Apple macOS 10.15 Catalina: Das iPad wird zum Grafiktablet und iTunes aufgeteilt

Frank Hüber 27 Kommentare
Apple macOS 10.15 Catalina: Das iPad wird zum Grafiktablet und iTunes aufgeteilt
Bild: Apple

Mit macOS Catalina hat Apple zur WWDC neben iOS 13, iPadOS, watchOS 6 und tvOS 13 auch einen Einblick in die Entwicklung und Neuerungen der nächsten Betriebssystemversion gegeben. Mit macOS 10.15 Catalina wird iTunes wie erwartet eingestellt, stattdessen bringt Apple die Apps Music, Podcasts und TV auf den Mac.

Zum Synchronisieren und Erstellen eines Backups eines iPhones dient unter macOS künftig der Finder, Apple hat die Funktion also kurzerhand in das Betriebssystem integriert. Sobald Nutzer das iPhone mit dem Mac verbinden, erscheint es in der Seitenleiste im Finder und kann hierüber auch aktualisiert und wiederhergestellt werden. Für Windows-Nutzer bedeutet das Aus von iTunes unter macOS nach bisherigem Wissen nicht unmittelbar das Ende des lokalen Synchronisierens, denn Apple scheint iTunes für Windows vorerst in der bekannten Form weiterhin anbieten zu wollen. Wann, ob und wie auch unter Windows das Aus für iTunes erfolgt, ist noch nicht kommuniziert worden.

Inhalte nun in Music-, Podcasts- und TV-App aufgeteilt

Um unter macOS 10.15 Catalina auf die gekaufte Musik zugreifen zu können, muss statt iTunes künftig die Music-App von Apple genutzt werden, über die auch weiterhin Musik erworben und heruntergeladen werden kann. Podcasts erhalten eine eigene Podcasts-App, die insbesondere bei der Suche dem iTunes-Pendant überlegen sein soll. Denn Maschinelles Lernen soll dafür eingesetzt werden, auch die Inhalte eines Podcasts selbst durchsuchen zu können, so dass gesprochener Text im Podcast bei der Suche für bessere Ergebnisse berücksichtigt wird. Die Filme und Serien aus iTunes wandern hingegen in die neue TV-App. Sie unterstützt auf neuen Macs auch 4K-Inhalte, HDR10, Dolby Vision und Dolby Atmos. Über die TV-App können Filme und Serien nicht nur erworben und heruntergeladen, sondern auch geliehen werden. Auch das Streamingangebot Apple TV+ wird über die App zugänglich sein.

Apple macOS 10.15 Catalina: Music
Apple macOS 10.15 Catalina: Music (Bild: Apple)
Apple macOS 10.15 Catalina: Podcasts
Apple macOS 10.15 Catalina: Podcasts (Bild: Apple)
Apple macOS 10.15 Catalina: iCloud
Apple macOS 10.15 Catalina: iCloud (Bild: Apple)

Das iPad als zweiter Bildschirm

Über die Sidecar genannte Funktion kann mit macOS 10.15 Catalina ein iPad als zweiter Bildschirm und Grafiktablet dienen und den Arbeitsbereich des Nutzers erweitern. Auf dem iPad kann dabei auch der Apple Pencil zur Eingabe genutzt werden, sofern von der App unterstützt. Die Verbindung zwischen dem Mac und dem iPad erfolgt drahtlos.

Apple macOS 10.15 Catalina: Sidecar
Apple macOS 10.15 Catalina: Sidecar (Bild: Apple)

Den ganzen Mac per Sprache steuern

Während der Keynote hat Apple zudem gezeigt, wie sich der Mac mit macOS 10.15 Catalina per Sprache steuern lässt, so dass er auch von Personen, die keine Eingabegeräte nutzen können, bedient werden kann. Die integrierte Siri-Spracherkennungstechnologie ist nicht nur für die Eingabe von Texten und das Erkennen von Befehlen zuständig, sondern erkennt auch den Nutzer, um nur diesem sensible Informationen anzuzeigen. Über Beschriftungen und Raster in den Apps kann einfacher per Sprache mit den Inhalten interagiert werden. Wie in iOS 13 und iPadOS können per Sprache dabei auch Gesten wie Tippen, Wischen und Scrollen ausgeführt werden, um innerhalb von Apps zu navigieren.

Mehr Abfragen für mehr Sicherheit

Zudem verspricht Apple mit macOS Catalina mehr Sicherheit für die eigenen Daten. Während Gatekeeper alle Apps auf bekannte Sicherheitslücken prüft, müssen Apps vor dem Zugriff auf Benutzerdokumente eine Erlaubnis einholen. Besitzer einer Apple Watch können die zunehmenden Sicherheitsabfragen am Mac künftig durch einen Druck auf die Seitentaste bestätigen. Mac, die über einen T2-Chip verfügen, können künftig zudem auch dann über „Find my Mac“ gefunden werden, wenn sie offline sind, da über Bluetooth und in Reichweite liegende iOS-Geräte eine Ortung stattfinden soll.

Bildschirmzeit für den Mac

Auch die bereits von iOS bekannte „Bildschirmzeit“ kommt auf den Mac und erlaubt über iCloud das verschlüsselte Synchronisieren, um die gesamte Nutzung auf allen Apple-Geräten zu erfassen. Über die Bildschirmzeit kann nachvollzogen werden, mit welchen Apps und Websites wie viel Zeit verbracht wird, und gegebenenfalls eingeschränkt werden, wie viel Zeit mit einer App oder einem Spiel verbracht werden darf.

Änderungen an bekannten Apps

Auch an bekannten eigenen Apps hat Apple Veränderungen vorgenommen. Fotos bietet beispielsweise neue Darstellungsfunktionen, die die besten Bilder des Benutzers besser präsentieren sollen. Safari hat eine aktualisierte Startseite, die Siri-Vorschläge nutzt, um oft besuchte Websites, Lesezeichen, iCloud-Tabs, ausgewählte Leselisten und in Nachrichten gesendete Links hervorzuheben. Mail in macOS Catalina erlaubt jetzt das Blockieren von E-Mails von festgelegten Absendern, das Stummschalten von besonders aktiven Threads und das Abmelden von kommerziellen Mailinglisten. Notizen bekommt eine neue Galerieansicht, eine bessere Suche und zusätzliche Optionen zur Zusammenarbeit. Darüber hinaus wurde die Benutzungsoberfläche von Erinnerungen neu gestaltet. Über neue APIs und Tools für Entwickler möchte Apple es diesen einfacher machen, iPad-Apps auf den Mac zu bringen.

Für Entwickler ab sofort, für alle im Herbst

Die Vorschau von macOS 10.15 Catalina steht Entwicklern im Apple Developer Program ab sofort zur Verfügung. Eine öffentliche Beta startet im nächsten Monat. Die finale Version soll im Herbst dieses Jahres erscheinen und ist kostenlos. Unterstützt werden alle Mac ab Mitte 2012. Eine Liste auf der Website von Apple führt alle Änderungen und Neuerungen von macOS 10.15 Catalina auf.