Intel-Gen11-Grafik: Als 900er-Serie in fünf Varianten für mehr Leistung

Volker Rißka 42 Kommentare
Intel-Gen11-Grafik: Als 900er-Serie in fünf Varianten für mehr Leistung
Bild: Intel

Die Gen11-Grafik von Intel wird als UHD 900/Iris Plus 900 starten. Zusätzliche Architektur-Details zeigen, woher die Leistung kommen soll, unter anderem über einen neuen Unganged-Speichermodus. Doch erste Benchmarks zeigen, dass nicht alles in mehr FPS umgesetzt werden wird.

Intel betont in einem Whitepaper (PDF) die Vorzüge der neuen Gen11-Grafik gegenüber der Gen9. Diese fallen sehr groß aus, Gen9 ist aber auch schon vier Jahre alt. Ursprünglich war noch der Zwischenschritt Gen10 geplant, doch von Cannon Lake würde Intel heute am liebsten gar nicht mehr reden.

Gen11 beseitigt Flaschenhälse

Die neue Gen11 ist eine Evolution der Gen9, keine Revolution – dies bleibt Intel Xe vorbehalten. Das interne System von Slices gepaart mit Sub-Slices wird deshalb beibehalten, jedoch erweitert. Bestand bisher die GT2-Grafiklösung in der Gen9 aus einem Slice mit 3 Sub-Slices, wird dies in Zukunft auf 1 Slice mit 8 Sub-Slices geändert. Viele Vergrößerungen resultieren hieraus, statt drei Mal sind sie nun acht Mal vorhanden respektive nutzen diesen als zugrundeliegenden Multiplikator.

Echte Anpassungen gibt es bei internen Zwischenspeichern, die nun pro Sub-Slice exklusiv zur Verfügung stehen, sowie dem nur für die gesamte Grafikeinheit verfügbaren L3-Cache, der deutlich aufgebohrt wurde. Unterm Strich sollen nun weniger Flaschenhälse anliegen als bisher. Auch bei der Ice-Lake-Architektur hängt die Grafik wie schon bei Sandy Bridge am Ring-Bus, dort besteht die Verbindung zu den Kernen, zum Speichercontroller und zum großen L3-Cache der gesamten CPU, den auch die Grafik mitnutzen kann.

Wie TechpowerUp ausführt, deutet die Beschreibung „4x32-bit LPDDR4/DDR4“ auf ein geändertes Speicherinterface hin. Bisher heißt es „2x64-bit LPDDR3/DDR4“ in allen Skylake-Derivaten, was die Einführung des von AMD bereits seit einer Dekade bekannten Unganged-Modus bedeuten könnte. Dieser hat sich bei AMD stets als ein wenig schneller herausgestellt. Da die parallelisierten Programme und Kerne in CPUs seitdem noch gewachsen sind, könnte nun auch Intel diesen Vorteil nutzen wollen.

Auf 600 folgt 900

Zeigen wird Intel den großen Sprung nach vorn auch in der Nomenklatur. Laut aktuellen Treibereinträgen wird aus der aktuellen 600er Serie in Zukunft Iris Plus Graphics 950, Iris Plus Graphics 940, Iris Plus Graphics 930 sowie UHD Graphics 920 und UHD Graphics 910. Iris Plus 650 heißt heutzutage GT3-Grafik mit 64 MByte eDRAM. Ob dies auch in Zukunft so fortgesetzt wird, dazu fehlen noch Details. GT3 heißt bisher aber auch die Verdoppelung von GT2 von 24 auf 48 EUs, bei einer Gen11-GT3 wären das 128 EUs und somit ein deutlich größerer Die. Nach bisherigem Stand ist bei Ice Lake nur GT2 angesetzt, neben 64 EUs deutet vieles auf Abstufungen auf 48 und auch 32 EUs hin. Taktraten und die TDP-Einstufung dürften des weiteren für Unterschiede in der Leistung sorgen. Die Iris Plus 950 wäre demnach der 64-EU-Vollausbau für Notebooks der U-Serie in der 25-Watt-Klasse, bei 15 Watt (U-Serie) und weniger (Y-Serie) wird daraus dann Iris 940 respektive 930. UHD 920 steht demnach nur noch für 32 EUs, der Zuwachs von der aktuellen UHD 620 würde dort nur noch bei 33 Prozent liegen.

Ice Lake Grafik
Ice Lake Grafik

Wie groß der Leistungszuwachs ausfallen wird, ist bisher nur oberflächlich erkennbar. 24 statt 64 EUs, die GT2-Standardversion der Gen11 hat damit 267 Prozent der Shader des Vorgängers. Erste Tests zeigen aber keinen vergleichbaren Leistungsgewinn. Immerhin liegt die neue Grafiklösung aber bei rund der doppelten Anzahl an Bildern pro Sekunde als eine HD 620, die Leistung nun entspricht in etwa einer Nvidia GeForce MX 130.