Dead Cells: Portierung für Smartphones gibt Einblick in UI-Design

Max Doll 7 Kommentare
Dead Cells: Portierung für Smartphones gibt Einblick in UI-Design
Bild: Motion Twin

Das Rogue-like Metroidvania Dead Cells wird für Smartphones mit iOS und Android portiert. Die neue Umgebung macht einige Anpassungen erforderlich. Dabei geben die Entwickler einen Einblick in die Überlegungen und Abwägungen, die erforderlich werden, wenn ein Spiel von einer Plattform auf die nächste springen muss.

Dead Cells wird „bald“ für iOS und anschließend mit zeitlicher Verzögerung auch für Android-Produkte erscheinen. Über den Erscheinungstermin informiert auf Wunsch ein Newsletter auf der Homepage von Playdigious, die mit der Portierung beauftragt wurden. Das von Spielern und Presse in höchsten Tönen gelobte Spiel soll für rund zehn Euro angeboten werden und als Premium-App auf Werbeeinblendungen und Mikrotransaktionen, die Kennzeichen von Free-to-Play-Spielen, verzichten.

Switch ~= High-End-Smartphones

Rein von der technischen Seite sei der Port zwar nicht einfach, aber ohne exorbitante Hürden möglich gewesen, es gebe lediglich zu bedenken, dass die Vielzahl unterschiedlicher Smartphones mit unterschiedlichen Software-Versionen und unterschiedlicher Hardware zusätzliche Einschränkungen auferlege. Generell gelte jedoch, dass „High-End-Mobile-Geräte hinsichtlich ihrer technischen Leistung gegenwärtig sehr nah an der Nintendo Switch sind“. Damit gilt: Was auf der Konsole funktioniert, ist prinzipiell auf einem Smartphone lauffähig.

Im Falle von Dead Cells lag die Herausforderung darin, die Steuerung so umzubauen, dass das Spiel auf mobilen Begleitern noch Spaß macht. Die reine Bewegungssteuerung ließ sich über ein Floating Pad schnell realisieren, die Buttons für Jump und Doge waren hingegen schwieriger so einzubinden, dass sie sich vernünftig bedienen ließen. Um die Anzahl der nötigen Schaltflächen zu reduzieren, wurde die Funktionalität des Interagieren-Knopfes ausgedehnt.

An anderer Stelle funktionierte dieser Ansatz nicht: Das Menü ließ sich zunächst über das Berühren der HP-Leiste aufrufen. Für die aus anderen Spielen mit der Mechanik vertrauten Entwickler erschien dies logisch, für erste Tester nicht – weshalb zurückgebaut werden musste und von Schwierigkeiten des Interface-Designs, aber auch vom Tunnelblick der Spezialisten zeugt. Am Ende stand zudem das Problem, eine Menge Elemente auf kleinem Raum unterbringen zu müssen. Lösen ließ sich diese Herausforderung durch die Umgestaltung des Interfaces, um im unteren Bereich des Bildschirms Freiräume für die On-Screen-Bedienelemente zu schaffen.

Anpassbar statt perfekt

Am Ende der Mühen stand allerdings ein eher ernüchterndes Urteil. Den Entwicklern gelang es nicht, die perfekte Lösung alleine für jeden Mitarbeiter von Playdigious und damit erst recht nicht für jeden potentiellen Spieler zu finden. Deshalb besitzt Dead Cells nun die Option, Position und Größe der Interface-Elemente zu ändern. Optional kann zudem per Swipe statt per Tastendruck ausgewichen werden – eine Lösung, an der sich beim Testen die Geister geschieden haben und die deshalb zunächst verworfen wurde.

Als Option wurde darüber hinaus ein neuer Spielmodus eingeführt, der die Spielerfahrung ungeachtet der Mobile-Steuerung als Ganzes konservieren soll. Im sogenannten Auto-Hit-Modus werden Nahkampf-Angriffe automatisch ausgeführt, wenn Gegner sich in Reichweite befinden. Was trivial klingt, hat sich laut Entwicklern bewährt und steht deshalb ebenfalls zur Auswahl. Durch die teilweise Automatisierung können sich Spieler auf die Position ihrer Spielfigur, das Ausweichen und den Fernkampf konzentrieren. Alternativ besteht auf dem Smartphone die Möglichkeit, einen von Apple unterstützten Controller für die Steuerung heranzuziehen und dann wie auf dem PC oder der Konsole zu spielen.