Cat S42 im Test: Das günstige Permafrost-Smartphone

Frank Hüber
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Cat S42 im Test: Das günstige Permafrost-Smartphone

tl;dr: Das Outdoor-Smartphone Cat S42 kostet als Mittelklasse-Gerät weniger als 250 Euro. Trotzdem ist es wasserfest und gegen Staub, Hitze, Kälte und Stöße geschützt. Im Test überzeugt neben der Widerstandsfähigkeit die Akkulaufzeit. Die Leistung der CPU und GPU schwächelt hingegen.

Mit dem Cat S42 hat Cat Phones ein mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 249 Euro vergleichsweise günstiges Outdoor-Smartphone im Angebot. Es ist zwar nicht so schick wie das Cat S52 (Test), kann dafür aber preislich mit dem Gigaset GX290 (Test) mithalten, das einen UVP von 299 Euro hat, inzwischen aber schon für rund 230 Euro erhältlich ist, während das S42 direkt nach der Verfügbarkeit für 240 Euro angeboten wird.

Das Cat S42 muss sich im Test deshalb vor allem dem bereits getesteten Gigaset GX290 stellen, das ähnliche technische Daten aufweist.

Cat S42 und GX290 im Vergleich

HD+-Display mit 5,5 Zoll

Das Cat S42 setzt auf ein 5,50 Zoll großes IPS-Display mit einer Auflösung von 720 × 1.440 Bildpunkten, was zu einer Pixeldichte von 293 ppi führt. Geschützt wird dieser 18:9-Bildschirm durch Gorilla Glass 5. Beim GX290 fällt das Display mit 6,10 Zoll ein wenig größer aus, was eine etwas höhere Pixelanzahl von 720 × 1.560, aber eine niedrigere Pixeldichte von 283 ppi zur Folge hat. Als Schutz für das IPS-Panel kommt das ältere Gorilla Glass 3 zum Einsatz.

Das Cat S42 kann auch mit nassen Fingern und mit Handschuhen bedient werden. Einen Fingerabdrucksensor zum Entsperren bietet das S42 nicht, diesen kann das GX290 wiederum vorweisen.

Dünner, aber ohne Wireless Charging

Bei den Abmessungen ist das S42 (77,2 × 161,3 × 12,70 mm) trotz des kleineren Displays nur etwas kleiner, aber vor allem bei der Dicke ist es dem GX290 (79,0 × 162,4 × 15,30 mm) mit 2,6 mm offiziell überlegen. Offiziell deshalb, weil ComputerBase nachgemessen hat und das S42 tatsächlich inklusive Schutzkante vorne und Rillen hinten 13,8 mm dick ist. Der Unterschied schrumpft so auf 1,5 mm zusammen. Die Dicke schlägt sich beim GX290 zudem in einem 6.200-mAh-Akku nieder, der auch kabellos geladen werden kann. Beim S42 weist der Akku hingegen eine Kapazität von 4.200 mAh auf – Wireless Charging wird nicht geboten. Ob das GX290 den größeren Akku in der Praxis nutzen kann, werden die Tests zeigen. Beim Gewicht ist das S42 mit 220 g deutlich leichter als das GX290 mit 279 g.

IP68 und MIL-STD-810H gegen Wasser, Staub, Stöße, Hitze und Kälte

Bei den Schutzstandards setzen beide Smartphones auf eine IP68-Zertifizierung zum Schutz gegen Staub und Wasser. Das S42 darf für 35 Minuten in bis zu 1,5 m Tiefe unter Wasser bleiben. Cat Phones setzt zusätzlich auf eine Zertifizierung nach MIL-STD-810H, wobei diese technische Militärnorm aus den USA allein wenig aussagekräftig ist, da nicht alle Anforderungen erfüllt werden müssen. Cat Phones bescheinigt dem S42 jedoch, Stürze aus 1,8 m auf Stahl auszuhalten – wenn auch mit Spuren am Gehäuse – und Temperaturschocks von -30 bis +75 Grad sowie sehr niedrige und hohe Temperaturen problemlos zu überstehen. Zudem wurde das S42 Vibrationstests unterzogen.

Cat S42: Nutzung auch im gefrorenen Zustand

ComputerBase hat deshalb auch das S42 für mehrere Stunden in den Gefrierschrank gelegt. Das Smartphone hat das Einfrieren problemlos überstanden und sich trotz der Kälte nicht einmal ausgeschaltet. Direkt nach dem Entnehmen aus dem Gefrierschrank kann es sofort problemlos genutzt werden. Beim Gigaset GX290 waren hingegen alle Tasten so eingefroren, dass es zunächst aufgetaut werden musste, bis es wieder einschaltete. Der Punkt im Bereich der besten Outdoor-Eignung geht deshalb auch in der Praxis an das S42.

4-Kern-MediaTek-SoC, 3 GB RAM, 32 GB Speicher

Bei den Hauptprozessoren und der GPU setzt Cat Phones seit jeher nicht auf die leistungsfähigsten Vertreter. Auch im S42 kommt deshalb ein SoC von MediaTek zum Einsatz. Der Helio A20 (MT 6761D) bietet vier ARM-Cortex-A53-Kerne mit bis zu 1,8 GHz. Ein weiteres Cluster nach dem big.Little-Prinzip für Hintergrundaufgaben bietet das SoC nicht. Beim Gigaset GX290 kommt ebenfalls ein SoC von MediaTek zum Einsatz, mit dem Helio P23 aber ein Modell mit acht Cortex-A53-Kernen, die mit bis zu 2,00 GHz takten. Während dieser noch in 16 nm gefertigt wird, wird der A20 in 12 nm hergestellt.

Beim Arbeitsspeicher herrscht mit 3 GByte hingegen Gleichstand. Dasselbe gilt beim 32 GB großen internen Speicher, der per microSD-Karte erweitert werden kann. Als GPU im S42 dient ein PowerVR GE8320, im GX290 eine Mali-G71 MP2. Die Leistungsunterschiede werden die Benchmarks zeigen.

Altes Micro-USB statt USB-C

Aufgeladen wird der Akku des S42 über Micro-USB und nicht über USB-C. Auch wenn so Lizenzgebühren gespart werden können, wäre USB-C die deutlich bessere Wahl gewesen. Der Micro-USB-Anschluss ist wie beim GX290 unter einer Gummilasche verborgen, um ihn vor Dreck und Wasser zu schützen. Gleiches gilt für den Kopfhöreranschluss an der Oberseite des S42.

Während sich diese beim GX290 den Steckplatz mit der zweiten SIM teilt, können beim S42 zwei Nano-SIM-Karten und eine microSD-Karte gleichzeitig genutzt werden.

Cat Phones S42 Gigaset GX290 Cat Phones S41 Cat Phones S31
Software:
(bei Erscheinen)
Android 10.0
Android 9.0
Variante
Android 10.0
Android 7.0
Display: 5,50 Zoll, 720 × 1.440
293 ppi
IPS, Gorilla Glass 5
6,10 Zoll, 720 × 1.560
283 ppi
IPS, Gorilla Glass 3
5,00 Zoll, 1.080 × 1.920
441 ppi
IPS, Gorilla Glass 5
4,70 Zoll, 720 × 1.280
312 ppi
IPS, Gorilla Glass 3
Bedienung: Touch, Status-LED Touch, Fingerabdrucksensor, Gesichtsscanner Touch
SoC: MediaTek Helio A20
4 × Cortex-A53, 1,80 GHz
12 nm, 64-Bit
MediaTek Helio P23
8 × Cortex-A53, 2,00 GHz
16 nm, 64-Bit
MediaTek MT6757
4 × Cortex-A53, 2,30 GHz
4 × Cortex-A53, 1,60 GHz
16 nm, 64-Bit
Qualcomm Snapdragon 212
4 × Cortex-A7, 1,30 GHz
28 nm, 32-Bit
GPU: PowerVR GE8320 Mali-G71 MP2
770 MHz
Mali-T880 MP2
900 MHz
Adreno 304
400 MHz
RAM: 3.072 MB
LPDDR4
3.072 MB
Variante
4.096 MB
3.072 MB
LPDDR4X
2.048 MB
LPDDR3
Speicher: 32 GB (erweiterbar) 32 / 64 GB (erweiterbar) 32 GB (erweiterbar) 16 GB (erweiterbar)
1. Kamera: 13,0 MP, 1080p
LED, f/2,0, AF
13,0 MP, 1080p
LED, AF
8,0 MP, 1080p
LED, AF
2. Kamera: Nein 2,0 MP Nein
3. Kamera: Nein
4. Kamera: Nein
5. Kamera: Nein
1. Frontkamera: 5,0 MP 8,0 MP 2,0 MP
2. Frontkamera: Nein
GSM: GPRS + EDGE
UMTS: Ja HSPA+
↓42,2 ↑5,76 Mbit/s
LTE: Ja
↓300 ↑50 Mbit/s
Advanced
↓300 ↑50 Mbit/s
Ja
↓150 ↑50 Mbit/s
5G: Nein
WLAN: 802.11 a/b/g/n/ac
Wi-Fi Direct
802.11 a/b/g/n 802.11 b/g/n
Wi-Fi Direct
Bluetooth: 5.0 4.1
Ortung: A-GPS, GLONASS, BeiDou, Galileo A-GPS, GLONASS A-GPS, GLONASS, BeiDou
Weitere Standards: Micro-USB 2.0, NFC USB 2.0 Typ C, NFC Micro-USB 2.0, NFC Micro-USB 2.0
SIM-Karte: Nano-SIM, Dual-SIM
Nano-SIM
Variante
Nano-SIM, Dual-SIM
Akku: 4.200 mAh
fest verbaut
6.200 mAh (23,87 Wh)
fest verbaut, kabelloses Laden
5.000 mAh
fest verbaut
4.000 mAh
fest verbaut
Größe (B×H×T): 77,2 × 161,3 × 12,70 mm 79,0 × 162,4 × 15,30 mm 75,0 × 152,0 × 12,90 mm 74,4 × 146,0 × 12,60 mm
Schutzart: IP68 + MIL-STD-810G IP68 IP68 + MIL-STD-810G
Gewicht: 220 g 279 g 218 g 200 g
Preis: 249 € ab 279 € / 329 € – / 449 € – / 329 €

Das S42 hat das schnellere WLAN

Mit WLAN-ac (802.11ac, Wi-Fi 5) hat das S42 den schnelleren WLAN-Standard, denn das GX290 bietet maximal WLAN-n (Wi-Fi 4). Bei NFC und GPS steht es hingegen unentschieden.

Als Powerbank trotz Micro-USB

Auch das S42 kann trotz des Micro-USB-Anschlusses als Powerbank genutzt werden, um andere Endgeräte aufzuladen. Passende USB-Kabel von Micro-USB auf USB-C oder USB-A-Buchse sind allerdings selten.

Single-Kamera mit 13 Megapixeln

Das S42 setzt auf einen einzelnen f/2.0-Kamerasensor an der Rückseite mit 13 Megapixeln und LED-Blitz. Das Gigaset GX290 hat hingegen einen 13-Megapixel-Sensor und einen zusätzlichen 2-Megapixel-Sensor für die Tiefenmessung.

Kameravergleich Cat S42

In der Praxis neigt die Kamera des Cat S42 mitunter zu einer Überbelichtung und nicht optimalen Farbwiedergabe. Zudem lässt in manchen Aufnahmen die Schärfe zu wünschen übrig, womit das GX290 und insbesondere das iPhone Xs im Vergleich weniger zu kämpfen haben. Das GX290 neigt hingegen dazu, einen zu hohen Kontrast zu wählen und dunkle Bereiche zu dunkel darzustellen. Es hängt somit auch vom Motiv ab, welches Smartphone das bessere Foto schießt. Für gelegentliche Schnappschüsse ist das S42 somit durchaus geeignet. Wer jedoch höhere Ansprüche an seine Smartphone-Kamera stellt und diese auch für Erinnerungen einsetzt, sollte ein teureres Mobilgerät ins Auge fassen.

Das Display unter der Lupe

Das IPS-Display des Cat S42 leuchtet maximal mit 510 cd/m² bei der vollflächigen Darstellung von Weiß. Das GX290 erreicht hingegen 671 cd/m². Schwarz leuchtet bei maximaler Helligkeit mit 0,370 cd/m² beim S42, was etwas besser ist als die 0,491 cd/m² des GX290. Der Kontrast des S42 fällt mit 1.378:1 in etwa gleich gut aus wie die 1.367:1 des GX290. Der Bildschirm des S42 ist mit rund 6.900 Kelvin weit wärmer abgestimmt als der des GX290, der mit 9.800 Kelvin sehr kühl und blau ist.

Die minimale Helligkeit des Displays liegt beim S42 bei 10,08 cd/m², was heller als bei vielen anderen Smartphones ist, im Alltag aber keine Probleme bereitet. Die für die Akkumessungen genutzten 200 cd/m² werden beim S42 bei 61 Prozent Display-Helligkeit erreicht – die Helligkeitssteuerung ist somit nicht gleichverteilt.

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