Quartalszahlen: Intels Umsatz und Gewinn übertreffen die Erwartungen

Volker Rißka 69 Kommentare
Quartalszahlen: Intels Umsatz und Gewinn übertreffen die Erwartungen
Bild: Intel

Die 10-nm-Fertigung über der Prognose, die erste diskrete Grafik ist zurück im Labor und funktioniert und die folgende Fertigungsstufe 7 nm soll für eine GPU ab 2021 einsatzbereit sein. Intels drittes Geschäftsquartal 2019 lief aber auch beim ganz regulären Geschäft hinsichtlich Umsatz und Gewinn besser als vorab erwartet.

AMD Ryzen setzt Intel Core (ein wenig) zu

In den Quartalszahlen ist zumindest ein wenig ersichtlich, welche Auswirkungen die Ryzen-Prozessoren von AMD nebst eigenen Lieferproblemen auf den Hersteller haben. Um elf Prozent ist die Stückzahl der ausgelieferten Core-Prozessoren im Vergleich zum Vorjahr, in dem ein Rekordquartal stand, zurückgegangen, der Durchschnittspreis stieg dabei um drei Prozent. Im Notebook sah es mit zehn Prozent weniger Auslieferungen bei vier Prozent höherem ASP (Average selling price) ähnlich aus. Da Desktop und Notebook nahezu im Gleichschritt laufen, dürfte ein Teil des Rückgangs weiterhin auf Lieferprobleme zurückzuführen sein, die kürzlich wieder aufkochten. Kleine Prozessoren fährt Intel dafür in der Produktion zurück und setzt vermehrt auf teurere Core-Modelle – dies erklärt unter anderem den gestiegenen Durchschnittspreis. Mit fallenden Durchschnittspreisen aufgrund der Konkurrenz sieht sich Intel in der Prognose für das kommende Jahr ausgesetzt.

Mit insgesamt 9,71 Milliarden US-Dollar Umsatz bleibt die PC-Sparte knapp unterm dem Vorjahreswert von 10,23 Milliarden US-Dollar, der operative Gewinn lag bei 4,31 statt 4,53 Milliarden US-Dollar.

Intels PC-Sparte setzt weniger zu höheren Preisen ab
Intels PC-Sparte setzt weniger zu höheren Preisen ab (Bild: Intel)

Das Server-Segment bietet nach kurzer Schwächephase wieder Wachstum, doch im Vergleich zum Vorjahr sind es auch hier sechs Prozent geringere Auslieferungen bei jedoch neun Prozent höherem Durchschnittspreis. Der Umsatz stieg so von 6,14 auf 6,38 Milliarden US-Dollar, der operative Gewinn wuchs leicht mit von 3,08 auf 3,12 Milliarden US-Dollar.

Summa summarum machte Intel mit den weiteren Bereichen im dritten Quartal einen Umsatz von 19,19 Milliarden US-Dollar, nachdem die Zahl im Vorjahr bei 19,163 Milliarden US-Dollar stand. Der Nettogewinn lag nach 6,398 Milliarden US-Dollar im gleichen Zeitraum des Vorjahres bei 5,99 Milliarden US-Dollar.

10 nm in Kürze aus zweiter Fabrik

Um dem steigenden Bedarf an 10-nm-Chips gerecht zu werden, wird in Zukunft nicht mehr nur Intels Fabrik in Israel sowie zum Teil auch der Campus in Oregon die Chips liefern, sondern ebenfalls eines der Stammwerke in Arizona. Mit Ice Lake-SP sowie FGPA-Lösungen, sowie weiteren Produkten wie der ersten diskreten Grafiklösung von Intel seit einer langen Zeit, werden in Zukunft insbesondere größere Chips gefertigt, die mehr Platz auf dem Wafer und damit am Ende eine deutlich höhere Kapazität benötigen. Der Blick zu den Zahlen von Cascade Lake-SP als aktuelle Server-CPU zeigt es: 23 Millionen Stück der Riesen-Die-CPUs hat Intel davon binnen weniger Monate abgesetzt.

Intels Prioritäten Ende 2019
Intels Prioritäten Ende 2019 (Bild: Intel)

Intels diskrete Grafik funktioniert

Die erste diskrete Grafik auf Basis der neuen Xe-Architektur, bei Intel DG1 genannt, wurde in den vergangen Tagen das erste Mal erfolgreich gestartet. Nun folgen auf die unzähligen Simulationen weitere Tests sowie Fehlerbereinigungen und Optimierungen, sodass diese für den Marktstart vorbereitet werden kann, der 2020 erfolgen soll. Die 7-nm-Lösung wird Ende 2021 erwartet. Intels Marketing-Chef für Grafik, der Ex-AMDler Chris Hook, twittert erfreut: