einbindung entwickler- und spielspezifisch seien.

Erklärungen für vorherige Ergebnisse

Zuvor hatten Nutzer der Steam-Foren allerdings von erheblich größeren Leistungsgewinnen durch den Wechsel auf die Denuvo-freie Version des Spiels berichtet, etwa eine Verbesserung von 70 fps auf 90 fps. Dies erklärt TechPowerUp! mit den Modalitäten des Versionswechsels: Beide Varianten würden für Konfigurationsdateien eigene Verzeichnisse nutzen.

Die Denuvo-freie Version bemühe beim ersten Start also die automatische Hardwareerkennung, die konservative Einstellungen wähle – potentiell entstand der Leistungssprung also durch niedrigere Detaileinstellungen.

Leistung ist nur ein Kritikpunkt

Potentielle Leistungseinbußen sind jedoch nur ein Kritikpunkt an Denuvo. Da der Kopierschutz DRM-Server benötigt, ist die Funktionsfähigkeit der Spiele an den Betrieb dieser Server gebunden. Werden sie abgeschaltet, startet das Spiel nicht mehr. Ein solches Schicksal ist keine abstrakte Bedrohung; das vergleichsweise junge Metal Gear Rising Revegance läuft dank eines solches Kopierschutz-Systems nicht länger auf dem Mac.