Xbox Scarlett: Entwickler nennt dedizierte Raytracing-Kerne von AMD

Jan-Frederik Timm 232 Kommentare
Xbox Scarlett: Entwickler nennt dedizierte Raytracing-Kerne von AMD

Dass die nächste Xbox, Codename Scarlett, Raytracing in Echtzeit bieten wird, ist seit der E3 offiziell bekannt. Wie die Konsole das technisch umsetzen wird, ist hingegen noch offen. Laut Colin Penty, bei The Coalition zuletzt für Gears 5 zuständig, soll es dedizierte Raytracing-Kerne geben.

Auch Nvidia Turing nutzt dedizierte Kerne

Damit würde der von AMD für das SoC in der Xbox verfolgte Ansatz dem von Nvidia bei Turing folgen, auch wenn AMD in einer Patentanmeldung Ende Juni 2019 noch über einen anderen Ansatz gesprochen hatte. Alternativ können die für Raytracing notwendigen Berechnungen nämlich auch auf den klassischen Shadern ausgeführt werden, so wie es seit April 2019 auch auf Turing-GPUs ohne RT-Cores und GPUs der Generation Pascal möglich ist. Das ist ohne Anpassungen allerdings deutlich ineffizienter. Durch den Einsatz eines zusätzlichen Texturprozessors glaubt AMD dem Patent zufolge die negativen Leistungseinflüsse aber abfangen zu können.

I’m definitely super excited about what the new hardware could do. Having dedicated ray tracing cores is huge.

Colin Penty im Interview mit Gamespot

Einen direkten Zusammenhang zu zukünftigen Konsolen von Microsoft und Sony stellt der Patentantrag allerdings nicht her, so dass Antrag und Pentys Aussage nicht zwingend überhaupt im Konflikt stehen müssen. Darüber hinaus ist es nicht unüblich, dass ein angemeldetes und am Ende auch gewährtes Patent nicht zur Anwendung kommt.

Die PlayStation dürfte der Xbox folgen

Wie in der aktuellen Generation stellt AMD nicht nur das SoC für die Xbox, sondern auch für die PlayStation. Und auch die noch nicht offiziell „PlayStation 5“ genannte nächste Konsole von Sony wird Echtzeit-Raytracing bieten. In Zeiten, in denen es sich jede Plattform nicht mehr erlauben kann, inkompatibel zur anderen zu sein, dürften beide denselben Raytracing-Ansatz nutzen. Identisch werden die beiden SoC zwar nicht sein, ihre Basis ist aber die gleiche: Beide nutzen eine CPU auf Basis von Zen 2 und eine GPU auf Basis von Navi.

In der aktuell für Desktop-PCs verbreiteten Variante Navi 10 auf Radeon RX 5700 und 5700 XT beherrscht die Architektur noch keine RT-Kerne. AMD hat aber bereits angekündigt, dass GPUs mit „RDNA2“ im Jahr 2020 auch Raytracing in Echtzeit berechnen können.

Für die nächste Xbox hat Microsoft einen Marktstart Ende 2020 in Aussicht gestellt, Sony hat das Erscheinungsjahr bisher nicht eingegrenzt.