Tesla Autopilot: Fahrer müssen Spurwechsel nicht mehr bestätigen

Nicolas La Rocco 81 Kommentare
Tesla Autopilot: Fahrer müssen Spurwechsel nicht mehr bestätigen
Bild: Tesla

Tesla überarbeitet das im letzten Jahr eingeführte „Navigate on Autopilot“, das Fahrer beim Auf-, Abfahren und Wechsel des Highways sowie beim Spurwechsel unterstützt. Bislang mussten Spurwechsel noch durch den Fahrer bestätigt werden, diese Voraussetzung fällt mit einem neuen Update weg – in Zukunft auch außerhalb der USA.

Navigate on Autopilot ist seit Oktober des letzten Jahres für alle aktuellen Tesla-Fahrzeuge verfügbar, nachdem laut Aussage des Unternehmens Millionen von Meilen mit dem Enhanced Autopilot der Software Version 9.0 gesammelt wurden, um das Feature zu validieren und der breiten Masse an Kunden zur Verfügung zu stellen.

Unter Aufsicht des Fahrers kann Navigate on Autopilot dazu genutzt werden, um das Auffahren und Abfahren des Highways und den Wechsel zwischen zwei Highways zu unterstützen. Um das Feature nutzen zu können, muss es im Navigationssystem während der Routenauswahl aktiviert werden. Die Option steht ohnehin nur dann zur Auswahl, wenn die Route einer für Navigate on Autopilot freigegebenen Strecke folgt.

Bislang nur mit manueller Bestätigung

Sobald Navigate on Autopilot genutzt wird, markiert eine blaue Linie den optimalen Fahrweg mit der zugehörigen Spur. Hier unterscheidet das System zwischen Varianten des Spurwechsels: solchen, die nur dem Einhalten der geplanten Route dienen, und solchen, die sich an der im Tempomat gesetzten Geschwindigkeit orientieren, indem in Fahrspuren gewechselt wird, die voraussichtlich das Fahren mit der gesetzten Geschwindigkeit ermöglichen. In vier Stufen lässt sich dabei einstellen, wie schnell nach Unterschreiten der im Tempomat gesetzten Geschwindigkeit das System einen Spurwechsel vornehmen soll.

Bislang musste jeder der mit Navigate on Autopilot unterstützten Spurwechsel noch durch den Fahrer bestätigt werden, indem der Blinkerhebel kurz zweimal nach unten betätigt wird. Diese Einschränkung fällt allerdings mit einem heute verteilten Update weg, das auch noch weitere Veränderungen an Navigate on Autopilot vornimmt.

Tesla Navigate on Autopilot mit Hinweis zum Spurwechsel
Tesla Navigate on Autopilot mit Hinweis zum Spurwechsel (Bild: Tesla)

In den Einstellungen des Autopiloten lässt sich nun festlegen, ob Navigate on Autopilot grundsätzlich für jede Fahrt mit gesetztem Navigationsziel genutzt werden soll, nachdem das Feature bisher einzeln für jede Fahrt aktiviert werden musste. Im selben Menü können Fahrer nun auch festlegen, ob Spurwechsel über den Blinkerhebel bestätigt werden müssen oder nicht. Zusätzlich steht eine Option zur Auswahl, über bevorstehende Spurwechsel benachrichtigt zu werden, etwa über einen Hinweiston zusätzlich zum standardmäßig aktivierten Hinweis auf dem Display. Fahrzeuge, die nach August 2017 produziert wurden, können zudem das Lenkrad vibrieren lassen.

Autos werden durch Update nicht autonom

Tesla weist darauf hin, dass die Autos nach dem Update keineswegs autonom fahren werden, sondern dass Fahrer bei jedem Manöver das Umfeld überprüfen und gegebenenfalls den automatischen Spurwechsel abbrechen müssen. Dies lässt sich über den Blinkerhebel oder das Touch-Display vornehmen. Spurwechsel werden zudem nur dann durchgeführt, wenn die Hände des Fahrers am Lenkrad erkannt wurden.

Das erweiterte Navigate on Autopilot steht Tesla-Kunden mit Enhanced Autopilot oder „Full Self-Driving Capability“ ab sofort per OTA-Update zur Auswahl. Noch liefert Tesla das Update lediglich an US-Kunden aus, in Zukunft sollen aber auch andere Märkte die neue Software erhalten, sofern die dafür benötigte Validierung und länderspezifische Zulassungen erfolgt sind.