Multi-Chip-Prozessor: AMD liefert keinen neuen Treiber für Intel Kaby Lake-G

Sven Bauduin 95 Kommentare
Multi-Chip-Prozessor: AMD liefert keinen neuen Treiber für Intel Kaby Lake-G

Die ungewöhnliche Fusion Kaby Lake-G (Test) von Intel und AMD, bestehend aus einer Core-CPU der 8. Generation und einer Radeon-GPU in Form der Radeon RX Vega M, einem Vega-Polaris-Hybriden, erhält voraussichtlich keinen neuen Treiber mehr für das Mai 2020 Update von Microsoft alias Windows 10 2004 („20H1“).

Bereits im Oktober 2019 hatte Intel Kaby Lake-G mit AMD-GPU eingestellt, der letzte offizielle Treiber für Kaby Lake-G und dessen integrierter Radeon Vega M GH/GL war der Adrenalin 2020 Edition 20.2.2 WQHL vom 5. März. Dabei soll es voraussichtlich bleiben, wie Tom's Hardware berichtet.

Aktuelle AMD-Treiber lassen sich nicht installieren

Nachdem die Versorgung mit Grafiktreibern für Kaby Lake-G bereits in der jüngeren Vergangenheit mehr schlecht als recht erfolgte, hat AMD den Update-Pfad ganz eingestellt und liefert keine neuen Treiber mehr für den Multi-Chip-Prozessor aus. Die letzten beiden AMD-Grafiktreiber, der Adrenalin 2020 Edition 20.4.2 WHQL und der für Windows 10 2004 („20H1“) optimierte Adrenalin 2020 Edition 20.5.1, welcher noch nicht WHQL-zertifiziert ist, lassen sich nicht auf einem NUC vom Typ Hades Canyon installieren.

Jeden Versuch, einen aktuellen AMD-Grafiktreiber auf dem 1,2-Liter-PC zu installieren, quittiert die Installationsroutine mit dem Fehler 182.

Aktuelle AMD-Grafiktreiber sind mit Kaby Lake-G nicht kompatibel
Aktuelle AMD-Grafiktreiber sind mit Kaby Lake-G nicht kompatibel (Bild: Tom's Hardware)

Intel um weitere Unterstützung bemüht

Gegenüber Tom's Hardware teilte Intel mit, dass das Unternehmen sich um eine weitere Unterstützung aktueller AMD-Treiber für Kaby Lake-G bemühe. Wann AMD die Multi-Chip-Prozessoren vom Typ Kaby Lake-G wieder unterstützt, bleibt unklar. Eine Anfrage von Tom's Hardware an AMD soll bislang ohne Antwort geblieben sein.

We are working to bring back Radeon graphics driver support to Intel NUC 8 Extreme Mini PCs (previously codenamed “Hades Canyon”).

Intel

Bereits seit Ende Januar 2020 lässt sich der Chip nicht mehr bei Intel bestellen, für den erst im Januar 2018 der Startschuss erfolgt war. Eine sinkende Nachfrage wurde seitens Intel als Ursache angeführt, weshalb ein Nachfolger für Kaby Lake-G nicht in Sicht ist.

Intel setzt zukünftig auf Xe

Intel wird künftig vermehrt auf seine eigenen Grafiklösungen vom Typ Xe setzen, die in Form der CPU-Generation Tiger Lake in ersten Benchmarks positiv überraschen könnte. Demnach macht das Quad-Core-Modell mit Xe-Grafik einen großen Sprung nach vorne und setzt sich deutlich von Ice Lake ab.