Asus ROG Theta Electret im Test: Marke und hohe UVP machen noch kein gutes Headset

Michael Schäfer 87 Kommentare
Asus ROG Theta Electret im Test: Marke und hohe UVP machen noch kein gutes Headset

tl;dr: Immer mehr Hersteller entdecken die Elektrostatentechnik für ihre Headsets. Nach dem Precog von XPG zeigt Asus mit dem ROG Theta Electret erneut die Stärke, aber vor allem die Schwächen der Technologie auf. Auch das Mikrofon enttäuscht auf ganzer Linie. Das teure Produkt geht am Ende so am Kunden vorbei.

Design und Verarbeitung

Das ROG Theta Electret von Asus als Ungetüm zu bezeichnen, wäre nicht übertrieben. Dafür spricht nicht nur das voluminöse Erscheinungsbild, sondern auch das Gewicht vom 555 g inklusive Kabel. Für diesen Eindruck sorgen schon alleine der metallene Bügel sowie die aus Aluminium gefertigten Aufhängungen samt übergroßen Ohrmuscheln. Letztere fallen bereits aufgrund der darin unterzubringenden und sich vor allem an audiophile Spieler richtenden Technik größer als von anderen Headsets gewohnt aus.

Die Verarbeitung und die Materialverwendung sind in vielen Teilen dem von Asus ausgerufenen UVP von 299 Euro angemessen – aber dennoch nicht perfekt. So ist das Headset zwar sehr stabil gefertigt, neigt aber an den Verbindungspunkten zwischen Bügel und Halterungen der Ohrmuscheln zu deutlich vernehmbaren Knarzgeräuschen, die auch bei aufgesetztem Headset und Bewegungen hörbar sind.

Asus Rog Theta Electret im Test
Asus Rog Theta Electret im Test

Fest verbundenes Kabel kann zum Problem werden

Die mit einem Silbermantel umgebenen und für das Mikrofon sowie den Kopfhörer einzeln voneinander abgeschirmten Kupferkabel sind zum Schutz mit einer dicken Stoffummantelung versehen, die auch das Darüberfahren mit dem Schreibtischstuhl übersteht. Weniger vorteilhaft ist die feste Verbundenheit zwischen Kabel und Headset, was bei einem Kabelbruch zu Problemen führen wird. Dass ein solch teures Headset in diesem Fall schnell zu Elektroschrott werden kann, ist dem Preis weniger entsprechend. Andere Hersteller haben dieses Problem besser gelöst, indem sie entweder komplett auf einen Klinkenanschluss am Headset setzen oder bei Eigenlösungen zumindest Ersatzkabel zum Kauf anbieten – wenn auch nicht selten zu horrenden Preisen.

Asus Rog Theta Electret XPG Precog
Bauform: Over Ear, halboffen Over Ear, geschlossen
Treiber: Elektrostatisch + Neodymium
Anschlüsse: 3,5 mm Klinke 3,5 mm Klinke, USB, Kabel am Headset abnehmbar
Drahtlose Verbindungen:
Frequenzbereich Kopfhörer: Klinke: 20 Hz – 40.000 Hz Klinke: 5 Hz – 50.000 Hz
USB: 5 Hz – 50.000 Hz
Laufzeit bei drahtloser Verbindung:
Entfernung bei drahtloser Verbindung:
Drahtloses Laden: Nein
Bedienelemente am Headset: Ja Nein
Kabelfernbedienung: Nein Ja
Integrierte Soundkarte: Nein Ja
Raumklang: Nein Ja
Frequenzbereich Mikrofon: Klinke: 100 Hz – 10.000 Hz Klinke: 20 Hz – 20.000 Hz
USB :20 Hz – 20.000 Hz
Mikrofon Eigenschaften: abnehmbar, stummschaltbar, justierbar abnehmbar, stummschaltbar, justierbar, Popschutz
RGB-Beleuchtung: Nein Ja
Kühlung:
Vibrationsfunktion: Nein
Gewicht: 555 g 362 g

Das Headset führt mit einem 3,5-mm-Klinkenstecker einen rein analogen Anschluss, womit das Theta Electret über keine interne Soundkarte verfügt. Der Anschluss besitzt vier Pole, für am Quellgerät separat vorhandene Anschlüsse für Ein- und Ausgang legt Asus einen Adapter auf zwei dreipolige Stecker bei. Das fest verbundene Kabel weist dabei eine Länge von 1,5 m auf, mit Adapter sind es 2,7 m. Bei der Festlegung der Anschlüsse widerspricht sich der Hersteller dann und empfiehlt für das Betreiben des Headsets eine leistungsstarke Soundkarte oder einen entsprechenden DAC, die in den meisten Fällen jedoch getrennte Ein- und Ausgänge besitzen. Die Ein-Stecker-Variante gilt eher für Onboard-Lösungen und Notebooks, an denen das Theta Electret aber laut Asus nicht betrieben werden soll. Warum setzt das Unternehmen also nicht direkt auf ein langes Kabel mit zwei Anschlüssen und einen Adapter für einen Steckeranschluss für den weniger wahrscheinlichen Fall?

Aufgrund der Dual-Treiber fallen die Ohrmuscheln beim Rog Theta Electret besonders groß aus
Aufgrund der Dual-Treiber fallen die Ohrmuscheln beim Rog Theta Electret besonders groß aus

Ein einziges Bedienelement am Headset

Bedienelemente sind bis auf die Stummschaltung des abnehmbaren Mikrofons weder am Headset selbst noch am Kabel zu finden. Sogar auf die obligatorische Lautstärkeregelung wird verzichtet, sodass diese am Quellgerät selbst vorgenommen werden muss – was vor allem bei hauptsächlicher Verwendung eines Lautsprechers nicht selten zu Schreckmomenten führen kann.

Trotz hohem Gewicht angenehm zu tragen

Der Tragekomfort des ROG Theta Electret ist hoch. Der den eigenen Vorlieben einzustellende Bügel sorgt durch das rund 1,5 cm dicke und mit Stoff umzogene Kopfpolster für einen straffen, aber nicht unangenehmen Sitz. Da im Gegensatz zu anderen Vertretern seiner Zunft beim Theta Electret die Kabelzufuhr separat über die jeweilige Ohrmuschel und nicht über den Bügel führt, lassen sich diese um knapp 90 Grad neigen, aber nicht drehen. So erfolgt die Anpassung an die jeweilige Kopfform nur in eine Richtung. Deren Größe wandelt sich an diesem Punkt zu einem Vorteil, da die Polster durch die optimierte D-Form auch größere Ohren komplett umschließen können.

Asus legt dem Rog Theta Electret Polster mit Kunstleder- und Stoffüberzug bei
Asus legt dem Rog Theta Electret Polster mit Kunstleder- und Stoffüberzug bei

Asus stattet die Ohrpolster des Headsets mit einem Bezug aus 100-prozentigem Proteinleder aus, legt aber zusätzlich noch einen Satz Polster mit schnell kühlendem Textilgewebe bei, die auf der Innenseite zur besseren Dämpfung jedoch ebenso mit Kunstleder umzogen sind. Der Stoff selbst soll für eine 25 Prozent bessere Kühlleistung sorgen.

Bei den Kunstlederbezügen können Ohren besonders zu den jetzt anbrechenden wärmeren Tagen bei längerem Tragen schnell ins Schwitzen kommen, auch wenn der Effekt nicht so stark ausfällt wie bei anderen Headsets mit entsprechenden Überzügen. Dies soll laut Asus unter anderem auf die oben und unten an den Hörmuscheln angebrachten Luftschlitze zurückzuführen sein, die für einen guten Wärmeaustausch sorgen sollen.

Auch die Halterungen der Ohrmuscheln sind aus Aluminium gefertigt
Auch die Halterungen der Ohrmuscheln sind aus Aluminium gefertigt

Auf RGB-Spielereien verzichtet Asus beim vorgestellten Headset schon alleine aufgrund der rein analogen Ausrichtung – was nicht unbedingt von Nachteil ist.

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