Alder Stream: Intel Optane Gen 2 kann PCIe 4.0, nur die Server noch nicht

Michael Günsch 40 Kommentare
Alder Stream: Intel Optane Gen 2 kann PCIe 4.0, nur die Server noch nicht
Bild: Intel

In diesem Jahr will Intel die zweite Generation des Phasenwechselspeichers 3D XPoint einführen. Darauf basierende Produkte der Optane-Familie werden unter anderem SSDs mit dem Codenamen Alder Stream sein. Ein Intel-Angestellter verriet nun, dass diese PCIe 4.0 unterstützen, doch bietet dies bisher keine Intel-Plattform.

Wohl etwas zu unbedarft hat diese Information Intels Technical Marketing Performance Engineer Frank Ober in einem Gespräch auf Twitter durchsickern lassen, wie Tom's Hardware berichtet. Einem Linux-Entwickler schlug Ober vor, seinen Code auf einer Optane-SSD der zweiten Generation zu testen, die demnach „PCIe-4-fähig“ sei. Bisher hat Intel nicht öffentlich angekündigt, dass Alder Stream PCIE 4.0 unterstützt.

Anhand der von Intel in Aussicht gestellten Leistungssteigerung mit Alder Stream, war aber bereits zu vermuten, dass die neuen Optane-SSDs eine schnellere Schnittstelle erhalten werden. Mit einer Grafik verspricht Intel weitaus mehr als die rund 500.000 IOPS der Optane P4800X (Test); mehr als 800.000 IOPS sind zu erwarten, dort ist die X-Achse im Intel-Diagramm abgeschnitten. Zudem soll die Latenz beim Lesen mit zunehmender IOPS-Zahl weitaus sanfter ansteigen als bei der vorherigen Generation. Die erste Generation der Optane-SSDs muss sich noch mit PCIe 3.0 x4 begnügen. Beim Wechsel auf PCIe 4.0 x4 würde die mögliche Datenrate nahezu verdoppelt. Allerdings wäre Gleiches auch mit PCIe 3.0 x8 machbar.

Doch in Intels Reihen fehlt es noch an einer passenden Server-Plattform mit Unterstützung für PCIe 4.0. Aktuell bieten nur AMD (Epyc 2 „Rome“) und IBM die neue Schnittstelle. Frühestens im zweiten Halbjahr 2020 wird mit Intel Ice Lake-SP für Server samt PCIe-4.0-Support gerechnet. Aus diesem Grund ist es gut möglich, dass auch die zweite Optane-Generation Alder Stream erst in diesem Zeitraum erscheint.

Im Consumer-Segment wird Intel voraussichtlich erst mit Tiger Lake auf PCIe 4.0 umsteigen, was nach bisherigem Kenntnisstand frühestens Ende 2020 der Fall wäre. Tiger Lake wird voraussichtlich vornehmlich für Notebooks bestimmt sein. Als erste Desktop-Plattform mit PCIe 4.0 bei Intel wird derzeit Rocket Lake im Jahr 2021 gehandelt. AMD unterstützt PCIe 4.0 bereits seit Sommer 2019 mit Ryzen 3000 auf X570-Mainboards.