2 Gbit/s: Swisscom startet das erste kommerzielle 5G-Netz Europas

Volker Rißka 129 Kommentare
2 Gbit/s: Swisscom startet das erste kommerzielle 5G-Netz Europas
Bild: Swisscom

Während in Deutschland noch für Lizenzen geboten wird, startet in der Schweiz bereits das 5G-Zeitalter. Swisscom hat dafür um 11 Uhr in Zürich den Startschuss gegeben, als große Partner sind Qualcomm, Samsung und vor allem Ericsson mit dabei, der die Infrastruktur bereitstellt.

Auch in der Schweiz wird 5G aber zunächst nur an einigen Standorten verfügbar sein. Bis Ende 2019 plant Swisscom den punktuellen Ausbau in 60 Städten und Gemeinden landesweit, was 90 Prozent des Landes entsprechen soll. Ende 2018 waren erst Burgdorf, Luzern, Bern, Genf und Zürich dementsprechend ausgestattet. Sunrise als Nummer Zwei der Mobilfunkanbieter in der Schweiz hatte kürzlich einen Prestigeerfolg erzielt, als erster 5G anbieten zu können, wenn auch nur für 100 Testkunden. Sie werben bisher offensiv mit dem am weitesten ausgebauten 5G-Netz des Landes. Swisscom hatte bei der Versteigerung der 5G-Mobilfunkfrequenzen in der Schweiz die meisten Frequenzen erhalten, das Blatt dürfte sich demnach bald wenden.

10 CHF Aufpreis für 2 Gbit/s

Für Kunden sollen die (Mehr-)Kosten von 5G in den ersten Tarifen moderat ausfallen. Für zehn Schweizer Franken Aufpreis zum Grundpreis von 60 CHF oder mehr im Tarif inOne mobile go, der in der Grundversion 100 Mbit/s bietet, wird die Geschwindigkeit auf 1 Gbit/s angehoben, ab Sommer sollen es sogar maximal 2 Gbit/s sein, erklärte Swisscom in einem Webcast am Morgen. Dies stellte das Unternehmen mit einem Speedtest von 1,86 Gbit/s auf der Bühne zur Schau.

Erste Tarife von Swisscom
Erste Tarife von Swisscom (Bild: Swisscom)

Als erste 5G-Endgeräte werden Smartphones von LG in Form des V50 ThinQ und Oppo mit dem Reno 5G genannt, die auf Qualcomms X50-Modem setzen. Auch Samsung ist mit dem Galaxy S10 5G vertreten, ab Juli 2019 soll dies in der Schweiz verfügbar sein. Auch das faltbare Huawei Mate X wird bei Swisscom ab dem dritten Quartal mit 5G-Unterstützung angeboten. Ende 2017 hatte Swisscom erklärt, die zugrundeliegende Technik für die Infrastruktur von 5G stamme ausschließlich von Ericsson, diese Zusammenarbeit bekräftige das Unternehmen heute.

In Deutschland geht die Auktion weiter

In Deutschland ist die Auktion für die 5G-Frequenzen mittlerweile kurz vor der 5-Milliarden-Marke angekommen. Über 160 Bieterrunden sind bereits absolviert, ein Ende noch nicht in Sicht. Experten hatten vorab mit 3 bis 5 Milliarden Euro und einem schnellen Ende gerechnet, denn bei der letzten größeren Auktion im Jahr 2015 waren es etwa 5 Milliarden Euro. Diese Schwelle scheint entgegen der Vorhersagen nun aber doch überboten zu werden. Beendet wird die Auktion erst, wenn keine neuen Gebote mehr für einen Block eingehen.