CES 2020

AMD Renoir: Erste Benchmarks zum Ryzen 7 4700U mit acht Kernen

Volker Rißka 209 Kommentare
AMD Renoir: Erste Benchmarks zum Ryzen 7 4700U mit acht Kernen

Die Gerüchte über die neue CPU-GPU-Kombilösung von AMD werden konkreter. Renoir wird demnach Anfang 2020 wirklich acht Zen-2-Kerne ins Notebooks bringen, der Ryzen 7 4700U liefert in ersten Benchmarks einen kleinen Vorgeschmack. Und das ist noch nicht einmal das Flaggschiff.

Bereits im September hatte AMDs eigene Produktmatrix die Renoir-APUs als Ryzen 5, 7 und 9 klassifiziert. Der jetzige Ryzen 7 4700U passt mit acht Kernen aber nur acht Threads perfekt ins Bild und lässt entsprechenden Spielraum für den Ryzen 9, der logischerweise mit 8 Kernen und 16 Threads antreten dürfte. Denn das Zen-2-Design sieht die Nutzung von SMT explizit vor, nur zur Diversifizierung der Produktpalette wird es bei Bedarf eben deaktiviert.

Erste Benchmarks mit PC Mark

Die in einem Sammelthread auf reddit zusammengesuchten Informationen zeichnen ein ersten Bild von der Leistung. Nicht nur bereiten OEMs wie HP und Acer bereits ihre Lösungen vor, auch AMDs Referenzdesign „Celadon“, das bereits wiederholt aufgetaucht ist, wird weiteren Tests unterzogen. In den CPU-lastigen Tests von PC Mark kann sich das neue Modell je nach Tests deutlich gegenüber dem Vorgänger 3700U absetzen, hier und da hängt es aber auch noch. So wird der Speicher manchmal nur mit DDR4-2666 betrieben, immerhin wurde aber auch schon DDR4-3200 im Einsatz gesehen.

AMD Ryzen 7 4700U
AMD Ryzen 7 4700U (Bild: reddit)

In den grafiklastigen Anwendungen kann sich die neue Lösung nicht sehr stark von bisherigen Produkten absetzen. Das wäre jedoch auch verwunderlich, laut bisherigen Informationen soll schließlich weiterhin die alte Vega-IP genutzt werden, nur mit maximal 13 statt 11 CUs, wie es zuletzt in den Gerüchten ermittelt wurde. Zusammen mit etwas höherem Takt, der in den Samples mit 1,4 oder auch 1,5 GHz ausgelesen wurde, sind nur kleine Schritte, aber keine großen Sprünge möglich. Da AMDs APUs aber sehr am Speicher hängen, könnte die Lösung von schnellerem DRAM noch etwas mehr profitieren. Hier gilt es finale Lösungen und Spezifikationen abzuwarten. PC Mark ist ohnehin nicht die Referenz für die vollständige Beurteilung einer APU.

Hoher Takt, verschiedene TDP-Klassen

Die Taktraten von bis zu 4,2 GHz entsprechen dem, was im Notebook durchaus erwartet werden kann. Als Basis werden 1,7, 1,8 oder auch 2,0 und sogar 2,4 GHz ausgelesen, hier spielt traditionell die TDP-Klasse herein. 15-Watt-Modelle setzen auf eher niedrige Taktfrequenzen in der Basis, 25-, 35- und gar 45-Watt-Modelle gehen mit höherem garantierten Takt an den Start.

Über den Aufbau von Renoir herrscht nach wie vor Ungewissheit, sodass nicht einmal bekannt ist, ob AMD wie bei den Vorgängern auf ein monolithisches Design von CPU und GPU inklusive Speichercontroller und I/O, oder aber auf das mit der Zen-2-Architektur eingeführte Chiplet-Design setzt.

CES-Start Anfang Januar immer wahrscheinlicher

Die Häufung der Informationen in den letzten Tagen lässt eine Ankündigung zur CES 2020 immer wahrscheinlicher werden. AMD hält in Las Vegas am 5. Januar 2020 eine 45-minütige Pressekonferenz, die traditionell den Auftakt in das neue Jahr gibt. Vergangenes Jahr wurde – neben der Radeon VII – dabei die letzte APU-Generation Picasso enthüllt.