Strava Metro: Fitnessdaten kostenlos für Infrastrukturplanung nutzbar

Frank Hüber 32 Kommentare
Strava Metro: Fitnessdaten kostenlos für Infrastrukturplanung nutzbar
Bild: Strava

Ab heute ist der Datenpool Strava Metro für Städte- und Verkehrsplaner sowie Organisationen, die eine bessere und sicherere Infrastruktur für Fußgänger und Radfahrer sicherstellen wollen, kostenlos zugänglich. Strava Metro ist der umfangreichste Datenpool zum Thema urbane Mobilität und entstammt der Fitnessapp Strava.

Strava Metro aggregiert und anonymisiert die Bewegungsdaten der geteilten Radfahrten, Spaziergängen und Läufen der über 66 Millionen Nutzer von Strava, dem Fitness- und Trainingstracker, gemäß der DSGVO- und CCPA-Standards. Die Plattform soll Stadt- und Verkehrsplanern sowie Stadtverwaltungen und Regierungen helfen, Entscheidungen datenbasiert zu treffen und den Weg für zukünftige Infrastrukturprojekte zu ebnen.

300 Städte nutzen Angebot bislang

Bislang standen diese Daten seit der Schaffung des Dienstes im Jahr 2012 nur einzelnen Partnern kostenpflichtig zur Verfügung, nun wird sie Interessenten kostenlos bereitgestellt, wobei ihre Anfrage für den Zugang zur Plattform vor Freigabe geprüft wird. Über 300 Städte weltweit nutzen bereits Strava Metro – darunter auch Frankfurt am Main. Dort wird die Plattform verwendet, um auf Basis von Bewegungsdaten die Sinnhaftigkeit von geplanten Radverkehrsmaßnahmen zu bewerten und um im Nachgang die Beliebtheit der neu geschaffenen Infrastruktur zu belegen.

So lässt sich mit den Daten beispielsweise prüfen, wo sich in einer Stadt die beliebtesten Bewegungskorridore von Fußgängern und Radfahrern befinden, ob es eine Geschlechterparität bei der Mobilität gibt und welche Stadtteile aktuell am besten an die bestehende Verkehrsinfrastruktur angebunden sind.

Wir waren schon immer davon überzeugt, dass unsere Community einen Beitrag für die Gemeinschaft leisten kann. Dazu zählen wir Strava Metro. Vor dem Hintergrund ständig wachsender Anforderungen an die Infrastrukturen für Radfahrer*innen und Fußgänger*innen, waren wir der Meinung, dass die Plattform gerade jetzt besonders wertvoll ist.

Mark Gainey, Mitbegründer von Strava

Aktuelle Daten zu Pop-up-Radwegen in Berlin

Ganz aktuell gibt Strava Metro außerdem Einblicke über die Auswirkungen des Coronavirus auf den Verkehr im innerstädtischen Raum. In Folge der Corona-Pandemie hat die Fahrradnutzung einen deutlichen Sprung nach oben gemacht, was auch die Daten der Plattform belegen. So nahm in Berlin im April auf Strava die Anzahl der Fahrten mit dem Rad im Durchschnitt um 56 Prozent zu – ein positiver Trend, der noch immer anhält. In Windeseile wurden innerhalb weniger Tage Pop-Up-Radwege an verschiedenen innerstädtischen Knotenpunkten errichtet. Strava Metro kann nun genutzt werden, um zu prüfen, ob diese provisorischen Verkehrswege tatsächlich angenommen wurden: im direkten Vergleich mit dem selben Monat im Vorjahr fuhren im Juli 2020 ca. 260 Prozent mehr Radfahrer über die Kantstraße in Berlin-Charlottenburg. Hier wurde ein sogenannter Pop-Up-Radweg errichtet. Auf anderen temporären Radwegen verhielt es sich ähnlich: auf dem Kottbusser Damm (Neukölln) verdoppelte sich das Pendelaufkommen, auf der Petersburger Straße (Friedrichshain) nahm es um 140 Prozent zu.

ComputerBase hat Informationen zu diesem Artikel von Strava unter NDA erhalten. Die einzige Vorgabe war der frühest mögliche Veröffentlichungszeitpunkt.