Grenznahe LTE-Masten: Vodafone schließt LTE-Funk­löcher an deutschen Grenzen

Frank Hüber 39 Kommentare
Grenznahe LTE-Masten: Vodafone schließt LTE-Funk­löcher an deutschen Grenzen
Bild: Vodafone

Durch das Aktivieren von 50 bislang ungenutzten LTE-Stationen in Grenznähe hat Vodafone eine Fläche von 350 Quadratkilometern auf einen Schlag mit LTE versorgt. So habe man „das größte LTE-Funkloch Deutschlands“ geschlossen.

Die 350 Quadratkilometer entsprechen einer Fläche, die größer als München mit 310 Quadratkilometern ist. Die nun hinzugekommenen Bereiche liegen im Grenzgebiet zu Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Luxemburg, Polen, Tschechien, Schweiz, Dänemark und Österreich, wobei rund 280.000 Menschen, die dort leben, von dem Ausbau profitieren sollen – beispielsweise in Görlitz und Frankfurt (Oder) an der direkten Grenze nach Polen. Bisher durften die LTE-Stationen in diesen Grenzgebieten aus rechtlichen Gründen nicht genutzt werden, um die Netze in den Nachbarländern nicht zu stören. Durch einen Beschluss des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur und der Bundesnetzagentur zur Stärkung des Netzausbaus in Grenzregionen hat sich dies jedoch geändert. Vodafone hat in den vergangenen Tagen nun die technischen Vorbereitungen getroffen, um die LTE-Stationen zu aktivieren.

Bis zum Jahresende möchte Vodafone in deutschen Grenzgebieten 90 weitere LTE-Stationen aktivieren, wodurch rund 100.000 weitere Kunden erstmals mit LTE versorgt werden sollen.

LTE-Sendeleistung an den Grenzen erhöht

Zudem darf Vodafone durch die Gesetzgebung die Leistung bereits bestehender Stationen erhöhen. Dies hat das Unternehmen nun bei mehr als 300 Mobilfunkstationen an den Grenzen Deutschlands getan, wodurch rund 1,5 Millionen Menschen von einer höheren LTE-Kapazität in diesen Regionen profitieren sollen. Beispielsweise im Dreiländer-Eck in Aachen stehen den Bewohnern jetzt höhere Mobilfunkkapazitäten zur Verfügung.

Keine Gesprächsabbrüche mehr beim Grenzübergang

Darüber hinaus ermöglicht Vodafone nun den „internationalen Handover“ an der Grenze zu den Niederlanden, wodurch Telefongespräche auch beim Überqueren der Landesgrenze und dem Wechsel des Mobilfunknetzes nicht abbrechen, sondern ohne Unterbrechung fortgeführt werden können. Dafür hat Vodafone die Mobilfunkstationen im Grenzgebiet mit entsprechender Technologie modernisiert. An rund 80 Prozent der Grenze zu den Niederlanden ist das Telefonieren ohne Abbruch beim Grenzübergang nun möglich. Auch an den weiteren Landesgrenzen soll die Technologie zukünftig aktiviert werden, einen Zeitplan nennt Vodafone für die Modernisierung jedoch nicht.

Auch die Telekom erhöht die Leistung und plant Ausbau

Auch die Deutsche Telekom möchte künftig an insgesamt 500 LTE-Stationen die Sendeleistung erhöhen und 260 neue Stationen an den Grenzen innerhalb eines Jahres auf LTE aufrüsten. Dies dauert aufgrund der Anträge und Genehmigungen jedoch fast ein Jahr. Erst dann sollen rund 290.000 Haushalte LTE von der Telekom erhalten, die bisher nicht versorgt wurden.

Telefónica in den Vorbereitungen

Bei Telefónica verhindern vertragliche Regelungen mit Netzbetreibern der Nachbarländer eine sofortige Anhebung der Sendeleistung der LTE-Stationen an den Grenzen, weshalb diese derzeit auch nur geplant ist. Voraussichtlich ab Dezember kann aber auch Telefónica die Sendeleistung an den Grenzen erhöhen, allerdings nur nach und nach.