GeForce RTX 3080 FE im Test: Benchmarks in Full HD, WQHD und Ultra HD

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Wolfgang Andermahr et al.
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Testsystem und Testmethodik

Für die neue Generation an High-End-Grafikkarten hat ComputerBase den Testparcours umgebaut und entsprechend erneuert. Überarbeitet wurde die Spieleauswahl, so wurden mehrere neue Titel wie Doom Eternal und Death Stranding aufgenommen, die Testszenen wurden teils geändert und andere Spiele wiederum mussten sich verabschieden. Da der Parcours explizit für die schnellsten AMD- und Nvidia-Produkte gedacht ist, kommen in Full HD, WQHD und Ultra HD durchweg die maximalen Grafikdetails zum Einsatz. Auch das Testsystem wurde angepasst. Alle Details und einen Überblick über die Unterschiede zwischen altem und neuem Parcours liefert der Artikel High-End-Grafikkarten im Test: AMD und Nvidia im neuen Testparcours im Vergleich.

Die alten Grafikkarten wurden durchweg mit dem Adrenalin 20.7.2 beziehungsweise dem GeForce 451.67 getestet. Nur für Horizon Zero Dawn kam der Adrenalin 20.8.1 zum Einsatz. Die GeForce RTX 3080 FE wurde mit dem GeForce 456.16 getestet – dem ersten Treiber, der die neue Generation unterstützt.

Die getesteten Grafikkarten
AMD Nvidia
Radeon RX Vega 64, 1.336–1.400 MHz GeForce GTX 1080, 1.759–1.785 MHz
Radeon VII, 1.655–1.764 MHz GeForce GTX 1080 Ti, 1.721–1.746 MHz
Radeon RX 5700 XT, 1.753–1.772 MHz GeForce RTX 2070 Super FE, 1.890 MHz
GeForce RTX 2080 Super FE, 1.830–1.845 MHz
GeForce RTX 2080 Ti FE, 1.665–1.680 MHz
GeForce RTX 2080 Ti OC, 1.935-1.950 MHz
GeForce RTX 3080 FE, 1.680-1.815 MHz
GeForce RTX 3080 FE OC, 1.860-1.890 MHz
Taktrate nach 30 Minuten Doom Eternal, Ultra HD, maximale Details

Die Taktraten unter Last

Der Turbo-Mechanismus von Ampere funktioniert genauso wie auf Turing. Die Grafikkarte verfügt über zahlreiche Power States, die je nach Status (Auslastung, Temperatur, Leistungsaufnahme) gewechselt werden. Das Testmuster der GeForce RTX 3080 Founders Edition taktet mit maximal 1.995 MHz, die jedoch nur bei geringer GPU-Last und sehr niedriger Temperatur für einen kurzen Zeitraum anliegen. Im richtigen Spielbetrieb sind dagegen maximal 1.965 MHz zu sehen, solange das Power Limit nicht eingreift. Und das tut es in der Regel.

Die 3080 FE soll ins Power Limit laufen

Die GeForce RTX 3080 FE ist so konfiguriert, dass sie in jedem halbwegs anspruchsvollen Spiel ins Power Limit rennt, während das Temperature Target keinerlei Rolle spielt. Mit den Werkseinstellungen sind somit 1.935 MHz das Maximum. Bei manchen Titeln wird dieser Takt nur knapp erreicht. Red Dead Redemption ist so ein Fall, dort beträgt die Frequenz in Ultra HD 1.845 MHz bis 1.935 MHz.

Je mehr Energie die Berechnungen eines Spiels benötigen, desto niedriger ist nicht nur der Maximaltakt, desto größer fallen auch die Schwankungen aus. Am unteren Ende der Skala liegt zum Beispiel Doom Eternal, bei dem die GeForce RTX 3080 FE noch mit 1.725 MHz bis 1.800 MHz arbeitet. In The Division 2 liegt der maximale Takt mit 1.845 MHz zwar etwas höher, doch dafür beträgt die niedrigste Frequenz 1.635 MHz.

Die tatsächlichen Taktraten im Phanteks Enthoo Evolv X
Spiel (3.840 × 2.160) Nvidia GeForce RTX 3080 FE Nvidia GeForce RTX 3080 FE
Max PT/TT
Maximaler Takt in Spielen 1.965 MHz 1.965 MHz
Anno 1800 1.860-1.920 MHz [PT] 1.920-1.935 MHz [PT]
Borderlands 3 1.785-1.845 MHz [PT] 1.830-1.905 MHz [PT]
COD: Modern Warfare 1.845-1.920 MHz [PT] 1.875-1.920 MHz [PT]
Control 1.710-1.800 MHz [PT] 1.740-1.860 MHz [PT]
Death Stranding 1.830-1.935 MHz [PT] 1.890-1.920 MHz [PT]
Doom Eternal 1.725-1.800 MHz [PT] 1.770-1.875 MHz [PT]
F1 2020 1.770-1.875 MHz [PT] 1.845-1.905 MHz [PT]
Gears Tactics 1.725-1.845 MHz [PT] 1.815-1.905 MHz [PT]
Ghost Recon Breakpoint 1.785-1.875 MHz [PT] 1.860-1.905 MHz [PT]
Horizon Zero Dawn 1.875-1.905 MHz [PT] 1.905-1.920 MHz [PT]
Metro Exodus 1.680-1.860 MHz [PT] 1.785-1.875 MHz [PT]
Red Dead Redemption 2 1.845-1.935 MHz [PT] 1.860-1.920 MHz [PT]
Resident Evil 3 1.785-1.875 MHz [PT] 1.860-1.905 MHz [PT]
Shadow of the Tomb Raider 1.815-1.875 MHz [PT] 1.875-1.920 MHz [PT]
The Division 2: Warlords of New York 1.635-1.845 MHz [PT] 1.815-1.935 MHz [PT]
Trackmania 1.785-1.905 MHz [PT] 1.860-1.920 MHz [PT]
Wolcen: Lords of Mayhem 1.785-1.860 MHz [PT] 1.845-1.905 MHz [PT]
[P] = Power Target limitiert, [T] = Temperature Target limitiert

Auch wenn der Turbo-Mechanismus unverändert geblieben ist, fällt das Taktverhalten der GeForce RTX 3080 und vermutlich auch der GeForce RTX 3090 anders als bei den meisten Turing-Varianten aus. So ist die GeForce RTX 2080 Super zum Beispiel so konfiguriert, dass die Grafikkarte die meiste Zeit mit dem maximal möglichen Takt oder einer nur leicht geringeren Frequenz arbeitet. Erhöht man dort das Power Limit, ändert sich also nur wenig. Das sieht bei der GeForce RTX 3080 FE anders aus.

Bei der neuen Grafikkarte lässt sich nicht nur das Temperature Target von 83 Grad Celsius auf 90 Grad erhöhen, was ohne Übertaktung aber keine Rolle spielt. Auch das Power Limit lässt ein Plus von 320 Watt um 50 Watt auf 370 Watt zu und dann fallen die Frequenzen ein gutes Stück höher als mit den Werkseinstellungen aus. Die per Firmware maximal möglichen 1.965 MHz bleiben aber immer noch unerreicht.

GeForce RTX 3080 FE – Taktverhalten in Doom Eternal, Ultra HD 1.5001.6001.7001.8001.9002.000MHz 11002003004005006007008009001.0001.1001.2001.3001.4001.5001.6001.7001.8001.883Sekunden  Nvidia GeForce RTX 3080 Founders Edition

Mit mehr elektrischer Leistung gibt es meist nur etwas mehr Takt

Den höchsten Takt gibt es dann in Anno 1800, wo die GeForce RTX 3080 FE bei maximiertem Power-Limit mit 1.920 bis 1.935 MHz taktet und damit 15 bis 60 MHz höher als bei den Standardeinstellungen. Den niedrigsten Takt gibt es in Control mit 1.740 bis 1.860 MHz. Das Plus durch die zusätzlichen 50 Watt liegt dann bei 30 bis 60 MHz. Der größte Sprung bei den Taktraten ist in The Division 2 zu sehen. Das Spiel taktet bei maximiertem Power Limit mit 1.815 bis 1.935 MHz, was 90 bis 180 MHz mehr als mit den Werkseinstellungen ist. So ein großes Plus ist aber selten.

Benchmarks in 3.840 × 2.160

Die GeForce RTX 3080 FE macht gegenüber der alten Turing-Generation einen sehr großen Leistungssprung. So steigt die Durchschnitts-Framerate in 3.840 × 2.160 gegenüber der GeForce RTX 2080 Super um satte 60 Prozent und auch die GeForce RTX 2080 Ti wird im FE-zu-FE-Vergleich mal eben um 31 Prozent hinter sich gelassen. Auch eine stark übertaktete GeForce RTX 2080 Ti bleibt chancenlos und muss sich um 15 Prozent geschlagen geben – zumal längst nicht jede GeForce RTX 2080 Ti solche OC-Werte erreicht.

Ampere macht denselben Leistungssprung wie Pascal

Das ist ein beeindruckendes Ergebnis und kein Vergleich zu Turing, als die GeForce RTX 2080 zum Start nur 40 Prozent schneller als die GeForce GTX 1080 war – und dabei deutlich mehr kostete. Die GeForce GTX 1080 kam gegenüber der GeForce GTX 980 wiederum auf vergleichbare 64 Prozent.

Modell UVP zur Vorstellung Leistungsgewinn* gegenüber Vorgänger
Die None-Ti im Zeitverlauf
GeForce GTX 780 641 Euro n.a.
GeForce GTX 980 540 Euro (-16 % ) +26 %
GeForce GTX 1080 789 Euro (+46 %) +64 %
GeForce RTX 2080 849 Euro (+8 %) +40 %
GeForce RTX 3080 699 Euro (-18 %) +65 %*
Die Ti im Zeitverlauf
GeForce GTX 780 Ti 650 Euro n.a.
GeForce GTX 980 Ti 739 Euro (+15 % ) +50 %
GeForce GTX 1080 Ti 819 Euro (+11 %) +75 %
GeForce RTX 2080 Ti 1.259 Euro (+54 %) +35 %
GeForce RTX 3090 1.499 Euro (+19 %) ?
Alle Angaben auf Basis ComputerBase-Rating in 2160p.
* 60 Prozent zur RTX 2080 Super FE, die 5 Prozent vor der RTX 2080 FE liegt.

Wenn man bedenkt, dass die hier getestete GeForce RTX 2080 Super 5 Prozent schneller als die original GeForce RTX 2080 arbeitet, ist der Sprung von Turing zu Ampere gleich groß wie von Maxwell zu Pascal – und der Sprung war damals absolut beeindruckend.

Fairerweise muss angemerkt werden, dass bei der Ampere-Generation vermutlich nur die GeForce RTX 3080 einen derart großen Fortschritt gegenüber dem Vorgänger schaffen wird. Doch das werden erst die entsprechenden Tests endgültig zeigen.

Bei den 0,2%-Perzentil-FPS ändert sich an der Aussage so gut wie nichts. Die GeForce RTX 3080 FE schneidet in den Tests 61 Prozent schneller als die GeForce RTX 2080 Super und 30 Prozent schneller als die GeForce RTX 2080 Ti ab.

In Spielen geht es teils noch deutlich schneller

In den einzelnen Spielen zeigt sich, dass der Vorsprung von Ampere zu Turing stark schwankt. Teilweise ist die GeForce RTX 3080 nochmals deutlich weiter vorne als im Schnitt, teils auch weniger. Das dürfte davon abhängig sein, wie gut Ampere es schafft, die vielen FP32-ALUs zu füllen, oder inwieweit INT-Operationen die doppelten FP32-ALUs von Ampere belegen.

Den größten Sprung macht die GeForce RTX 3080 in Doom Eternal. Dort verbucht die Grafikkarte ein Plus von 41 Prozent gegenüber der GeForce RTX 2080 Ti und von 85 Prozent gegenüber der GeForce RTX 2080 Super für sich. Auch in Borderlands 3 fällt das Ergebnis ähnlich aus.

In Gears Tactics fällt das Ergebnis nicht ganz so gut aus. Dort ist die GeForce RTX 3080 „nur“ 26 Prozent schneller als die GeForce RTX 2080 Ti und damit nur 55 Prozent flotter als die GeForce RTX 2080 Super. Red Dead Redemption 2 sowie Trackmania gehören ebenso zu den Spielen, in denen der Abstand zwar immer noch groß ausfällt, aber nicht mehr ganz so beeindruckend ist. Meistens liegen die Ergebnisse irgendwo in der Mitte zwischen beiden Extremen.

Anno 1800 ist ein Beispiel für ein Spiel, das von Ampere nur unterdurchschnittlich profitiert. In dem Aufbaustrategiespiel ist die GeForce RTX 3080 nur 11 Prozent schneller als die GeForce RTX 2080 Ti, dessen OC-Version liegt gar vor der neuen Grafikkarte. Auch in den geringeren Auflösungen geht es nicht wirklich vorwärts für die neue Generation. Vermutlich ist ein Treiber-Fehler die Ursache für das Verhalten, denn sonst verhält sich kein anderes Spiel so.

10 GB sind im Testparcours immer genug

8 GB reichen im neuen Grafikkarten-Testparcours nicht immer aus: In Horizon Zero Dawn rechnen alle Grafikkarten mit nur 8 GB in Ultra HD deutlich zu langsam und haben mit Stottern beim Spielen zu kämpfen. Das zeigt sich an den Perzentil-FPS. Während die GeForce RTX 2080 Ti mit 11 GB im Durchschnitt nur 15 Prozent mehr FPS als die GeForce RTX 2080 Super mit 8 GB liefert, sind die Perzentil-FPS gleich um 51 Prozent besser. Die GeForce RTX 3080 liefert jetzt 33 Prozent mehr Durchschnitts-FPS als die GeForce RTX 2080 Ti und vergleichbar 31 Prozent mehr Perzentil-FPS. Demzufolge sind die 10 GB für alle Aufgaben im Testparcours ausreichend.

Mit OC ist nur ein kleines Plus möglich

Großen Übertaktungsspielraum bietet die GeForce RTX 3080 FE nicht und so fällt auch das Leistungsplus deutlich kleiner als bei der GeForce RTX 2080 Ti aus. Eine Mehrleistung von durchschnittlich 5 Prozent ließ sich aus dem Testsample herausholen. Je nach Spiel steigt der Wert auch mal auf 8 Prozent, in anderen Titeln sind es nur 2 Prozent. Das ist davon abhängig, inwieweit die doch deutlich für das Übertakten erhöhte Speicherbandbreite durchschlägt.

Benchmarks in 2.560 × 1.440 sowie 1.920 × 1.080

Die GeForce RTX 3080 ist eine Ultra-HD-Grafikkarte, anders kann man es nicht ausdrücken. Bereits für 2.560 × 1.440 wirkt das Ampere-Modell aufgrund der sehr hohen Frameraten etwas übertrieben und für 1.920 × 1.080 gilt das umso mehr: deutlich dreistellige FPS bei höchsten Details sind die Regel.

Doch auch in WQHD schiebt die GeForce RTX 3080 FE noch ordentlich an, wenn auch weniger als in Ultra HD. Die neue Grafikkarte ist in der Auflösung noch 28 Prozent schneller als die GeForce RTX 2080 Ti und 52 Prozent flotter als die GeForce RTX 2080 Super.

Für Full HD ist die RTX 3080 nur dann nicht viel zu stark, wenn es wirklich auf die Jagd nach den bestmöglichen dreistelligen FPS für High-FPS-Gaming geht. Die GeForce RTX 3080 liefert bei so wenigen Pixeln aber immer noch 21 Prozent mehr Bilder in der Sekunde als die GeForce RTX 2080 Ti und 40 mehr als die GeForce RTX 2080 Super. Bei den Perzentil-FPS rücken in beiden Auflösungen die Grafikkarten näher zusammen, was für die Messreihe aber nicht unüblich ist.

Der Blick auf die einzelnen Spiele zeigt das von UHD bekannte Bild, nur in andere Verhältnisse gerückt.

Alle Benchmarks auf dieser Seite wurden ohne Raytracing oder DLSS erstellt. Wie sich die neue Generation GeForce RTX in diesen Disziplinen schlägt, klärt die folgende Seite.

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