Thermalright TA 140 im Test: Messergebnisse und Fazit

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Thomas Böhm 48 Kommentare

Testsystem und Methodik

Für den Test des Thermalright TA 140 wird die AM4-Plattform für Kühlertests genutzt. Dabei kommt ein AMD Ryzen 7 1700X (Test) zum Einsatz, der im geräumigen Thermaltake Suppressor F51 untergebracht wird. Messungen werden sowohl mit Basistakt als auch bei übertaktetem Prozessor durchgeführt. Alle Details zu dem Testsystem und der Methodik hält der Artikel „So testet ComputerBase CPU-Luftkühler“ bereit.

Messergebnisse

Um verschiedene CPU-Kühler sinnvoll miteinander vergleichen zu können, werden die Konkurrenten nicht bei gleicher Drehzahl, sondern in Relation zum Schalldruckpegel dargestellt. Diese Variante berücksichtigt eine unterschiedliche Anzahl an Lüftern ebenso wie verschiedene Lüfterformate. Im Diagramm wird die Temperaturdifferenz zwischen CPU- und Raumtemperatur auf der Y-Achse gezeigt, während auf der X-Achse der zugehörige Schalldruckpegel des jeweiligen Kühlers aufgetragen wird.

Ein Kühler ist umso leistungsstärker, je weiter unten sich seine Kurve im Diagramm befindet, und umso leiser, je weiter links die Kurve verläuft. Temperaturdifferenzen werden in Kelvin angegeben. Zum Übertragen auf den heimischen PC kann der entsprechende Wert einfach auf die Raumtemperatur in °C addiert werden, um die Prozessortemperatur in °C zu erhalten. Die Farbkodierung im Diagramm zeigt die Kühlerklasse: Kompaktwasserkühlungen sind in Blau, Doppelturm-Luftkühler in Schwarz, größere Tower-Kühler in Orange, mittlere Tower-Kühler in Grün und Topblow-Kühler in Grau dargestellt. Das neue Testmuster ist in Rot abgebildet. Per Klick auf eine Linie im Diagramm wird der entsprechende Legenden-Eintrag hervorgehoben und via Klick auf selbigen die zugehörige Linie ein- oder ausgeblendet.

Hinweise zur Darstellung der Daten

Es gilt zu beachten, dass beinahe übereinanderliegende Linien in diesem Plot bedeuten, dass die Kühler quasi gleich sind. Eine noch feinere Unterscheidung ist aufgrund der üblichen Messungenauigkeiten nicht sinnvoll, weshalb eine höher aufgelöste Darstellung bewusst nicht verfügbar ist. Wie an den Daten der Kühler beim Standardtakt des Prozessors ablesbar ist, spielt es ohne Übertaktung ohnehin kaum eine Rolle, welche Kompaktwasserkühlung oder welcher (größere) Luftkühler eingesetzt wird, da die Kühler kaum gefordert werden. Erst bei übertakteter CPU trennt sich die Spreu vom Weizen.

Um durchgehende Linien zu erhalten, werden die Daten zwischen den einzelnen Messpunkten interpoliert. Die zugrundeliegenden Daten mit nur linear verbundenen Punkten sind jeweils im zweiten der Diagramm-Paare zu finden. Weitere Informationen hierzu enthält der Artikel „Kühlertest-Methodik: Nur auf den ersten Blick ist Kühlertesten einfach“.

Der TA 140 sortiert sich im gehobenen Mittelfeld ein. Er schlägt im Testsystem sowohl den Thermalright HR-02 Macho (Test) als auch den Scythe Mugen 5 (Test). Mit dem Scythe Fuma 2 (Test) liefert er sich ein Duell auf Augenhöhe, das der Fuma 2 erst bei hohen Drehzahlen knapp für sich entscheiden kann. Für seinen schmalen Kühlturm ist das Ergebnis des TA 140 sehr gut. Er kann den übertakteten 8-Kern-Prozessor ohne Probleme bändigen und auch die Temperaturen der CPU-Spannungswandler bleiben im unkritischen Bereich, solange der 140-mm-Lüfter für Luftbewegung im Bereich des CPU-Sockels sorgt.

Ein Wechsel auf den Noctua NF-A15 als Referenzlüfter lässt den Thermalright TA 140 unbeeindruckt. Das Ergebnis ist nahezu unverändert zum Serienlüfter: Ein Wechsel des Serienlüfters ist aus Leistungssicht also uninteressant. Eine Auffälligkeit offenbart der Vergleich zwischen TA 140 und Silver Arrow T8. Der rein nach Datenblatt deutlich stärkere Doppelturm Thermalright Silver Arrow T8 (Test) schneidet schlechter ab als der kleinere TA 140. Das ist zwar eine schlechte Werbung für das Flaggschiff Silver Arrow, aber ein Pluspunkt für den Thermalright TA 140: Die AM4-Schwäche des größeren Modells hat er offensichtlich nicht geerbt.

Audio-Aufnahmen des Kühlers

Neben den Schallpegelmessungen für den Vergleich verschiedener Kühler miteinander wird zusätzlich das Klangprofil bei den getesteten Drehzahleinstellungen aufgenommen. Dazu kommt ein Behringer-ECM8000-Mikrofon mit dem USB-Audiointerface Behringer U-Phoria UMC202HD zum Einsatz. Das Mikrofon wird in wenigen Zentimetern Abstand zum Kühler platziert. Diese Aufnahmen sind nicht als Ersatz für Schallpegelmessungen gedacht, sondern sollen lediglich einen Eindruck zum Klangprofil und zu möglichen Nebengeräuschen der Ventilatoren ermöglichen.

Thermalright TA 140 0 U/min
Thermalright TA 140 Serienlüfter 600 U/min
Thermalright TA 140 Serienlüfter 800 U/min
Thermalright TA 140 Serienlüfter 1.200 U/min
Thermalright TA 140 Serienlüfter 1.425 U/min
Thermalright TA 140 Referenzlüfter 600 U/min
Thermalright TA 140 Referenzlüfter 1.000 U/min
Thermalright TA 140 Referenzlüfter 1.470 U/min

Der Serienlüfter des Thermalright TA 140 erzeugt ein tieffrequentes Summen im Betrieb, das mit steigender Drehzahl etwas heller wird. Das Betriebsgeräusch bleibt im Verhältnis zur Drehzahl aber im Rahmen, sodass dem Kühler Tauglichkeit für den Silent-Betrieb bescheinigt werden kann. Bei knapp 1.500 U/min bei einem 140-mm-Lüfter ist es schließlich egal, welcher Lüfter eingesetzt wird, da die unvermeidlichen Luftgeräusche dominieren.

Fazit

Thermalright bietet mit dem TA 140 einen soliden und gut verarbeiteten Tower-Kühler an. Die schlanke Bauweise des Prozessorkühlers erlaubt einen einfachen Zugang zum Mainboard und lässt Platz für hohen RAM. Der ordentliche Serienlüfter sorgt schließlich dafür, dass der Kühler seine Arbeit im Leerlauf leise und bei Bedarf mit hohem Luftdurchsatz verrichtet.

Thermalright TA 140
Thermalright TA 140

Als ewiger Kritikpunkt bleibt beim TA 140 das veraltete Montagesystem von Thermalright zu nennen, dessen Nachteile lediglich durch den schlanken Kühlturm und die damit bessere Zugänglichkeit als bei größeren Tower-Kühlern abgemildert wird. Abseits davon verrichtet der Kühler seine Arbeit zuverlässig, sodass sich seine Leistung mit dem Verkaufspreis im Einklang befinden muss, um ihn zu einem attraktiven Produkt zu machen.

Hier ist die Konkurrenz groß: Thermalright gibt eine Preisempfehlung von knapp 55 Euro für den TA 140 an, wobei der Marktpreis mit steigender Verfügbarkeit tendenziell etwas sinken wird. Der Neuling schlägt die gehobene Mittelklasse in Form von Scythe Mugen 5 (Test) und Thermalright HR-02 Macho (Test), kostet jedoch auch mehr. Preislich ähnlich ist der Scythe Fuma 2 (Test) aufgestellt, der für gut 50 Euro ein empfehlenswertes Paket bestehend aus hoher Kühlleistung, sehr guter Kompatibilität und exzellenter Montage darstellt. Der TA 140 erreicht fast die Leistung des Doppelturms Fuma 2, obwohl er nur mit einem Ventilator arbeitet, bleibt aber insbesondere beim Montagekomfort zurück.

Thermalright TA 140
Produktgruppe Prozessorkühler, 17.06.2020
  • Kühlleistung
    +
  • Qualität Kühlkörper
    ++
  • Qualität Lüfter
    +
  • Montage
  • Ausstattung
    +
  • Sehr gute Verarbeitung
  • Gute Kühlleistung
  • Veraltetes Montagesystem

ComputerBase hat den Thermalright TA 140 vom Hersteller zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.

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