IFA 2019

Android One: Nokia 6.2 und Nokia 7.2 mit Triple-Kamera ausprobiert

Nicolas La Rocco 49 Kommentare
Android One: Nokia 6.2 und Nokia 7.2 mit Triple-Kamera ausprobiert

Zur IFA frischt Nokia die Mittelklasse um zwei neue Smartphones mit Android One auf. Beide vereint ein neues Design mit Tropfen-Notch und die Triple-Kamera auf der Rückseite. Das Nokia 6.2 ist das günstigere der beiden, denn nur das Nokia 7.2 kommt mit Optiken von Zeiss. Drei neue Feature Phones hat Nokia ebenfalls vorgestellt.

Nokia 6.2 und Nokia 7.2 sind insofern baugleiche Smartphone, als dass sie abgesehen von Kameras, System-on-a-Chip und Speicher über die gleiche Ausstattung verfügen. Das fängt beim Gehäuse an, dessen als Chassis fungierender Metallrahmen mit einem speziellen Polycarbonat überzogen wurde, das widerstandsfähiger als regulärer Kunststoff und dabei halb so schwer wie Aluminium sein soll. Beide Smartphones kommen mit 180 Gramm auf ein identisches Gewicht und sind auch gleich groß. Robust sollen zudem die aus Gorilla Glass 3 gefertigten Vorder- und Rückseiten beider Smartphones sein, wobei Nokia das 7.2 seidenmatt und das 6.2 in Hochglanz ausführt. Im Kurztest zur Vorstellung hinterließen beide Varianten einen hochwertigen Eindruck, wobei das seidenmatte Finish etwas besser gefiel, da es weniger Fingerabdrücke anzieht.

6,3 Zoll mit HDR10-Unterstützung

Die Gemeinsamkeiten setzen sich beim jeweils 6,3 Zoll großen Bildschirm mit Tropfen-Notch fort, den Nokia „PureDisplay“ getauft hat. Das Unternehmen verspricht trotz LCD-Technik eine Darstellungsqualität ähnlich vieler OLED-Bildschirme, wobei Full-HD-Plus mit 400 ppi, eine maximale Helligkeit von 500 cd/m² und HDR 10 geboten werden. Ein getrennt vom SoC arbeitender Bildprozessor soll SDR-Inhalte in Echtzeit in HDR-Material (HDR10) umwandeln können. Den Kontrast gibt Nokia mit 1.500:1 an.

Gleichstand herrscht bei technischen Daten wie der Nennladung des nicht entnehmbaren Akkus, die bei 3.500 mAh liegt und die laut Nokia für zwei Tage Laufzeit ausreichen soll. Hinsichtlich der Anschlüsse ist neben USB 2.0 Typ C in beiden Fällen eine 3,5-mm-Klinke integriert, auch die vergleichsweise günstige Speichererweiterung per microSD-Karte hat Nokia beibehalten.

Anderes SoC und Optiken von Zeiss

Den Preisunterschied von 100 Euro leitet Nokia in erster Linie über die Kameras, in zweiter auch über das SoC von Qualcomm ab (Snapdragon 636 vs. Snapdragon 660). Nur das Nokia 7.2 kommt mit Optiken von Zeiss und speziellen Bokeh-Filtern in der Kamera-App, die der Qualität hochwertiger Zeiss-Objektive digitaler Spiegelreflexkameras nahekommen sollen. Auch der Sensor der Hauptkamera ist beim Nokia 7.2 ein anderer und mit 1/2" größer als beim Nokia 6.2. Die 48 Megapixel lassen sich bei Bedarf auf 12 Megapixel reduzieren, das Pixel Binning von vier Bildpunkten zu einem soll die Bildqualität verbessern. Ein neuer Nachtmodus erkennt, ob das Smartphone in der Hand gehalten oder auf einem Stativ fixiert wurde. Mit KI-Unterstützung fügt das Smartphone dann bis zu 8 (Hand) oder bis zu 20 (Stativ) Aufnahmen zu einer mit mehr Details zusammen.

Eine Triple-Kamera für normale Aufnahmen, Fotos mit Bokeh-Effekt über die Tiefenkamera sowie Ultraweitwinkel-Bilder (118 Grad) haben jedoch beide Neuvorstellungen. Das Nokia 6.2 muss mit einem kleineren Sensor mit 16 Megapixeln auskommen, der Tiefensensor ist mit 5 Megapixeln sowie der Sensor des Ultraweitwinkels mit 8 Megapixeln identisch. Nur auf der Vorderseite ist das Nokia 7.2 mit 20 Megapixeln und Pixel-Binning-Option wieder besser ausgestattet. Aufgrund des Vorserienstatus' der installierten Software verzichtet ComputerBase auf eine Ersteinschätzung zu den Kameras. Die gewählte Hardware scheint aber potent zu sein.

Marktstart ab 199 Euro

Der Startschuss beider Smartphones soll nach der IFA Ende September fallen. Das Nokia 6.2 ist in „Ceramic Black“ und „Ice“ ab 199 Euro, das Nokia 7.2 in „Charcoal“, „Cyan Green“ und „Ice“ ab 299 Euro geplant. Nokia-typisch nehmen die Geräte am Android-One-Programm mit unverändertem Google-Betriebssystem teil, sodass zwei Jahre Android-Updates und drei Jahre Sicherheitspatches zugesichert werden.

Klapphandy und Rugged-Phone mit KaiOS

Drei neue Feature Phones hat Nokia zur IFA ebenfalls im Gepäck. Das Nokia 2720 Flip ist ein Klapphandy und läuft mit KaiOS auf Basis von Firefox OS, kommt aber dennoch mit Google-Diensten, dem Google Assistant sowie Facebook, WhatsApp und YouTube. Ein Display außen mit 1,3 Zoll zeigt Informationen wie den Anrufer an, zum Annehmen und Auflegen von Telefonaten genügt das Auf- und Zuklappen. Auf der Innenseite sitzt ein 2,8 Zoll großes Display, darunter die klassische Zahlentastatur mit großen Knöpfen. Damit will Nokia auch die etwas ältere Generation von Nutzern ansprechen. Der Marktstart ist für Mitte September für 99 Euro angesetzt.

Das Nokia 800 Tough ist als Rugged-Feature-Phone für Oktober zum Preis von 109 Euro oder 119 Euro geplant, hier hat sich der Hersteller noch nicht festgelegt. Das Gerät ist nach IP68 sowie MIL-STD-810G geschützt und soll Stürze aus bis zu 1,5 Metern überleben. Eine Schlaufe soll beim Tragen helfen. Neben Schwarz soll eine Version in Wüsten-Camouflage die abgesteckte Outdoor-Zielgruppe ansprechen.

Nokia-105-Nachfolger für 25 Euro

Mit 24,90 Euro am günstigsten ist das Nokia 110, das das Nokia 105 beerbt. Neu sind diesmal Kamera, MP3-Player und vorinstallierte Spiele wie Snake und Doodle Jump.

Nokia 110
Nokia 110 (Bild: Nokia)
Nokia 6.2 Nokia 7.2
Software:
(bei Erscheinen)
Android 9.0
Display: 6,30 Zoll
1.080 × 2.280, 400 ppi
HDR, Gorilla Glass 3
Bedienung: Touch, Fingerabdrucksensor, Gesichtsscanner, Status-LED
SoC: Qualcomm Snapdragon 636
4 × Kryo 260 Gold, 1,80 GHz
4 × Kryo 260 Silver, 1,60 GHz
14 nm, 64-Bit
Qualcomm Snapdragon 660
4 × Kryo 260 Gold, 2,20 GHz
4 × Kryo 260 Silver, 1,84 GHz
14 nm, 64-Bit
GPU: Adreno 509 Adreno 512
RAM:
3.072 MB
LPDDR4X
Variante
4.096 MB
LPDDR4X
4.096 MB
LPDDR4X
Variante
6.144 MB
LPDDR4X
Speicher: 32 / 64 GB (+microSD) 64 / 128 GB (+microSD)
1. Kamera: 16,0 MP, 2160p
LED, AF
48,0 MP, 2160p
LED, AF
2. Kamera: 5,0 MP, AF
3. Kamera: 8,0 MP, AF
4. Kamera: Nein
5. Kamera: Nein
1. Frontkamera: 8,0 MP
Display-Blitz
20,0 MP
Display-Blitz
2. Frontkamera: Nein
GSM: GPRS + EDGE
UMTS: HSPA+
↓42,2 ↑5,76 Mbit/s
LTE: Advanced
↓600 ↑150 Mbit/s
5G: Nein
WLAN: 802.11 a/b/g/n/ac
Wi-Fi Direct, Miracast
Bluetooth: 5.0 LE
Ortung: A-GPS, GLONASS, BeiDou, Galileo
Weitere Standards: USB 2.0 Typ C, NFC
SIM-Karte: Nano-SIM
Akku: 3.500 mAh
fest verbaut
Größe (B×H×T): 75,1 × 159,9 × 8,25 mm
Schutzart:
Gewicht: 180 g
Preis: 199 € / 249 € 299 € / 349 €

ComputerBase hat Informationen zu diesem Artikel auf einer Veranstaltung in Berlin von Nokia unter NDA erhalten. Die einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt.