ExTiX 20.1: Bunte Live-Distribution läuft vollständig im RAM

Sven Bauduin 50 Kommentare
ExTiX 20.1: Bunte Live-Distribution läuft vollständig im RAM
Bild: ExTiX

Die experimentelle Linux-Distribution ExTiX aus Schweden basiert auf deepin 15.11 – Chinas meistgenutzter Linux-Distribution – und läuft auf Wunsch als Live-Distribution vollständig im Arbeitsspeicher des Systems. Beliebte Anwendungen wie Spotify und Skype sind bereits vorinstalliert und Netflix läuft über den Browser Firefox.

ExTiX richtet sich dabei vor allem an experimentierfreudige Anwender, die einmal ein Live-Medium direkt im Arbeitsspeicher nutzen wollen. Nachdem das rund 1,9 GB große und auf AMD64 optimierte Abbild ExTiX 20.1 (ISO) heruntergeladen wurde, kann es mit Hilfe eines USB-Tools wie beispielsweise Rufus 3.8 auf einen bootfähigen USB-Stick kopiert werden. Während des anschließenden Bootvorganges kann das Betriebssystem mit Option 3 („Load to RAM“) vollständig in den Arbeitsspeicher des Computers geladen werden. Die Macher stellen zudem eine entsprechende Installationsanleitung zur Verfügung. Eine persistente Installation ist nur auf Systemen mit UEFI möglich.

Start auf einem UEFI-System ...
Start auf einem UEFI-System ... (Bild: ExTiX)
... und einem Legacy-System
... und einem Legacy-System (Bild: ExTiX)

Reaktionsschnell im Arbeitsspeicher

Wird ExTiX 20.1 per „Load to RAM“ in den Arbeitsspeicher geladen, erhält der Anwender eine sehr reaktionsschnelle Live-Distribution, bei der nach dem Bootvorgang der USB-Datenträger entfernt werden kann, da sich die gesamte Distribution im Hauptspeicher des Systems befindet. Bevor die Desktop-Umgebung deepin 15.11 gestartet wird, besteht die Möglichkeit die gewünschten Sprachpakete zur Lokalisierung der Distribution auszuwählen. Anschließend ist das Betriebssystem als Live-Medium im RAM vollständig einsatzbereit. Um ExTiX vollständig in den Arbeitsspeicher zu laden, sollte das System über mindestens 2 GB RAM verfügen – empfohlen werden aber mindestens 4 GB.

Hier läuft ExTiX 20.1 vollständig im RAM mit einem Ryzen 9 3950X und einer RTX 2070 Super
Hier läuft ExTiX 20.1 vollständig im RAM mit einem Ryzen 9 3950X und einer RTX 2070 Super

Spotify und Skype vorinstalliert

ExTiX 20.1 nutzt den experimentellen dritten Release Candidate des Linux Kernels 5.5 in einer speziell für das Betriebssystem angepassten Variante 5.5.0-rc3-exton. Spotify und Skype sind sowohl im Live-Modus als auch nach der Installation bereits vollständig vorinstalliert, zudem lässt sich Netflix über den Mozilla Firefox 72.0 nutzen. Für die Kommunikation via E-Mail steht Thunderbird zur Verfügung. Eine entsprechende Office-Suite lässt sich schnell und unkompliziert nachinstallieren. Neue Pakete werden per Synaptic, der bekannten GUI von APT nachinstalliert.

Mittels Synaptic und APT lassen sich auch alternative Kernel installieren
Mittels Synaptic und APT lassen sich auch alternative Kernel installieren (Bild: ExTiX)

Die schwedische Distribution des umtriebigen Linux-Enthusiasten Arne Exton – der bereits für eine Vielzahl an Linux-Varianten verantwortlich war – gibt sich modular, gut und stark anpassbar und besitzt einige Attribute eines „Lightweight-Linux“. Mit seinem Unterbau auf Basis von deepin, welches seinerseits auf dem Unstable-Zweig von Debian aufbaut, mangelt es dem System nicht an Softwarequellen und entsprechend großen Communities und Foren, für eine schnelle Hilfestellung bei Fragen.

Deepin is devoted to providing a beautiful, easy to use, safe and reliable system for global users. Previous versions of ExTiX Deepin were based on Debian and Ubuntu. ExTiX 20.1 is a live build of Deepin 15.11, which is based on Debian unstable.

Arne Exton, Herausgeber von ExTiX

ExTiX 20.1 ist für alle Anwender einen Blick wert, die einmal eine Linux-Distribution im Arbeitsspeicher ausprobieren möchten oder auf der Suche nach einem etwas experimentelleren Betriebssystem sind.