Im Test vor 15 Jahren: Zwei ungewöhnliche Kühler mit zentralem Lüfter

Robert McHardy 128 Kommentare
Im Test vor 15 Jahren: Zwei ungewöhnliche Kühler mit zentralem Lüfter

tl;dr: Mit dem Gigabyte PCU 21-VG und dem Zalman CNPS 7000 Cu (Test) waren vor 15 Jahren zwei Kühler für den Pentium 4 mit zentralem Lüfter im Test. Am Ende konnten beide Modelle mit ausgezeichneter Kühlleistung überzeugen. Der Zalman-Kühler bot aber mehr für weniger Geld.

Der Lüfter saß im Inneren des Kühlers

Beiden Kühlern gemein war die mittige Position des Lüfters im Inneren. Der Gigabyte PCU 21-VG setzte dabei allerdings auf einen 50 mm großen Radiallüfter, der für einen Luftstrom durch die rundherum platzierten Aluminium-Finnen sorgte. Diese waren wiederum über vier Heatpipes mit der massiven Kupfer-Bodenplatte des Kühlers verbunden. Auf der Oberseite des Kühlers fanden zudem vier blaue LEDs Platz. Mit den beigelegten Befestigungsklammern konnte der Kühler auf Sockel 462, 478 und 754/940 montiert werden.

Das galt auch für den Zalman CNPS 7000 Cu, der allerdings auf allen Sockeln verschraubt und nicht per Klammer befestigt wurde. Das machte es – mit Ausnahme des Sockel 478 – nötig, das Mainboard für die Montage auszubauen. Der Unterschied zum Zalman CNPS 7000 Al-Cu bestand darin, dass alle 67 Bleche statt nur 19 aus Kupfer gefertigt wurden. Daraus folgte auch, dass die Bodenplatte, die aus den platt gepressten Blechen bestand, aus massivem Kupfer gefertigt wurde. Ein 92 mm großer Axiallüfter presste die Luft durch die Kühlfinnen.

Das Gewicht des Zalman-Kühlers lag aufgrund des Materials deutlich höher als das des Gigabyte-Modells. Mit 770 zu 438 Gramm fiel der Unterschied zwar deutlich aus, die Befestigungsmechanismen und Mainboards waren dem aber noch ohne Probleme gewachsen. Im Vergleich zu manch modernem Kühler wie dem Noctua NH-D15 (Test) mit einem Gewicht von 1.000 Gramm wirken die beiden Kühler aus heutiger Sicht sogar leicht.

Der kleinere Lüfter des Gigabyte PCU 21-VG machte sich nicht nur in Form hoher Drehzahlen, sondern auch bei der Lautstärke bemerkbar. Im Vergleich zu dem Zalman CNPS 7000 Cu lag die Lautstärke bei Maximaldrehzahl um 7,3 db(A) höher. Bei Minimaldrehzahl war der Gigabyte-Kühler immerhin noch 6,5 db(A) lauter.

Trotz des kleinen und quirligen Lüfters konnte der PCU 21-VG bei der Kühlleistung ebenso wie der CNPS 7000 Cu überzeugen. Bei 130 Watt abzuführender Wärme, so viel wie typischerweise stark übertaktete Pentium 4 abgaben, konnte der Gigabyte-Kühler eine Temperatur von 69 °C halten, während der CNPS 7000 Cu auf 72 °C kam. Das etwas günstigere und zum Teil aus Aluminium gefertigte Modell CNPS 7000 Cu-Al erreichte noch 74 °C. Bei niedrigeren Verlustleistungen schrumpfte der Vorsprung des Gigabyte-Kühlers zusammen.

Kühlleistung
Angaben in °C
  • 130 Watt:
    • Gigabyte PCU 21
      69
    • Thermalright SLK 947 mit Radiallüfter
      69
    • Zalman CNPS 7000 Cu
      72
    • Zalman CNPS 7000 Al-Cu
      74
  • 90 Watt:
    • Gigabyte PCU 21
      55
    • Zalman CNPS 7000 Cu
      57
  • 60 Watt:
    • Gigabyte PCU 21
      44
    • Zalman CNPS 7000 Cu
      46
  • 35 Watt:
    • Zalman CNPS 7000 Cu
      36
    • Gigabyte PCU 21
      36

Beeindruckend war insbesondere, dass der PCU 21-VG trotz Aluminium-Finnen problemlos mit dem Thermalright SLK 947 U, der ebenfalls auf einen Radiallüfter, aber in Kombination mit Kupferlamellen, setzte, gleichziehen und den bereits sehr guten Zalman CNPS 7000 Cu(-Al) sogar übertreffen konnte. Gigabytes Erstlingswerk im Kühlermarkt war gelungen, aufgrund des höheren Preises von rund 49 Euro gegenüber den 40 respektive 35 Euro für den CNPS 7000 Cu(-Al) und der höheren Lautstärke fiel die Empfehlung der Redaktion am Ende des Tests dennoch auf den Zalman-Kühler.

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