Im Test vor 15 Jahren: Mini-Multimedia-Rechner mit Intel Pentium 4

Robert McHardy 44 Kommentare
Im Test vor 15 Jahren: Mini-Multimedia-Rechner mit Intel Pentium 4

tl;dr: Multimedia-Rechner für das Wohnzimmer waren bereits vor 15 Jahren beliebt. Im Juli 2004 traten mit Asus T2-R und MSI Mega 865 (Test) zwei Modelle mit Pentium-4-Prozessor gegeneinander an. Während Asus auch Gelegenheitsspieler ansprach, war der Mega 865 durch die schwache Grafikeinheit nur für Multimedia geeignet.

HTPCs fürs Wohnzimmer mit Display

Beiden Rechnern war gemein, dass sie durch ihre vergleichsweise geringen Abmessungen hervorragend für Multimedia-Anwendungen im Wohnzimmer verwendet werden konnten. Der MSI Mega 865 war dabei als Würfel mit Maßen von 202 × 151 × 330 mm ausgeführt und wirkte deutlich kompakter als der T2-R, der auf 190 × 310 × 300 mm kam und eher einem geschrumpften Tower-PC glich.

Auf der Vorderseite des Mega 865 befand sich ein 12 × 4 cm großes LC-Display, das neben der Uhrzeit den gewählten Radiosender des integrierten Empfängers, die CD-Abspielzeit oder Equalizer-Einstellungen anzeigte. Daneben fand sich ein Kartenleser, der neben herkömmlichen SD-Karten auch mit CompactFlash und Memory-Sticks sowie SM- und MMC-Speicherkarten umgehen konnte. In puncto Anschlüssen standen an der Front des Mega 865 zweimal USB 2.0, ein S/PDIF-Eingang sowie zweimal FireWire bereit. Der optisch markante Lautstärkeregler auf der Vorderseite des Rechners war im normalen Betrieb nutzlos – der Mega 865 verfügte allerdings über einen Hi-Fi-Modus, in dem sich nicht nur die Lautstärke über diesen Regler steuern ließ, sondern die verbaute PC-Hardware selbst überhaupt nicht genutzt wurde. Im Zusammenspiel mit diesem Modus ermöglichte die beigelegte Fernbedienung die Nutzung des Mega 865 als (lautlose) Hi-Fi-Anlage.

Der etwa doppelt so hohe Asus T2-R bot dank der größeren Abmessungen auch mehr Platz für Laufwerke, als das MSI-Barebone. So befanden sich gleich zwei 5,25-Zoll-Laufwerkseinschübe in der Front des Gehäuses. Der darunter verbaute Kartenleser war in der Lage, CompactFlash- und Microdrive-Speicherkarten, Memory-Sticks, Secure-Digital- und Multimedia-Cards zu lesen. Bezüglich der restlichen Features fanden sich die Unterschiede zwischen den Barebones eher im Detail: Auch der Asus-Rechner besaß ein Display und eine integrierte Radiofunktion, zusätzlich verbaute der Hersteller allerdings ein Diskettenlaufwerk. Zudem war das Display des T2-R deutlich kleiner, wodurch das Ablesen von Informationen schwerer war. Und auch das Asus-Barebone erlaubte, CDs oder Radio zu hören, ohne das Betriebssystem aufzurufen – hierfür wurde allerdings die (lautstark gekühlte) PC-Hardware verwendet.

Damals noch mit ATi-Chipsatz für den Pentium 4

Die Hardware der Barebones basierte in beiden Fällen auf Intels Sockel 478 und dem Pentium 4 (entweder als Northwood- oder Prescott-CPU). Während der Mega 865 auf den Intel i865G als Chipsatz setzte, kam beim T2-R der RS300 und der IXP200 von ATi zum Einsatz. Die Unterstützung von maximal zwei GByte Arbeitsspeicher, der bis zu 800 MHz schnelle „Front Side Bus“ (FSB) und die Möglichkeit, alle Speichermodi von DDR200 bis zu DDR400 verwenden zu können, waren den Chipsätzen gemein. Unterschiede fanden sich hingegen bei der verbauten Grafikeinheit: Die Intel Extreme Graphics 2 des i865G war der ATi Radeon 9100 im T2-R deutlich unterlegen.

Ausstattung und Lieferumfang der Barebones
Features/Lieferumfang MSI Mega 865 Asus T2-R
Chipsatz Intel i865G ATi RS300/IXP200
Ausbaufähigkeit für Prozessoren Pentium 4 Northwood/Prescott CPUs, über 3,06 GHz Pentium 4 Northwood-/Prescott-CPUs, max. 3,4 GHz
Front Side Bus
400 MHz Ja
533 MHz Ja
800 MHz Ja
Speichertakt/-typ
100 MHz/DDR200 Ja
133 MHz/DDR266 Ja
166 MHz/DDR333 Ja
200 MHz/DDR400 Ja
Dual-Channel-Modus verfügbar
maximaler RAM-Ausbau 2 GByte (2 Slots)
Onboard-Grafik Intel Extreme Graphics 2 ATI Radeon 9100
Onboard-Sound AC97-Soundchip, 5.1-Kanäle
interne Steckplätze 1 × PCI, 1 × AGP (8x) 1 × PCI, 1 × AGP (8x)
WLAN Ja, 802.11b Ja, in der Deluxe-Version, 802.11b
verfügbare Anschlüsse
Vorderseite Mic-in/Kopfhörer
2 × USB 2.0
2 × IEEE 1394 (4-pin + 6-pin)
SPDIF-Eingang (Optisch)
Mic-in/Kopfhörer
2 × USB 2.0
SPDIF-Ausgang
Rückseite 1 × VGA
1 × Parallel
1 × Seriell
2 × PS2
10/100 Mbps LAN
2 × USB 2.0
SPDIF-Ausgang (optisch)
Speaker-Ausgang/Line-in/Mic-In
Modem
1 × VGA
1 × Parallel
2 × PS2
2 × USB 2.0
Game-/MIDI-Port
10/100 Mbps LAN
Line-In/Line-out/Speaker-Ausgang
Laufwerkseinschübe 1 × 5,25"
2 × 3,5"
2 × 5,25"
2 × 3,5"
Maße des Barebones (B × H × T) 202 × 151 × 330 mm 190 × 310 × 300 mm
Lieferumfang Barebone
Fernbedienung
CPU-Kühler
Radioantenne
Schrauben
Barebone
CPU-Kühler
Radioantenne
Schrauben
Besonderheiten Hi-Fi-Modus ohne installierte Hardware lauffähig – lüfterloser Betrieb im Hi-Fi-Modus ungewöhnliche Größe – Platzangebot für zwei optische Laufwerke

Wer nicht nur an Multimedia, sondern auch an (grafisch einfachen) Spielen interessiert war, der war mit dem Asus T2-R grundsätzlich besser beraten. Die integrierte ATi Radeon 9100 war deutlich leistungsfähiger als die Intel-IGP des Mega 865. Sobald eine dedizierte Grafikkarte zum Einsatz kam – im Test in Form einer Nvidia GeForce FX 5900 – konnte sich das kompakte Barebone allerdings an die Spitze setzen.

Kritik gab es am Ende primär für den T2-R von Asus, der im Vergleich zu groß und laut war sowie in Sachen Features deutlich hinter dem Mega 865 hinterher hinkte. Bei diesem beliefen sich die Mängel im Wesentlichen auf die mäßige (integrierte) Soundkarte in Form des AC97, die für einen Multimedia-PC fehl am Platz war. Wer den Rechner mit einer besseren Soundkarte und gegebenenfalls einer schnelleren Grafikkarte ausstattete, hatte ein wahres Multimedia- und Spieletalent in einem kompakten und schicken Gehäuse.

In der Kategorie „Im Test vor 15 Jahren“ wirft die Redaktion seit Juli 2017 jeden Samstag einen Blick in das Test-Archiv. Die letzten 20 Artikel, die in dieser Reihe erschienen sind, führen wir nachfolgend auf:

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