Asus ProArt: Mini-LED-Monitore mit Kontrastoptimierung

Michael Günsch 15 Kommentare
Asus ProArt: Mini-LED-Monitore mit Kontrastoptimierung
Bild: Asus

Asus kündigt die Verfügbarkeit neuer Monitore mit Mini-LED-Technik und 4K-UHD-Auflösung für den professionellen Sektor an. Der ProArt PA32UCX-PK liefert 1.152 einzeln regulierbare Mini-LED-Zonen auf 32 Zoll. Beim ProArt PA27UCX-K sind es 576 Zonen auf 27 Zoll. Neu ist die Technik zur Kontrastoptimierung bei spitzen Blickwinkeln.

Kompensationsschicht für besseren Kontrast von der Seite

Obwohl sich die Spezifikationen des neuen ProArt PA32UCX-PK wie beim älteren PA32UCX-K lesen, kostet der Neuling mit rund 4.000 Euro UVP und aktuell 3.680 Euro* im Handel deutlich mehr als das ältere Modell, das derzeit für rund 2.900 Euro zu haben ist. Auf Nachfrage der Redaktion hat Asus erklärt, dass der Hauptunterschied in der Qualität respektive Qualitätsprüfung des Panels liege. Zudem bietet der PA32UCX-PK mit der sogenannten Asus Off-Axis Contrast Optimization ein neues Feature, das mit einer „zusätzlichen Kompensationsschicht“ für besseren Kontrast und eine Reduzierung der Halo-Effekte bei seitlicher Betrachtung aus spitzen Blickwinkeln sorgen soll. Ein Werbevideo des Herstellers veranschaulicht das Prinzip.

Die meisten Mini-LED-Montiore haben Probleme mit der Farbgenauigkeit, wenn sie von der Seite betrachtet werden, was ein großes Problem ist, wenn kreative Profis mit Kunden und Kollegen an einem Monitor gemeinsam arbeiten möchten. Die bahnbrechende Off-Axis Kontrastoptimierung der PA32UCX-PK- und PA27UCX-K-Modelle löst dieses Problem mit einer zusätzlichen Kompensationsschicht, welche die Lichtausbreitung kontrolliert. OCO reduziert den sogenannten Halo-Effekt um 80% und sorgt für ein 7-mal besseres Kontrastverhältnis in dunklen Bereichen, wenn der Monitor aus einem spitzen Winkel betrachtet wird. Dank der OCO-Technologie gewährleisten die beiden 4K-HDR-Monitore, dass der Bildschirminhalt für alle Betrachter korrekt dargestellt wird.

Asus

Beim kleineren PA27UCX-K, der rund 3.000 Euro (UVP) respektive 2.910 Euro* bei ersten Händlern kostet, kommt diese Technik ebenfalls zum Einsatz.

Kalibrierte Profi-Ausstattung

Mit diesen Preisen disqualifizieren sich die Monitore für die meisten Verbraucher, sind aber auch vornehmlich für professionelle Medienproduzenten bestimmt, so Asus. Neben 3.840 × 2.160 Pixeln wird eine hohe Farbpräzision von Delta E <1 (Prüfbericht inklusive) in den Farbräumen sRGB und Adobe RGB versprochen. Die Quantum-Dot-Beschichtung des Mini-LED-Backlights sorgt für ein erweitertes Farbspektrum, sodass auch der größere DCI-P3-Farbraum zu hohen Anteilen von 99 Prozent (PA32UCX-PK) respektive 97 Prozent (PA27UCX-K) erfüllt werden soll. Eine individuelle Farbabstimmung ist durch Unterstützung von Hardware-Kalibrierung möglich. Die Farbtiefe der eingesetzten IPS-Panel wird mit 10 Bit pro RGB-Kanal angegeben.

Neben dem Full Array Local Dimming (FALD) über die zahlreichen Mini-LED-Zonen sorgt die hohe Helligkeit von punktuell bis zu 1.200 cd/m² respektive 1.000 cd/m² für hohe Kontrastwerte, die im HDR-Modus 1.000.000:1 erreichen sollen. Neben HDR10 werden die HDR-Formate Dolby Vision und HLG unterstützt. Zudem liegt für beide Monitore eine Zertifizierung nach DisplayHDR 1000, der inzwischen nur noch zweithöchsten HDR-Klasse der VESA, vor.

Thunderbolt 3 als Ein- und Ausgang mit Steckertyp USB-C gibt es allerdings nur beim großen PA32UCX-PK, der zudem dreimal HDMI 2.0b, einmal DisplayPort 1.2, dreimal USB 3.0 Typ A und einen Kopfhörerausgang bietet. Der PA27UCX-K muss sich mit zweimal HDMI 2.0b, einmal DisplayPort 1.2, einmal USB Typ C, viermal USB 3.0 Typ A und einer Kopfhörerbuchse begnügen. Wie es sich für Arbeitsgeräte dieser Art gehört, bietet der Standfuß bei beiden Modellen sowohl eine Höhenverstellung als auch den Hochkantmodus (Pivot).

Auch bei Apple gibt es Mini-LED-Displays

Noch ist die Mini-LED-Technik weit von einem Massenprodukt bei Monitoren entfernt, entsprechende Displays werden noch in geringen Stückzahlen bei hohen Kosten hergestellt. Hierzulande sind aktuell nur Mini-LED-Monitore von Asus sowie Apple erhältlich. Apples Pro Display XDR ist mit mindestens 4.900 Euro nochmals teurer, bietet aber mehr Pixel in exklusiver Auflösung von 6.016 × 3.384 und eine nochmals höhere Leuchtkraft von bis zu 1.600 cd/m² bei allerdings für 32 Zoll vergleichsweise wenig Mini-LED-Zonen von lediglich 576.

Bei anderen Herstellern ist es bisher bei Ankündigungen von Mini-LED-Monitoren geblieben. So hatte Acer letztes Jahr den ConceptD CM7321K als erste Mini-LED-Adaption des Herstellers gezeigt, die aber bisher nicht den Handel erreicht hat. Dell will noch in diesem Jahr den UltraSharp UP3221Q mit rund 2.000 dimmbaren Mini-LED-Zonen herausbringen. Über 10.000 Mini-LEDs auf 1.152 Zonen verspricht Lenovo beim ebenfalls im Januar angekündigten ThinkVision Creator Extreme, der aber den für das zweite Quartal 2020 anvisierten Marktstart verpasst hat.

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