Externe USB-3.2-SSDs im Test: Samsung T7 & T5 vs. Crucial X8 und SanDisk Extreme Pro

Michael Günsch et al.
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Externe USB-3.2-SSDs im Test: Samsung T7 & T5 vs. Crucial X8 und SanDisk Extreme Pro

tl;dr: Externe NVMe-SSDs, die über USB 3.2 Gen 2 mit 10 Gbit/s kommunizieren, gibt es mittlerweile einige auf dem Markt. Auf den ersten Blick ähneln sie sich stark. Doch das täuscht, wie der Vergleich von Samsung Portable SSD T7 Touch und T5 mit Crucial X8 Portable und SanDisk Extreme Pro Portable mit je 1 TB zeigt.

Vier externe 1-TB-SSDs mit USB 3.2 Gen 2

Die vier Testkandidaten im Fokus eint der Anschluss über USB 3.2 Gen 2 (aka USB 3.2 Gen 2) mit bis zu 10 Gbit/s und 1 TB Kapazität.

Die Samsung Portable SSD T7 Touch (Test), die Crucial X8 Portable SSD (Test) und die SanDisk Extreme Pro Portable SSD setzen intern auf ein PCIe-Interface (NVMe) nach Standard 3.0. Die etwas ältere Samsung Portable SSD T5 (Test) bedient sich hingegen noch mSATA.

Die Testkandidaten im Überblick
Testkandidat Kapazität Anschluss Intern
Crucial X8 Portable SSD 1 TB USB 3.2 Gen 2 NVMe
SanDisk Extreme Pro Portable SSD 1 TB USB 3.2 Gen 2 NVMe
Samsung Portable SSD T7 Touch 1 TB USB 3.2 Gen 2 NVMe
Samsung Portable SSD T5 1 TB USB 3.2 Gen 2 mSATA
Samsung Portable SSD X5 1 TB Thunderbolt 3 NVMe

In den Benchmarks findet sich zum Vergleich zusätzlich auch die Samsung Portable SSD X5 (Test) wieder. Sie nutzt Thunderbolt 3 mit bis zu 40 Gbit/s und weiß die Schnittstelle dank vier Lanes breitem PCIe-Interface auch zu nutzen. Thunderbolt 3 nutzt den USB-Typ-C-Anschluss, funktioniert aber nur an solchen USB-Typ-C-Buchsen, hinter denen auch ein Thunderbolt-3-Controller steckt. Die USB-Laufwerke funktionieren hingegen mit jedem USB-Port bis hinab zu USB 2.0.

Das steckt hinter den USB-Bezeichnungen
hieß zu Anfang hieß zwischenzeitlich heißt heute Marketing
USB 4.0 USB 4.0 USB4 20Gbps oder USB4 40Gbps
USB 3.2 USB 3.2 (Gen 2x2) SuperSpeed USB 20Gbps
USB 3.1 USB 3.1 Gen 2 USB 3.2 Gen 2 SuperSpeed USB 10Gbps
USB 3.0 USB 3.1 Gen 1 USB 3.2 Gen 1 SuperSpeed USB

SanDisks Extreme Pro Portable erstmals im Test

In diesem Vergleichstest stößt zu den bereits separat getesteten Modellen die schon länger verfügbare SanDisk Extreme Pro Portable SSD hinzu. Ihr Test stand noch aus. Das Laufwerk hat den anderen Modellen eine gewisse Outdoor-Tauglichkeit voraus. Die IP55-Zertifizierung bescheinigt ihr eine Resistenz, aber keine vollständige Dichtigkeit gegen Staub und Wasser. Mit Abmessungen von rund 11 × 5,7 × 1 cm ist das Format der Crucial X8 Portable ähnlich und länger als bei den USB-SSDs von Samsung. Das Gewicht gibt der Hersteller mit 79 Gramm an. Mit fünf Jahren ist der Garantiezeitraum länger als bei den Kontrahenten.

Die SanDisk Extreme Pro Portable
Die SanDisk Extreme Pro Portable (Bild: SanDisk)

Speicherkapazitäten von 500 GB, 1 TB und 2 TB stehen zur Auswahl. Intern ist eine WD Black SN750 des Mutterkonzerns Western Digital verbaut, die TLC-3D-NAND (64 Layer) mit einem hauseigenen Controller vereint und dank PCIe 3.0 x4 sogar weitaus schneller arbeiten könnte, als es ihr in diesem Fall das Limit der USB-Schnittstelle erlaubt. SanDisk nennt wie Crucial und Samsung maximal 1.050 MB/s beim Lesen über USB 3.2 Gen 2.

Eckdaten im Vergleich

SanDisk Extreme
Pro Portable
Crucial
X8 Portable
Samsung
Portable T5
Samsung
Portable T7
Samsung
Portable X5
Abmessungen (L × B × H) 110,3 × 57,3 × 10,2 mm 110 × 53 × 11,5 mm 74 × 57,3 × 10,5 mm 85 × 57 × 8,0 mm 117 × 62 × 19,7 mm
Gewicht 79 g 100 g 51 g 58 g 150 g
Kapazitäten 500 GB, 1 TB, 2 TB 500 GB, 1 TB 250 GB, 500 GB, 1 TB, 2 TB 500 GB, 1 TB, 2 TB
Schnittstelle (extern) USB 3.2 Gen 2 (10 Gbit/s) Thunderbolt 3
Schnittstelle (intern) PCIe/NVMe mSATA PCIe/NVMe
Anschluss USB Typ C zu Typ A/C USB Typ C zu Typ C
Max. Transferrate 1.050 MB/s 540 MB/s 1.050 MB/s 2.800 MB/s
Controller Western Digital SMI 2263 Samsung MGX Samsung
NAND-Flash TLC QLC TLC
Verschlüsselung AES 128 Bit AES 256 Bit
Schutzart IP55
Garantie 5 Jahre 3 Jahre

Nicht im Test enthalten ist die auf dem Artikelfoto noch abgelichtete WD Black P50 Game Drive (Test). Das erste Laufwerk mit USB-3.2-Gen-2x2-Interface funktioniert an der derzeit schnellsten USB-Schnittstelle noch nicht und die Redaktion hat entschieden, sie auch nicht über USB 3.2 Gen 2 an diesem Test teilnehmen zu lassen, bis das Problem behoben wurde oder bekannt ist, dass es den Betrieb über USB 3.2 Gen 2 nicht beeinflusst.

Testsystem

Die nachfolgenden Benchmarks werden auf einem System mit AMD Ryzen 7 3800X (Test) durchgeführt. M.2-SSDs werden im unteren M.2-Slot des Gigabyte Aorus X570 Master betrieben. Für Belüftung sorgt der 140-mm-Lüfter in der Front des Gehäuses Phanteks Eclipse P400S. Windows 10 Version 1909 mit allen aktuellen Updates ist installiert. Der Schreib-Cache war aktiviert.

Als Ausnahme von dieser Regel wurde die Samsung Portable X5 SSD an einem Razer Blade 15 2018 mit Intel Core i7-8750H betrieben (Windows 10 1909), das im Gegensatz zum AMD-System über einen Thunderbolt-3-Anschluss verfügt. Der Schreib-Cache war auch hier aktiviert.

Testergebnisse

CrystalDiskMark (ist nicht alles)

Im CrystalDiskMark 6.0.2 zeigen sich keine großen Überraschungen bei den USB-3.2-Gen-2-Laufwerken mit NVMe-SSD (T7 Touch, X8 Portable, Extreme Pro), da sich die sequenzielle Transferleistung nahe an den Herstellerangaben bewegt, obgleich das Maximum nicht ganz erreicht wird. Lesend sind die USB-3.2-Gen2-Modelle mit rund 1 GB/s nahezu identisch schnell. Beim Schreiben liegt die SanDisk-SSD 9 Prozent vor der Samsung T7.

Größere Differenzen gibt es beim wahlfreien Lesen, wo sich die SanDisk Extreme Pro Portable insgesamt als stärkstes Modell ihrer Klasse erweist. Beim wahlfreien Schreiben muss sie sich aber erneut in einem Test der Crucial-SSD geschlagen geben.

Außer Konkurrenz laufen die insgesamt viel schnellere Thunderbolt-SSD Samsung X5 und die durch internes mSATA viel langsamere Samsung T5.

Schreiben und Lesen in der Praxis

Dass man sich für ein fundiertes Testurteil nicht nur auf synthetische Benchmarks verlassen sollte, beweisen die praktischen Tests mit dem Transfer eines Steam-Ordners. Seine Kapazität beträgt 390 GB. Er wird sowohl vom Laufwerk gelesen als auch auf das Laufwerk geschrieben. Um zu zeigen, welchen Einfluss die Größe des Pseudo-SLC-Caches in Abhängigkeit des Kopiervolumens auf die Schreibleistung hat, wird nicht nur der komplette Ordner auf die SSD geschrieben, sondern auch die Hälfte (185 GB) und ein noch kleinerer Anteil (38 GB).

Den 390 GB großen Ordner liest die SanDisk Extreme Pro Portable ähnlich schnell wie die Samsung Portable T7. Generell ist der Unterschied zwischen allen getesteten Laufwerken aber gering. Zurück fällt lediglich die Samsung Portable SSD T5 mit mSATA-SSD, die langsamer liest als die anderen Laufwerke.

Steam-Ordner lesen (390 GB)
Einheit: Minuten, Sekunden
  • 390 GB von externem Laufwerk auf Samsung PM981:
    • Samsung Portable X5 1 TB
      10:39
    • Crucial X8 Portable 1 TB
      10:51
    • SanDisk Extreme Pro Portable 1 TB
      11:27
    • Samsung Portable T7 Touch 1 TB
      11:32
    • Samsung Portable T5 1 TB
      16:18

Beim Schreiben zeigt sich die Stärke der SanDisk-SSD, denn hier liegt sie unabhängig von der Ordnergröße an vorderster Front und kann sogar fast mit dem Thunderbolt-Laufwerk mithalten. Sie ist mit der Samsung Portable SSD X5 das einzige Laufwerk, bei dem offensichtlich kontinuierlich in den SLC-Cache geschrieben werden kann, weil ihn die SSD jeweils parallel zum Kopiervorgang durch den Übertrag in den TLC-Cache leert.

Samsungs T7 und insbesondere der Crucial X8 als einziges Modell mit QLC-Speicher geht hingegen irgendwann der SLC-Cache (42 respektive 180 GB) aus, sie werden dann langsamer. Der Leistungsunterschied ist dann massiv: Benötigt die Samsung T7 rund 20 Minuten zum Schreiben des 390-GB-Ordners, dauert es bei der Crucial X8 schon doppelt so lange. Beträgt das Kopiervolumen hingegen mehr als 42 und weniger als 180 GB, bleibt die X8 deutlich schneller.

Die SanDisk Extreme Pro Portable spielt mit nur 8 Minuten Transferdauer in einer ganz anderen Liga und holt sogar noch fast die Thunderbolt-SSD ein.

Wer oft sehr große Datenmengen auf den externen Speicher schreibt, sollte auf solche praktischen Tests jenseits des SLC-Caches achten. Mit den Standard-Benchmarks lassen sich die durchaus extremen Unterschiede nicht abbilden.

Steam-Ordner schreiben (38, 185 & 390 GB)
Einheit: Minuten, Sekunden
  • 38 GB von Samsung PM981 auf externes Laufwerk:
    • Crucial X8 Portable 1 TB
      0:42
    • Samsung Portable X5 1 TB
      0:42
    • SanDisk Extreme Pro Portable 1 TB
      0:42
    • Samsung Portable T7 Touch 1 TB
      0:48
    • Samsung Portable T5 1 TB
      1:17
  • 185 GB von Samsung PM981 auf externes Laufwerk:
    • Samsung Portable X5 1 TB
      3:57
    • SanDisk Extreme Pro Portable 1 TB
      4:00
    • Crucial X8 Portable 1 TB
      5:33
    • Samsung Portable T5 1 TB
      7:12
    • Samsung Portable T7 Touch 1 TB
      9:20
  • 390 GB von Samsung PM981 auf externes Laufwerk:
    • Samsung Portable X5 1 TB
      7:41
    • SanDisk Extreme Pro Portable 1 TB
      8:09
    • Samsung Portable T5 1 TB
      17:24
    • Samsung Portable T7 Touch 1 TB
      20:02
    • Crucial X8 Portable 1 TB
      41:00

Temperaturverhalten

Die Temperaturen sind bei der SanDisk Extreme Pro Portable wie auch bei den anderen USB-SSDs im Testfeld kein Problem. Nach 5 Minuten Dauerlast meldet der Sensor lesend 56 °C und schreibend 54 °C. Die Leistung wird nicht gedrosselt und bleibt konstant. Die Temperaturen liegen aber etwas höher als bei Crucial X8 und Samsung T7. Extern ist hingegen die Crucial X8 die wärmste SSD, sie erreicht bis zu 56 °C an der Oberfläche. Drosseln muss aber kein Laufwerk die Schreib- oder Leserate im Test.

Fazit

Der Test zeigt: Wer externe SSDs nur aufgrund der Geschwindigkeit im Pseudo-SLC-Cache beurteilt, höchstwahrscheinlich weil es die meisten Tests mit CrystalDiskMark auch nur tun, wird schnell in die Irre geleitet, wenn dieser Cache nicht mehr zur Verfügung steht. Wie groß er ist, hängt von dem Modell, seiner Kapazität und am Ende sogar noch vom Füllstand ab. Die Unterschiede sind durchaus immens.

Je voller die SSD in der Regel ist und je umfassender die schreibenden Daten sind, desto eher macht die Leistung nach dem schnellen Cache den Unterschied. Die Crucial X8 Portable SSD macht das besonders deutlich: Leer ist sie bei Dateitransfers bis 180 GB fast so schnell wie SanDisk Extreme Pro Portable und Samsung Portable SSD X5, weil ihr Pseudo-SLC-Cache derart groß ist. Danach stolpert sie hingegen über die auf unter 100 MB/s einbrechenden QLC-Schreibraten. Aus dem 390-GB-Schreibtest geht sie somit mit Abstand als Letzte hervor – noch hinter der alten Samsung Portable SSD T5 mit mSATA-SSD.

Besagte Samsung Portable SSD T5 ist hier auf einmal sogar schneller als die neue Portable SSD T7 Touch, obwohl sie durch mSATA auf maximal 550 MB/s beschränkt ist. Dank höherer Parallelisierung erreicht sie allerdings nach dem Pseudo-SLC-Cache auch über 400 MB/s, während die T7 nur noch rund 300 MB/s schafft. Je deutlicher die zu schreibenden Daten den SLC-Cache also überragen, desto stärker büßt die T7 im Vergleich zur T5 ein.

Die SanDisk Extreme Pro Portable SSD als Neuzugang im Testfeld zeigt beim Schreiben großer Datenmengen keinerlei Schwächen. Ganz im Gegenteil: Den 390-GB-Ordner schreibt sie fast so schnell wie die Thunderbolt-SSD Samsung X5 und mehr als doppelt so schnell wie die USB-Konkurrenz. Auch beim Lesen und in Benchmarks ist die SanDisk-SSD bärenstark, was nicht zuletzt daran liegt, dass intern mit der WD Black SN750 eine sehr potente NVMe-SSD steckt, die durch die externe USB-Schnittstelle noch ausgebremst wird.

Den Fingerabdrucksensor der Samsung Portable SSD T7 Touch hat die SanDisk-SSD nicht. Dafür bietet sie als einziges Modell im Testfeld einen gewissen Schutz vor Staub und Wasser nach IP55-Zertifizierung. Hinzu kommt eine zwei Jahre längere Garantie als bei der Konkurrenz. Die AES-Datenverschlüsselung erfolgt allerdings noch mit 128 statt 256 Bit, was zumindest erwähnt werden sollte.

Im Gesamtpaket überzeugt die SanDisk Extreme Pro Portable als beste externe SSD mit USB 3.2 Gen 2 im Test. Mit rund 220 Euro ist das getestete 1-TB-Modell allerdings auch ein gutes Stück teurer als die Crucial X8 (180 Euro) oder die Samsung T7 Touch (205 Euro). Potentiell besonders attraktiv ist die Extreme Pro Portable in der 500-GB-Variante, die mit rund 135 Euro ähnlich viel wie die genannte Konkurrenz kostet. Angesichts der Eckdaten der verbauten WD Black SN750 ist auch kein größerer Leistungsverlust gegenüber dem 1-TB-Modell zu erwarten.

Wem die Leistung von SATA genügt, der findet mit der Samsung Portable T5 eine weitaus günstigere Alternative. Wer auf maximale Durchsatzraten aus ist, muss für die Thunderbolt-SSD Samsung X5 hohe 360 Euro für 1 TB hinlegen. Ihr Nachteil neben dem Preis: Sie funktioniert nur an einem USB-Typ-C-Anschluss mit Thunderbolt 3.

Externe SSDs im Preisvergleich
500 GB 1 TB 2 TB
SanDisk Extreme Pro Portable 135 € 220 € 550 €
Crucial X8 Portable 130 € 180 €
Samsung Portable T7 140 € 205 € 400 €
Samsung Portable T5 95 € 170 € 350 €
Samsung Portable X5 205 € 360 € 620 €
Quelle: Geizhals, Stand: 05.03.2020, Preise gerundet

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