Deutsche Games-Branche: Bund stellt nun doch die Fördergelder bereit

Andreas Frischholz 54 Kommentare
Deutsche Games-Branche: Bund stellt nun doch die Fördergelder bereit
Bild: Ubisoft

Lange war es unklar, wie es mit der Förderung des Bundes für die deutsche Games-Branche weitergeht. Die 50 Millionen Euro pro Jahr tauchten zunächst nicht im Haushalt auf. Nun zeichnet sich aber ab, dass die Finanzierung bis zum Jahr 2023 gesichert ist.

Das berichtet der Berliner Tagesspiegel, dem ein Auszug aus der Bereinigungsvorlage für den Haushalt 2020 vorliegt. Demnach sieht der Entwurf für das kommende Jahr 50 Millionen Euro vor. Dasselbe Budget ist auch in den Folgejahren bis 2023 enthalten.

Zunächst keine Mittel im Haushalt für 2020

Die Förderung für Spiele „Made in Germany“ wurde erstmals in diesem Jahr ausgezahlt. Wenn ein Spiel die Anforderungen erfüllte, konnte ein Entwickler-Team eine Summe aus dem Topf mit 50 Millionen Euro beantragen. Das Ziel ist, den Wettbewerbsnachteil der hiesigen Games-Branche gegenüber Standorten wie Frankreich, Großbritannien und Kanada auszugleichen.

Im Entwurf für den Bundeshaushalt 2020 tauchten die 50 Millionen Euro aber nicht mehr auf, das für den Fördertopf zuständige Bundesverkehrsministerium hatte die Summe gestrichen. Für das kommende Jahr sollten nur die Reste aus dem aktuellen Jahresbudget vergeben werden.

Das sorgte für einen Aufschrei in der Branche, die Rede war von fehlender Planungssicherheit sowie einer vergebenen Chance. Insbesondere Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) stand in der Kritik – vor allem, weil er bei öffentlichen Auftritten wie etwa auf der Gamescom erklärte, die Förderung der Games-Branche habe eine hohe Priorität.

Hickhack hilft der Branche nicht weiter

Oppositionsparteien warfen Scheuer daher vor, außer Ankündigungen nichts zu liefern. Mit dem aktuellen Schritt ist man nun aber zufrieden. Sven-Christian Kindler, haushaltspolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion, erklärte allerdings gegenüber dem Tagesspiegel, der Hickhack um die Fördermillionen bleibe unverständlich. „Ein solches hin und her kann die Games-Branche nicht gebrauchen“, so Kindler.

Diskutiert wird nach wie vor, warum die 50 Millionen Euro zeitweise nicht im Haushalt auftauchten. Kritiker vermuten, das Verkehrsministerium wollte nach dem Maut-Debakel rigoros sparen.

Final entschieden wird über die Fördersumme am kommenden Donnerstag in der Bereinigungssitzung des Bundestags. Beobachter gehen allerdings davon aus, dass die Zuteilung erfolgt, weil die Förderung über die Parteien hinweg eine breite Zustimmung genießt.