High-End-Grafikkarten im Test: Testergebnisse im Detail

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Wolfgang Andermahr
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Benchmarks in 3.840 × 2.160

In neueren Spielen zeigt sich immer öfter, dass die aktuelle Grafikkartengeneration sich mehr und mehr vom Vorgänger absetzen kann. Nvidias Pascal-Generation ist im Schnitt aber immer noch recht gut gealtert. So ist die GeForce RTX 2070 Super in Ultra zwar 38 Prozent schneller als die GeForce GTX 1080, der Vorsprung konnte also im Vergleich zum alten Testsystem etwas ausgebaut werden, mehr aber auch nicht.

Ganz anders sieht es dagegen bei AMD aus, weil die alte Radeon RX Vega 64 auf Basis von GCN in so einigen neuen Spielen schlicht schlecht abschneidet. So ist die Radeon RX 5700 XT mit der aktuellen RDNA-Technologie 26 Prozent schneller als die alte Generation, der Vorsprung wurde gegenüber der Vorstellung verdoppelt.

Entsprechend muss sich die Radeon RX Vega 64 der GeForce GTX 1080 knapp geschlagen geben. Der Abstand zwischen der GeForce RTX 2070 Super und der Radeon RX 5700 XT ist derweil quasi gleich geblieben. Die Nvidia-Grafikkarte war zur Vorstellung 11 Prozent schneller als die AMD-Konkurrenz, mittlerweile sind es 10 Prozent. Bei 0,2 % Perzentil-FPS dreht sich das Bild um ebenso 1 Prozentpunkt zu Gunsten Nvidias um. Schlussendlich haben neuere Treiber und Spiele im absoluten GPU-Limit nichts an der Reihenfolge geändert.

Mit der GeForce RTX 2070 Super ist das Ende der Fahnenstange aber noch nicht erreicht, die GeForce RTX 2080 Ti setzt noch einmal um 39 Prozent einen obendrauf. Und genau das ist die Grafikkarte, an der sich die kommenden Next-Gen-Grafikkarten von AMD und Nvidia – RDNA 2 und Gaming-Ampere – werden messen lassen müssen.

Spiele (3.840 × 2.160) Basis: Radeon RX 5700 XT
GeForce RTX 2070 Super GeForce RTX 2080 Ti
Anno 1800 +2 % +38 %
Borderlands 3 +8 % +54 %
CoD: Modern Warfare -1 % +34 %
Control +21 % +71 %
Death Stranding +4 % +42 %
Doom Eternal 0 % +50 %
F1 2020 -2 % +35 %
Gears Tactics +15 % +61 %
Ghost Recon Breakpoint +22 % +72 %
Horizon Zero Dawn +8 % +37 %
Metro Exodus +9 % +47 %
Red Dead Redemption 2 +8 % +48 %
Resident Evil 3 +14 % +60 %
Shadow of the Tomb Raider +11 % +53 %
The Division 2 +14 % +55 %
Trackmania +39 % +100 %
Wolcen: Lords of Mayhem +13 % +61 %

Benchmarks in 2.560 × 1.440

In 2.560 × 2.160 zeigen sich minimale Verschiebungen, mehr aber auch nicht. An der Reihenfolge der Grafikkarte ändert sich nichts, einzig rücken die Probanden etwas näher zusammen.

Allerdings kündigt sich ein Trend an, der sich in Full HD weiter fortsetzt. Bei geringerer Pixellast scheint AMDs Navi-Generation weniger Probleme zu haben, die Ausführungseinheiten auszulasten, als Nvidias Turing-Modelle. Während sich beim Abstand Radeon RX Vega 64 zu GeForce GTX 1080 nichts tut, robbt sich die Radeon RX 5700 XT langsam näher an die GeForce RTX 2070 Super heran. Bei der Durchschnitts-Framerate macht sich das kaum bemerkbar, bei den 0,2 % Perzentil-FPS etwas mehr.

Benchmarks in 1.920 × 1.080

Full HD ist keine Auflösung, für die es eine High-End-Grafikkarte benötigt, und daher für die kommenden Grafikkarten recht uninteressant – entsprechend steht 1.920 × 1.080 ganz unten auf der Seite. Der bereits bei WQHD beobachtete Trend zieht sich in der kleineren Auflösung weiter fort, doch schlussendlich ändert sich an der Reihenfolge nichts – wenn auch nur knapp.

Benchmarks mit Raytracing in Full HD, WQHD und Ultra HD

Raytracing kostet auf GeForce RTX mit Turing nach wie vor viel Leistung. Die GeForce RTX 2080 Ti arbeitet in den Benchmarks in Ultra HD mit Raytracing 37 Prozent langsamer als mit einem klassischen Rasterizer, die GeForce RTX 2080 Super gar 43 Prozent und die GeForce RTX 2070 Super 42 Prozent. Je niedriger die Auflösung, desto geringer sind die Verluste. In Full HD liegen sie „nur“ noch bei 31, 32 und 34 Prozent. Die Performance-Verluste bei 0,2 % Perzentil-FPS fallen noch einmal höher als bei den Durchschnitt-FPS aus. In Ultra HD betragen diese 40, 51 und 48 Prozent.

Raytracing drückt nicht nur deutlich die Performance, auch die Abstände zwischen den einzelnen Grafikkarten ändern sich. So ist die GeForce RTX 2080 Ti ohne Raytracing in 3.840 × 2.160 20 Prozent schneller als die GeForce RTX 2080 Super, mit dem Feature sind es dagegen 33 Prozent. Die Differenz GeForce RTX 2070 Super zu GeForce RTX 2080 Super ist mit 11 Prozent dagegen sogar minimal kleiner als ohne Raytracing.

Mit Raytracing werden die Abstände größer

Es gibt mehrere Gründe, warum mit aktiviertem Raytracing die Abstände zwischen den Grafikkarten anders als bei klassischem Rasterizer ausfallen. Mit Raytracing haben die Grafikkarten generell mehr zu tun, viele Einheiten können also nochmals besser ausgelastet werden. Hinzu kommt, dass Raytracing von einer höheren Speicherbandbreite profitiert. Hat eine Grafikkarte viel davon, etwa die GeForce RTX 2080 Ti, ist diese schon einmal im Vorteil. Und zuletzt ist der Speicherverbrauch mit Raytracing höher. So gibt es bei den Raytracing-Benchmarks mehr als einen Fall, wo 8 GB nicht mehr ausreichend sind.

Control ist so ein Titel. Dort ist die GeForce RTX 2080 Ti in 3.840 × 2.160 79 Prozent schneller als die GeForce RTX 2080 Super, ohne Raytracing kann sich das Turing-Flaggschiff nur um 22 Prozent absetzen. Außerdem ist die GeForce RTX 2070 Super absolut gleich schnell wie das größere Modell – da in beiden Fällen der Speicher zu klein ist. Auch Deliver Us The Moon profitiert von mehr als 8 GB, was sich aber nur bei den Perzentil-FPS bemerkbar macht.

Minecraft 2 RTX und Quake 2 RTX sind Spezialfälle

Minecraft RTX und Quake 2 RTX sind Spezialfälle, da es sich bei beiden Spielen nicht um einen Rasterizer-Raytracing-Hybrid handelt, sondern um einen klassischen Path-Tracer, das Bild wird also ausschließlich mit Raytracing-Berechnungen erstellt. In 2.560 × 1.440 ist die GeForce RTX 2080 Super der GeForce RTX 2070 Super in Minecraft RTX um 17 und 11 Prozent voraus, in Quake 2 RTX sind es 14 und 10 Prozent. Die GeForce RTX 2080 Ti ist dann 22 und 18 sowie 25 und 28 Prozent schneller als die GeForce RTX 2080 Super.

Benchmarks mit Nvidia DLSS inklusive Raytracing

DLSS kann in 3.840 × 2.160 einen deutlichen Leistungsschub für sich verbuchen. Die GeForce RTX 2080 Ti gewinnt durch das KI-Upsampling 88 Prozent an Performance, die GeForce RTX 2080 Super kommt gar auf 112 Prozent und die GeForce RTX 2070 Super auf 106 Prozent. Dabei gibt es jedoch einige Sachen zu beachten.

In Control, Death Stranding sowie Deliver Us The Moon wird das Qualitäts-Preset von DLSS 2.0 genutzt, entsprechend rendert die Grafikkarte intern in 2.560 × 1.440. Minecraft RTX unterstützt jedoch nur das Performance-Preset, was eine Render-Auflösung von 1.920 × 1.080 bedeutet. Entsprechend fallen die Leistungsunterschiede in Minecraft RTX nochmal deutlich größer aus. So legt die GeForce RTX 2080 Ti mal eben um 180 Prozent zu, die GeForce RTX 2080 Super kommt gar fast auf 200 Prozent.

DLSS kann Speichermangel umgehen

In Control sowie Deliver Us The Moon können sich die 8-GB-Grafikkarten mit DLSS zudem aus der Speicherfalle befreien und legen dadurch massiv zu. Die GeForce RTX 2080 Ti wird mit DLSS in Control „nur“ 84 Prozent schneller, die GeForce RTX 2080 Super aber gleich um 163 Prozent.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist Death Stranding, das als einziges der getesteten Spiele zwar DLSS, aber kein Raytracing unterstützt. Die generelle GPU-Last ist daher deutlich geringer und die Vorteile von DLSS fallen so auch niedriger aus. Die GeForce RTX 2080 Ti legt in dem Spiel mit DLSS noch um 33 Prozent zu, die GeForce RTX 2070 Super um 40 Prozent.

Benchmarks in Anwendungen

Auf der Zielgerade befinden sich auch Benchmarks in Anwendungen, die von der Beschleunigung durch die GPU profitieren können.

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