RTX 2060 Super & 2070 Super im Test: Benchmarks in Full HD, WQHD und Ultra HD

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Wolfgang Andermahr 899 Kommentare

Im Forum von ComputerBase kommt immer wieder die Frage auf, wie ComputerBase überhaupt Grafikkarten testet. Da dies ein ziemlich umfangreiches Unterfangen mit diversen Benchmarks, Messungen, Tools und Methoden ist, ist die Frage nicht nur kompliziert zu beantworten, sondern fällt auch ziemlich umfangreich aus.

So testet ComputerBase Grafikkarten

Um dem Thema ausreichend Raum zu geben, hat die Redaktion einen separaten Artikel erstellt. Dieser widmet sich ausschließlich der Frage, wie genau ComputerBase Grafikkarten testet.

Der Artikel geht unter anderem ausführlich auf das genutzte Testsystem ein. Das betrifft sowohl das Gehäuse mitsamt der Lüfterbestückung – was entscheidend für Lautstärke und Temperatur ist – als auch die verbaute Hardware und wie diese konfiguriert ist. Es wird ebenfalls darauf eingegangen, welche Grafikkarten genau mit welchem Takt betrieben werden. Darüber hinaus wird genauer erläutert, wie sämtliche Messreihen, zum Beispiel für die Leistungsaufnahme, durchgeführt werden.

GeForce RTX 2060 Super und GeForce RTX 2070 Super
GeForce RTX 2060 Super und GeForce RTX 2070 Super

Videos und Savegames zum Nachtesten

Der wichtigste Aspekt bei fast allen Grafikkarten-Tests sind die Spiele-Benchmarks. Der Methodik-Artikel beschäftigt sich mit den Spielen selbst, geht auf die möglichen Besonderheiten wie zum Beispiel DirectX 12 sowie Vulkan ein und beschreibt die genutzten Grafik-Details. Denn nicht in jeder Auflösung testet die Redaktion mit der bestmöglichen Optik.

Darüber hinaus gibt es zu jedem Spiel die Testszene in einem Video zu sehen und – falls möglich – wird ein Savegame bereit gestellt, sodass jeder Leser die Sequenz nachstellen und nachvollziehen kann. Abschließend klärt der Artikel, welche Tools ComputerBase für die Benchmarks einsetzt, und auch, wie die Ergebnisse in Form von Bilder pro Sekunde (FPS) und Frametimes dargestellt werden.

Die tatsächlichen Taktraten unter Last

An den Turbo-Mechanismen hat Nvidia mit „Super“ keinerlei Änderungen vorgenommen. Das bedeutet, dass die Grafikkarten bei Volllast einen vordefinierten Takt halten können, solange gewisse Limits bei Temperatur und Leistungsaufnahme nicht überschritten werden. Bei der GeForce RTX 2060 Super Founders Edition liegen die Grenzwerte bei 83 Grad Celsius sowie 175 Watt, bei der GeForce RTX 2070 Super Founders Edition sind es 83 Grad und 215 Watt. Der höchstmögliche Takt bei Volllast beträgt 1.860 MHz (RTX 2060 Super FE) respektive 1.890 MHz (RTX 2070 Super FE). Bei geringer Last und niedrigen Temperaturen können die Frequenzen noch etwas höher ausfallen.

Möchte man die Limitierungen so lange wie möglich hinauszögern, ist es auf beiden Grafikkarten möglich, manuell in externen Tools wie den MSI Afterburner Änderungen vorzunehmen. Beide Grafikkarten lassen ein maximal mögliches Temperature Limit von 88 Grad Celsius zu. Das Power Limit kann auf der GeForce RTX 2060 Super FE um 22 Prozent auf 215 Watt angehoben werden, auf der GeForce RTX 2070 Super FE um 20 Prozent auf 260 Watt.

Die tatsächlichen Taktraten im Phanteks Enthoo Evolv X
Spiel (2.560 × 1.440) GeForce RTX 2060 Super FE GeForce RTX 2070 Super FE
Maximaler Takt in Spielen 1.860 MHz 1.890 MHz
Anno 1800 1.800-1.815 MHz [PT] 1.875-1.890 MHz [PT]
Anthem 1.815-1.830 MHz [PT] 1.890 MHz
Assassin's Creed Odyssey 1.845-1.860 MHz [PT] 1.890 MHz
Battlefield V 1.800-1.815 MHz [PT] 1.890 MHz
Call of Duty: Black Ops 4 1.830-1.845 MHz [PT] 1.890 MHz
Dirt Rally 2.0 1.845-1.860 MHz [PT] 1.890 MHz
F1 2019 1.815-1.830 MHz [PT] 1.890 MHz
Far Cry News Dawn 1.845-1.860 MHz [PT] 1.890 MHz
Hitman 2 1.800-1.830 MHz [PT] 1.890 MHz
Just Cause 4 1.845-1.860 MHz [PT] 1.890 MHz
Metro Exodus 1.785-1.815 MHz [PT] 1.860-1.875 MHz [PT]
Rage 2 1.800-1.845 MHz [PT] 1.890 MHz
Resident Evil 2 1.785-1.815 MHz [PT] 1.860-1.890 MHz [PT]
Shadow of the Tomb Raider 1.815-1.845 MHz [PT] 1.890 MHz
The Division 2 1.770-1.800 MHz [PT] 1.860-1.875 MHz [PT]
[P] = Power Target limitiert, [T] = Temperature Target limitiert

Beide Grafikkarten sind unterschiedlich konfiguriert. Nvidia hat die GeForce RTX 2060 Super FE so eingestellt, dass sie in Spielen durchweg in das Power Limit läuft. Die vollen 1.860 MHz liegen deshalb nur selten an. In den meisten Spielen arbeitet die Grafikkarte mit 1.800 MHz oder leicht darüber. Der niedrigsten Takt wird in The Division 2 mit 1.770 MHz bis 1.800 MHz erreicht. Wird das Power Limit maximiert, liegen durchweg 1.860 MHz an.

Die GeForce RTX 2070 Super Founders Edition hat dagegen deutlich mehr Freiraum beim Power Limit. Das hat zur Folge, dass die Grafikkarte als gut gekühlte Founders Edition in vielen Spielen mit den maximal möglichen 1.890 MHz läuft. In den 15 getesteten Titeln taktet die GeForce RTX 2070 Super FE nur vier Mal herunter und dann ist die Frequenz mit im ungünstigsten Fall 1.860 MHz bis 1.875 MHz in Resident Evil 2 sowie The Division 2 immer noch nahe am Maximum dran.

Benchmarks in 1.920 × 1.080

Die GeForce RTX 2060 Super FE liefert in 1.920 × 1.080 durchschnittlich 13 Prozent mehr Bilder in der Sekunde und elf Prozent bessere Frametimes als die GeForce RTX 2060 FE. Damit rückt die Grafikkarte der original GeForce RTX 2070 sehr nahe, sie bleibt nur um ein bis zwei Prozent schneller. Die Radeon RX Vega 64 lässt die GeForce RTX 2060 Super FE um sechs Prozent bei den FPS zurück, während es bei den Frametimes einen Gleichstand gibt.

Die GeForce RTX 2070 Super FE platziert sich in Full HD derweil um 15 Prozent bis 17 Prozent vor dem Vorgänger. Das ist ein ordentlicher Schritt, die GeForce RTX 2080 bleibt aber mit sieben respektive acht Prozent noch ein Stück schneller. Die Performance liegt auf dem Niveau einer GeForce GTX 1080 Ti, womit die Grafikkarte in der niedrigen Auflösung auch schneller als AMDs Flaggschiff Radeon VII ist.

Benchmarks in 2.560 × 1.440

In 2.560 × 1.440 gibt es kleinere Verschiebungen. So kann sich die GeForce RTX 2060 Super FE mit einem Plus von 15 Prozent bei den Bildern in der Sekunde und von 18 Prozent bei den Frametimes besser von der GeForce RTX 2060 FE absetzen. Hier kommt der zusätzliche Speicher mehr zum Tragen. Der Rückstand zur GeForce RTX 2070 bleibt mit zwei Prozent gering, aber weiterhin gegeben. Die neue Grafikkarte schlägt knapp die Radeon RX Vega 64.

Die GeForce RTX 2070 Super FE arbeitet in WQHD 16 Prozent bis 18 Prozent schneller als die GeForce RTX 2070. Die Grafikkarte liegt damit erneut gleich auf mit der GeForce GTX 1080 Ti, während die GeForce RTX 2080 acht Prozent schneller bleibt. Da die Radeon VII in höheren Auflösungen besser zurecht kommt als in Full HD, reduziert sich der Vorsprung der neuen Nvidia-Grafikkarte auf drei Prozent.

In den einzelnen Spielen zeigt sich, warum sich die GeForce RTX 2060 Super FE in 2.560 × 1.440 besser von der GeForce RTX 2060 FE absetzen kann als in 1.920 × 1.080. Der Grund ist in dem mit 8 GB um 2 GB größeren Speicher zu suchen. So ist die neue Grafikkarte in Call of Duty: Black Ops 4 sogar 27 Prozent schneller als der direkte Vorgänger, dessen 6-GB-Speicher in dem Spiel zu klein für die volle Performance ist. Dasselbe gilt für die Frametimes in Far Cry: New Dawn, wo die GeForce RTX 2060 Super FE um 43 Prozent vorne liegt. In Resident Evil 2 beträgt das Plus 27 Prozent, in Shadow of the Tomb Raider sind es 53 Prozent.

Benchmarks in 3.840 × 2.160

In 3.840 × 2.160 liefert die GeForce RTX 2070 Super FE 20 Prozent mehr FPS als die GeForce RTX 2070 FE und 19 Prozent bessere Frametimes. Im Duell gegen die GeForce GTX 1080 Ti bleibt es bei einem Gleichstand, die GeForce RTX 2080 ist um neun respektive zehn Prozent schneller. In Ultra HD liefert die Radeon VII dagegen minimal mehr FPS, bei den Frametimes gibt es einen Gleichstand. Die GeForce RTX 2060 Super hat die Redaktion in dieser Auflösung nicht mehr antreten lassen.

Apex Legends, Fortnite und Co. im Benchmark

In den großen Online-Multiplayer-Titeln ist die GeForce RTX 2060 Super FE je nach Auflösung zwischen zehn und vierzehn Prozent schneller als die GeForce RTX 2060 FE. Damit muss sich die Grafikkarte knapp der Radeon RX Vega 64 geschlagen geben, während die GeForce GTX 1080 leicht geschlagen wird. Der Abstand zur GeForce RTX 2070 beträgt zwei Prozent bis vier Prozent.

Die GeForce RTX 2070 Super FE ist derweil zwölf Prozent bis sechzehn Prozent schneller als die GeForce RTX 2070 FE. In den entsprechenden Spielen liegt die Grafikkarte damit durchweg vor der Radeon VII, während die GeForce GTX 1080 Ti gleich schnell bis minimal schneller ist.

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