IDC: Der Tablet-Markt bricht um über 18 Prozent ein

Nicolas La Rocco
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IDC: Der Tablet-Markt bricht um über 18 Prozent ein
Bild: Huawei

Der Tablet-Markt bekommt im ersten Quartal laut IDC erstmals die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie zu spüren. Global betrachtet sind die Absatzzahlen um über 18 Prozent eingebrochen, Apple hat es mit einem Minus von über 30 Prozent am stärksten getroffen. Dennoch behält der Hersteller des iPad die Spitzenposition.

Apples Absatzzahlen mit dem iPad sind einer aktuellen Marktanalyse von IDC zufolge um 30,4 Prozent im ersten Quartal des Jahres eingebrochen. Konnte Apple im ersten Quartal 2019 noch 9,9 Millionen Tablets verkaufen, waren es dieses Jahr nur noch 6,9 Millionen Stück. Apple habe im letzten Jahr besonders viele Tablets absetzen können, sodass im neuen Jahr eine geringere Nachfrage die Folge sei, so IDC. Tablets werden im Schnitt deutlich seltener erneuert als Smartphones, die zwischenzeitlich allerdings ebenfalls deutlich länger in Benutzung bleiben als noch vor ein paar Jahren.

Apple bleibt vor Samsung an der Spitze

Mit einem Marktanteil von 28 Prozent hat Apple das Segment jedoch weiterhin unter Kontrolle, wenngleich Samsung mit nun über 20 Prozent dichter als zuvor auf den Fersen ist. Bei Samsung habe es Wachstum sowohl im Bereich der reinen Tablets als auch im Segment der Detachables gegeben, zu denen IDC Tablets zählt, an die eine Tastatur angedockt werden kann. Samsung versucht sich zudem in neuen Bereichen wie Tablets mit 5G-Unterstützung, wie das im Heimatland Südkorea verfügbare Galaxy Tab S6 5G zeigt. Mit 5 Millionen Tablets hat Samsung 200.000 mehr als vor einem Jahr ausgeliefert.

Huawei ist ohne Google nur in China stark

In bekannter Reihenfolge folgt auf dem dritten Platz Huawei, das nach Apple mit einem Minus von 8,3 Prozent den zweitgrößten Rückgang unter den fünf größten Tablet-Anbietern hinnehmen muss. Das Unternehmen hat im ersten Quartal des Jahres 3 Millionen Tablets und damit 200.000 weniger als im Vorjahr verkauft. Parallel dazu ist aber der Marktanteil aufgrund von Verschiebungen unter den einzelnen Herstellern von 10,7 Prozent auf 12 Prozent gestiegen. Huaweis Geschäft sei IDC zufolge vor allem in China stark gewesen, während in anderen Ländern die fehlenden Google-Dienste etwa auf dem MatePad Pro ein Hindernis für bessere Verkaufszahlen gewesen seien.

Q1 2020
Auslieferungen
Q1 2019
Auslieferungen
Veränderung Q1 2020
Marktanteil
Q1 2019
Marktanteil
Apple 6,9 9,9 – 30,4 % 28,0 % 32,9 %
Samsung 5,0 4,8 + 3,9 % 20,2 % 16,0 %
Huawei 3,0 3,2 – 8,3 % 12,0 % 10,7 %
Lenovo 1,6 1,6 + 1,9 % 6,4 % 5,2 %
Amazon 1,4 1,3 + 6,4 % 5,8 % 4,5 %
Andere 6,8 9,2 – 26,6 % 27,5 % 30,7 %
Insgesamt 24,6 30,1 – 18,1 % 100,0 % 100,0 %
Quelle: IDC – Angaben in Millionen Stück

Hinter Huawei kam es nach längerer Zeit zu einem Platztausch zwischen Lenovo und Amazon. Lenovo liegt mit 1,6 Millionen Tablets und 5,8 Prozent Marktanteil nun vor dem Versandhaus. Wachstum könne Lenovo vor allem in den USA, Japan und Westeuropa verzeichnen, während in anderen Regionen die Verkaufszahlen rückläufig seien, so IDC.

Amazon liefert mehr als 75 Prozent an die USA

Auch für Amazon sind die USA mit einem Anteil von mehr als 75 Prozent der wichtigste Markt. Damit sind mehr als eine Million der insgesamt 1,4 Millionen von Amazon im ersten Quartal abgesetzten Tablets innerhalb der Vereinigten Staaten verkauft worden. Das sind 100.000 mehr als im Vorjahr. Obwohl Amazon auf den fünften Platz abgerutscht ist, hat sich der Marktanteil von 5,8 Prozent auf 6,4 Prozent verbessert.

Das Abrutschen im Ranking bei gleichzeitigem Zuwachs des Marktanteils lässt sich über die Situation aller anderen Tablet-Anbieter abseits der fünf größten erklären. Nach Apple haben diese zusammengefasst mit einem Minus von 26,6 Prozent den zweitgrößte Rückgang verzeichnet. Auf „andere Hersteller“ entfallen demnach nur noch 6,8 Millionen Tablets, während vor einem Jahr noch 9,2 Millionen Tablets verkauft wurden.

IDCs Schlussfolgern, die COVID-19-Pandemie sei für den starken Rückgang verantwortlich, steht durchaus im Widerspruch mit den für das 1. Quartal von vielen Herstellern vorgelegten Quartalszahlen. Weltweite Auswirkungen hatte die Pandemie erst im März und damit hatte sie auch erst dritten Drittel des 1. Quartals angefangen das Geschäft negativ zu beeinflussen. In den berichteten Zahlen spiegelte sich die Krise deshalb oft noch gar nicht wieder. Im 2. Quartal dürfte das anders sein.

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