Arbeitsspeicher: Micron lässt DDR5-RDIMMs für Server bemustern

Michael Günsch 29 Kommentare
Arbeitsspeicher: Micron lässt DDR5-RDIMMs für Server bemustern
Bild: Micron (Symbolbild)

Micron beginnt mit dem Sampling von DDR5-Arbeitsspeicher als Registermodul (RDIMM) für Server. Die Bemusterung des neuen Speichers erfolgt in Kooperation mit Geschäftspartnern aus der Branche. Der im „1znm“-Verfahren hergestellte DDR5-Speicher soll deutlich mehr Leistung als DDR4 ermöglichen.

US-Medien berichten über die Ankündigung von Micron im Rahmen der CES 2020, doch sind keine Details zu den Speichermodulen bekannt. Von einer Leistungssteigerung von mehr als 85 Prozent gegenüber Pendants mit DDR4 ist die Rede, die als RDIMM maximal als DDR4-3200 angeboten werden. In einem Whitepaper zu DDR5 (PDF) spricht Micron von einer Leistungssteigerung (Durchsatz) um 36 Prozent gegenüber DDR4-3200 bei gleicher Datenrate (DDR5-3200) und nennt ein Plus von 87 Prozent mit DDR5-4800, weshalb diese Geschwindigkeitsklasse für die besagten DDR5-Samples in Frage käme, sofern die gleiche Vergleichsbasis zugrunde liegt. Das Maximum soll später DDR5-6400 bilden.

DDR5 versus DDR4 im Leistungsvergleich
DDR5 versus DDR4 im Leistungsvergleich (Bild: Micron)
DDR5-3200 bis DDR5-6400 ist geplant
DDR5-3200 bis DDR5-6400 ist geplant (Bild: Micron)
Technik von DDR5 und DDR4 im direkten Vergleich
Technik von DDR5 und DDR4 im direkten Vergleich (Bild: Micron)

Bis zur Marktreife dürfte es aber noch eine ganze Weile dauern, denn passende Server-Plattformen sind noch gar nicht erhältlich. Bei Intel werden voraussichtlich erst die Server-Prozessoren der Familie Sapphire Rapids DDR5 unterstützen, die für Anfang 2021 erwartet werden. Im späteren Verlauf des kommenden Jahres könnte AMD Genoa mit Zen-4-Architektur und neuer SP5-Plattform erscheinen und ebenso DDR5-RAM unterstützen.

Schon vor gut einem Jahr hatte SK Hynix erste DDR5-Muster ausgeliefert, die eigentlich dieses Jahr in die Serienfertigung gehen sollen. Doch bis dato fehlt es wie gesagt an den passenden Plattformen, sodass der schrittweise Umstieg auf DDR5 wohl erst 2021 beginnen wird. Bei LPDDR5 für Mobilgeräte ist man bereits weiter: Laut Samsung sollen erste LPDDR5-Chips im Laufe des ersten Quartals 2020 ihren Weg in Smartphones finden.