Trotz Rekordeinnahmen: Adata, Team Group und Co. nehmen Kredite auf
Aus Taiwan kommt die Meldung, dass örtliche Unternehmen wie Adata, Team Group oder Transcend über Kredite und Anleihen insgesamt 28 Milliarden Taiwan-Dollar beschafft haben, um die wachsenden Kosten für Speicherchips zu decken. Bisher verdienten die Unternehmen aber auch ordentlich an der Krise.
Die Summe von 28 Milliarden New Taiwan Dollar entspricht nach aktuellen Wechselkursen umgerechnet gut 760 Millionen Euro oder fast 890 Millionen US-Dollar. Laut dem Bericht der Commercial Times aus Taiwan hat vor allem Adata viel neues Kapital aufgenommen. Es werden aber auch andere global agierende Unternehmen wie Apacer, Transcend und Team Group genannt.
Diese Unternehmen bieten Endprodukte wie RAM-Module und SSDs an, benötigen dafür aber die entsprechenden Speicherchips, also DRAM und NAND-Flash. Diese haben sich durch den globalen KI-Boom bekanntlich verknappt und deutlich verteuert, sodass Endkunden für DDR5-RAM aktuell etwa das Vierfache von dem bezahlen müssen, was die Produkte vor dem Beginn der Preissteigerungen kosteten. Auch SSDs kosten inzwischen mehr als das Doppelte – Tendenz steigend.
Selbstverständlich zahlen die Modulhersteller andere Preise als Konsumenten, doch auch bei den Vertragspreisen ging die Kurve in den letzten Monaten steil nach oben. Marktforscher gehen davon aus, dass sich DRAM für Consumer-Produkte im ersten Quartal 2026 um 75 bis 80 Prozent verteuert hat. Für das laufende zweite Quartal wird von weiteren Preissteigerungen von bis zu 50 Prozent ausgegangen.
Modulhersteller verdienten allerdings sehr gut
Bislang haben Unternehmen wie Adata allerdings sehr gut an der Krise verdient und nicht nur die Umsätze, sondern vor allem auch die Gewinne gesteigert.
Im vierten Quartal 2025 konnte Adata den Umsatz gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum um 60 Prozent steigern. Der Nettogewinn wuchs sogar um satte 1.000 Prozent. Ein vollständiger Bericht zum ersten Quartal 2026 liegt allerdings noch nicht vor.
Bei diesem beachtlichen Wachstum verwundert es schon fast, dass laut dem Bericht jetzt Kredite aufgenommen werden müssen. Die Hersteller müssen allerdings auch langfristig planen und sich mit möglichst vielen Speicherchips auch zu inzwischen horrenden Preisen eindecken.