Comet-Lake-NUC mit 6 Kernen: Drei neue Kleinst-PCs mit 14-nm-SoCs bei 25 Watt TDP

Frank Meyer 27 Kommentare
Comet-Lake-NUC mit 6 Kernen: Drei neue Kleinst-PCs mit 14-nm-SoCs bei 25 Watt TDP
Bild: koolshare.cn

Intel bestätigt drei neue NUC-Modelle mit technischen Eckdaten als NUC10i7FN, NUC10i5FN und NUC10i3FN. Die kommende NUC-Generation, die Intel unter dem Synonym „Gen10“ zusammenfasst, setzt auf SoCs der Comet-Lake-Familie. Bei einer TDP von 25 Watt sind bis zu sechs Kerne und zwölf Threads im Spitzenmodell geboten.

Frost-Canyon-NUC bringt erstmals sechs Kerne

Die „Gen10“-Produktfamilie der NUCs (Next Unit of Computing) läuft bei Intel unter dem Codenamen „Frost Canyon“ und beinhaltet drei Modelle der 25-Watt-Klasse (TDP), die sich wie üblich hinsichtlich des verbauten SoCs unterscheiden. Die kleinste Variante NUC10i3FN wird mit einem Zwei-Kern-Core-i3 bestückt, dem Core i3-10110U (2C/4T), welcher in der Basis mit 2,1 GHz taktet und auf bis zu 4,1 GHz beschleunigen kann. Das NUC-Modell mit Vier-Kern-Chip Core i5-10210U (4C/8T) vertreibt Intel unter der Bezeichnung NUC10i5FN.

Bei gleicher TDP des Einsteigermodells aus der Comet-Lake-U-Familie liegen die Taktraten mit maximal 4,2 GHz (Turbo) bekanntlich 100 MHz höher. Ohne Last takten die vier Kerne hingegen mit niedrigeren 1,6 GHz (Basis). Im derzeitigen Flaggschiff der Gen10-NUC-Familie NUC10i7FN verbaut Intel erstmals ein SoC mit sechs Kernen und zwölf Threads, den ebenfalls aus dem Notebook-Segment übernommenen Core i7-10710U. In der Spitze kann dieser bis auf 4,7 GHz takten, während die Basis-Taktrate mit 1,6 GHz nochmals niedriger angesetzt ist. Auch diesen steckt Intel noch in die 25-Watt-Klasse (TDP), obgleich die gesamte SoC-Serie der 10. Generation (Comet Lake) weiterhin im optimierten 14-nm-Fertigungsverfahren produziert wird.

Comet Lake-U und Whiskey-Lake-U-Vorgänger (15 Watt, UHD Graphics)
Modell Kerne/
Threads
Takt
Basis/Turbo
L3-Cache Grafik GPU-Takt max. Speicher TDP configTDP
(up)
Preis
Core i7-10710U 6 / 12 1,1 / 4,7 GHz 12 MB UHD ? 300 / 1.150 MHz LPDDR4-2933 /
DDR4-2666
15 W 25 W k.A.
Core i7-10510U 4 / 8 1,8 / 4,9 GHz 8 MB UHD ? 300 / 1.150 MHz LPDDR4-2933 /
DDR4-2666
15 W 25 W k.A.
Core i7-8665U 4 / 8 1,9 / 4,8 GHz 8 MB UHD 620 300 / 1.150 MHz DDR4-2400 15 W 25 W $ 409
Core i7-8565U 4 / 8 1,8 / 4,6 GHz 8 MB UHD 620 300 / 1.150 MHz DDR4-2400 15 W 25 W $ 409
Core i5-10210U 4 / 8 1,6 / 4,2 GHz 6 MB UHD ? 300 / 1.100 MHz LPDDR4-2933 /
DDR4-2666
15 W 25 W k.A.
Core i5-8365U 4 / 8 1,6 / 4,1 GHz 6 MB UHD 620 300 / 1.100 MHz DDR4-2400 15 W 25 W $ 297
Core i5-8265U 4 / 8 1,6 / 3,9 GHz 6 MB UHD 620 300 / 1.100 MHz DDR4-2400 15 W 25 W $ 297
Core i3-10110U 2 / 4 2,1 / 4,1 GHz 4 MB UHD ?* 300 / 1.000 MHz LPDDR4-2933 /
DDR4-2666
15 W 25 W k.A.
Core i3-8145U 2 / 4 2,1 / 3,9 GHz 4 MB UHD 620 300 / 1.000 MHz DDR4-2400 15 W 25 W $ 281
fett = Comet Lake-U
* nur 23 statt 24 EUs aktiviert

Bis zu 64 GB DDR4-2666-RAM, Wi-Fi 6 und Thunderbolt 3

Die technischen Eckdaten und die Ausstattungsdetails der Gen10-NUCs hat neben weiteren Bildern jüngst die Seite koolshare.cn verraten. Demnach erfolgt neben dem Wechsel auf die neuen SoCs auch ein kleiner Wandel zu mehr Arbeitsspeicher. Denn Frost Canyon wird erstmals bis zu 64 GB RAM bis DDR4-2.666 in den üblichen zwei SO-DIMM-Slots unterstützen.

Intel Frost Canyon NUC (Gen10) mit Coffee Lake SoC
Intel Frost Canyon NUC (Gen10) mit Coffee Lake SoC (Bild: fanlesstech.com)
Intel Frost Canyon NUC (Gen10) mit Coffee Lake SoC - Datenblatt
Intel Frost Canyon NUC (Gen10) mit Coffee Lake SoC - Datenblatt (Bild: koolshare.cn)

Außerdem kommt bei den weiterhin 117 × 112 × 38/51 mm (L × B × H) messenden PC-Systemen erstmals ein WLAN-ax-Modul (Intel AX200) für Wi-Fi-6-Netze (WLAN 802.11ax) und ein an der Front verbauter USB-Typ-C-Anschluss mit maximal 20 GB/s (USB 3.1 Gen2) und Unterstützung für Thunderbolt 3 (via Titan-Ridge-Controller) zum Einsatz. Die weitere Ausstattung umfasst die für die NUC-Serie üblichen Anschlüsse wie je einen HDMI 2.0b und DisplayPort 1.4 (via USB Typ C) sowie dreimal USB 3.1 Gen 2 vom Typ A. Hinzu kommen ein obligatorischer Gigabit-LAN-Port (Intel i219-V), ein SDXC-Kartenleser, Bluetooth 5.0 und ein Infrarot-Sensor. Für Speichermedien bietet auch Frost Canyon einen M.2-Slot mit maximaler Anbindung (PCIe 3.0 x4 mit NVMe und SATA), welcher SSDs mit bis zu 80 mm Länge (M.2 2280) aufnimmt.

Tall Kit ist 12 mm höher für zusätzliche 2,5-Zoll-HDD

Intel Frost Canyon NUC (Gen10) - Ausstattungsliste
Intel Frost Canyon NUC (Gen10) - Ausstattungsliste (Bild: Intel)

Die in der Höhe 51 mm (Tall Kit) anstatt 38 mm (Small Kit) messenden NUC-Varianten (NUC10i3FNH, NUC10i5FNH, NUC10i7FNH) bieten zusätzlich einen Einbauplatz für 2,5-Zoll-Laufwerke mit einer maximalen Höhe von 7 mm, die über eine SATA-Schnittstelle angeschlossen werden. Die weiteren Unterscheidungsmerkmale der einzelnen Frost-Canyon-NUCs hat Intel in einem Support-Dokument (PDF) zusammengefasst.

Von offizieller Seite sind bislang noch keine Informationen zu Preisen und der möglichen Verfügbarkeit durchgesickert. Spekuliert wird aktuell eine Markteinführung um den 12. Dezember. Ob sich dieser Termin als tatsächlich haltbar herausstellen wird, bleibt zumindest im Bezug auf eine Verfügbarkeit im Handel und in Anbetracht der weiter anhaltenden Lieferschwierigkeiten von Intels 14-nm-CPUs fragwürdig.

Intels NUC-Fahrplan steht: auf dem Papier

Zu den bereits Ende 2018 erstmals auf einer Roadmap von Intel aufgetauchten Frost-Canyon-NUCs sind zuletzt mehr und mehr Details ans Tageslicht gekommen. So hat erst wenige Tage vor dem offiziellen Startschuss Fanlesstech die ersten Bilder mit Details verraten. Bereits zuvor hatte sich im Mai 2019 der ausgerufene Fahrplan von Intel bestätigt, der die Veröffentlichung der Mini-PCs aus der 15-Watt-NUC-Familie „Islay Canyon“ im zweiten Quartal 2019 vorsah. Offiziell angekündigt hat Intel diese schlussendlich bereits Ende Mai. Sofern die von Intel aufgelegte Raodmap auch weiterhin zutreffend ist, folgt auf Islay Canyon und Frost Canyon Anfang 2020 Ghost Canyon, hinter dem sich noch leistungsstärkere NUCs mit Coffee Lake-H in der 45-Watt-Klasse als Refresh verbergen. Dann soll erstmals im NUC-Formfaktor ein zusätzlicher PCIe-x16-Slot für dedizierte Grafikkarten Einzug halten. Dementsprechend wird das Gehäuse größer ausfallen.