Cooler Master MM710 im Test: Sensorik, Software und Verarbeitung

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Fabian Vecellio del Monego 88 Kommentare

Die MM170 verfügt über einen ARM-Prozessor und einen internen Speicher unspezifizierter Größe. Die Latenzen des Eingabegerätes betragen bei der ab Werk konfigurierten Abtastrate von 1.000 Hertz eine Millisekunde. Es werden zudem Polling-Raten von 500, 250 oder 125 Hertz unterstützt, die Latenzen steigen entsprechend reziprok proportional.

Sensorik von PixArt

Während die anvisierte Konkurrenz überwiegend auf PixArts PMW-3360 setzt, sieht sich Cooler Master mit dem der Nomenklatur nach überlegenen PMW-3389 besser aufgestellt. Auf dem Papier erscheint dieser Sachverhalt zunächst einleuchtend: Die neue Iteration der altgedienten High-End-Referenz bietet mit maximal 11,4 statt 6,3 m/s eine höhere messbare Geschwindigkeit, die auch die Reichweite von Logitechs Hero-Sensor übertrifft. Die gestiegene höchstmögliche Sensorauflösung von bis zu 16.000 Punkten pro Zoll kommt als mehr oder minder belanglose Dreingabe hinzu.

PixArt PMW-3360 PixArt PMW-3389 PixArt PMW-3391 Logitech Hero 16K
Sensorik Optisch
Auflösung 200–12.000 dpi 100–16.000 dpi 100–18.000 dpi 100–16.000 dpi
Geschwindigkeit 6,3 m/s 11,4 m/s 10,2 m/s
Beschleunigung 490 m/s² > 392 m/s²
Lift-off-Distance ~ 1,3 mm ~ 1,5 mm ~ 1 mm

Bei tatsächlicher Verwendung zeigen sich zwischen allen aufgeführten Sensoren jedoch keine im Rahmen menschlicher Wahrnehmung feststellbaren Unterschiede. Alle Modelle arbeiten präzise und verzichten im relevanten Auflösungsbereich auf Glättung oder sonstige Nachbearbeitung. Unterschiede bezüglich des Zielens in Spielen lassen sich demnach zwischen PixArt PMW-3389 und dessen direkter Verwandtschaft sowie zu Logitechs Pendant nicht ausmachen. Auch konkrete Software-Tests der MM710 bescheinigen dem PMW-3389 repetitiv exzellente Werte, wobei die Abtastrate ebenfalls stabil ausfällt.

Potentiell problematische Position des Sensors

Potentiell nachteilig ist nur die Positionierung des Sensors: Dieser befindet sich leicht nach hinten versetzt. Das ist von Vorteil, wenn die Maus tatsächlich im Palm-Grip gehalten wird, da er dann auf Grund der Kürze der MM710 recht exakt auf halbem Weg von Handgelenk zu Fingerkuppen liegt. Falls das Eingabegerät jedoch gemäß des eigentlich implizierten Fingertip-Grips ausschließlich im vorderen Bereich gehalten wird, liegt der Sensor rund ein bis zwei Zentimeter hinter dem Kontaktpunkt der Finger und dem Schwerpunkt der Maus. Das führt dazu, dass der Mauszeiger stehen bleibt oder gar nach rechts wandert, wenn die Spitze der MM710 mit bloßer Bewegung der Finger nach links gedreht wird.

Solche extrem konträren Regungen bleiben zwar in der Regel aus, doch fühlen sich die Bewegungen des Mauszeigers dennoch vor allem bei niedrigen Sensorauflösungen und damit einhergehenden weiten Drehbewegungen der Hand oftmals falsch an.

Spätestens ab einer anhaltenden Drehung von rund 60 Grad aus senkrechter Mausposition heraus erlahmt der Zeiger, bei Überschreiten der 90 Grad widerspricht die Zeigerbewegung dem durch die Fingerkuppen gezeichneten Halbkreis stark. Objektiv ist dieser Sachverhalt schwer zu beurteilen, da verschiedene Nutzer die Griffvarianten anders handhaben und die Maus unterschiedlich nutzen. Es empfiehlt sich folglich, die MM710 zunächst im Betrieb auszuprobieren.

Die Software macht als Betaversion einen guten Eindruck

Auch wenn Nutzer der MM710 zum Betrieb keine speziellen Treiber benötigen, kann es sich dennoch lohnen, zusätzliche Software zu installieren. Cooler Master wird ein eigenes Programm anbieten, um beispielsweise die Sensorauflösung oder Tastenbelegung der Maus nach eigenem Belieben zu konfigurieren. Noch ist die Software jedoch nicht verfügbar, sondern lässt laut Hersteller noch einige Tage auf sich warten. ComputerBase wurde daher eine Betaversion zur Verfügung gestellt.

Funktional und unkompliziert

Das MasterPlus genannte Programm bietet derweil alles, was hinsichtlich der gebotenen Hardware der MM710 zu erwarten ist: Die Sensorik lässt sich bezüglich Auflösung, Lift-off-Distance oder auch Angle-Snapping konfigurieren und auch bei den Tasten bietet Cooler Master einige Optionen, die über die bloße Zuweisung hinausgehen. Letztere ist abgesehen von der zum sequentiellen Auflösungswechsel vorgesehenen Taste uneingeschränkt möglich und auch eigene Makros lassen sich aufnehmen.

Vollständige Funktionalität ohne laufende Software

Anschließend lassen sich die getroffenen Einstellungen auf bis zu fünf Profilen speichern, wobei der interne Speicher der MM710 ausreichend Platz bietet. Eine dauerhaft laufende Software ist folglich nicht nötig, um die volle Funktionalität der Maus zu gewährleisten, und dementsprechend schließt sich das Programm beim Beenden vorbildlich, anstatt im Hintergrund aktiv zu bleiben. Profile lassen sich dann über eine zugewiesene Taste durchwechseln oder werden alternativ beim Start einer hinterlegten .exe-Datei aufgerufen.

Verarbeitung mit Stärken und Schwächen

Während das Chassis der MM710 trotz größerer Löcher stabiler als das der Model O ausfällt, punktet die Cooler-Master-Maus mit einer wasser- und staubabweisenden Beschichtung des Innenlebens. Laut Produktbeschreibung schütze diese bloß vor Spritzwasser, tatsächlich finden sich auf Reddit jedoch bereits mehrere Beiträge, die zeigen, dass die MM710 auch nach einer vollständigen Dusche unter dem Wasserhahn noch ordnungsgemäß funktioniert. Die Garantie deckt daraus potentiell hervorgehende Schäden allerdings nicht ab.

Zu kritisieren sind jedoch die Primärtasten und das Mausrad: Beide Komponenten sind arg lose montiert, sodass sie sich teils einige Millimeter in nicht vorgesehene Richtungen bewegen können und beim Schütteln der Maus deutlich klappern. Beim Mausrad geht das mit sehr viel Spielraum beim Drehen einher: Zwischen den Rasterungen lässt es sich lose hin- und herbewegen, ohne dabei ein Signal zu geben. Auf Rückfrage seitens ComputerBase bestätigte Cooler Master, dass die Beweglichkeit der genannten Komponenten normal sowie üblich und bei den meisten Mäusen vorzufinden sei. Das stimmt zwar oftmals, doch selten lassen sich Maustasten und Mausrad so leicht und deutlich wie bei der MM710 umherschieben.

Hinsichtlich der übrigen Verarbeitungsqualität leistet sich die MM710 indes keine Fehler – die Spaltmaße sind akkurat und die Materialien wirken hochwertig. Positiv hervorzuheben ist überdies ein im Lieferumfang enthaltenes zweites Paar Gleitfüße.

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