Autohaus der Zukunft: Mercedes analysiert mit KI-Kameras das Kundenverhalten

Nicolas La Rocco 90 Kommentare
Autohaus der Zukunft: Mercedes analysiert mit KI-Kameras das Kundenverhalten
Bild: Daimler

Mercedes-Benz erprobt in Böblingen mit Hilfe von KI-Technologie von Nvidia und des schwedischen Startups Modcam, wie sich die Autohäuser des Unternehmens vom Aufbau her bei der Positionierung von Fahrzeugen und Angeboten optimieren lassen. Der Sensor ist mit einem Jetson Nano für die lokale Datenverarbeitung bestückt.

Modcam aus Schweden nimmt an Nvidias Startup-Programm Inception teil, das junge Unternehmen mit Werkzeugen für die Entwicklung, Expertise und Hilfe für den Markteintritt unterstützt. MOD.03 ist der aktuelle Kamerasensor von Modcam, mit dem sich in Echtzeit Bewegungsprofile auf einer Verkaufsfläche erstellen und analysieren lassen. Autohändler können so zum Beispiel ermitteln, wo sich Kunden besonders lange aufhalten, welche Bereiche der Verkaufsfläche von besonderem Interesse sind, wo sich Grüppchen bilden oder wo die Verweildauer wie lange ist. Auf Basis der Informationen können Händler ihre Autohäuser entsprechend optimieren. Mercedes-Benz will die nächste Generation seiner Showrooms mit der neuen Sensorik von Modcam ausstatten.

MOD.03 wertet in Echtzeit ohne Speichern aus

Bei Modcam sollen keinerlei private Informationen gesammelt oder gespeichert werden. Die neuronalen Netze, die an der Edge des Netzwerks, also unmittelbar in Nähe des Sensors und nicht in der Cloud ausgeführt werden, sollen Kunden als Personen ohne identifizierbare Merkmale aufzeichnen. Das aktuelle MOD.03-Modul mit integriertem Nvidia Jetson Nano für die Datenverarbeitung ist zwar mit einem Kamerasensor ausgerüstet, intern werden die Bilder jedoch analysiert, als Bewegungspunkte auf einer Karte ausgewertet und anschließend wieder verworfen und somit nicht gespeichert.

Modcam MOD.03 mit Nvidia Jetson Nano
Modcam MOD.03 mit Nvidia Jetson Nano (Bild: Modcam)

Jetson Nano ist eine von Nvidia letztes Frühjahr als Steckmodul und Developer Kit vorgestellte Recheneinheit, deren CPU aus vier Kernen des Typs ARM Cortex-A57 besteht, die um eine Maxwell-GPU mit 128 aktivierten CUDA-Kernen ergänzt wird. Mit 99 US-Dollar ist Jetson Nano Nvidias günstigste Plattform für KI-Anwendungen.

Auf dem Jetson Nano führt Modcam parallel mehrere neuronale Netze für die Videoanalyse unter Zuhilfenahme des Metropolis-Frameworks von Nvidia aus. Metropolis ist von Nvidia für smarte Städte und deren Infrastruktur entwickelt worden, um Daten und Erkenntnisse aus Milliarden von Sensoren und anderen IoT-Geräten zu gewinnen. Das Anwendungs-Framework lässt sich neben der Crowd-Analyse zum Beispiel für die Warteschlangenverwaltung, Frachtverfolgung und Routenoptimierung, Echtzeitwarnungen für Infrastruktur oder das Verkehrsmanagement nutzen. Die Spanne der unterstützten Hardware reicht vom kleinen Jetson Nano bis hin zu jüngsten Ankündigungen wie dem EGX A100 mit Ampere-Architektur.

ComputerBase hat Informationen zu diesem Artikel von Nvidia unter NDA erhalten. Die einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt.