6-GHz-WLAN: Wi-Fi 6E soll Mitte 2021 auch in Deutschland starten

Frank Meyer
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6-GHz-WLAN: Wi-Fi 6E soll Mitte 2021 auch in Deutschland starten
Bild: Asus

In Nordamerika von der zuständigen Regulierungsbehörde bereits abgesegnet, wird die Zertifizierung des neuen WLAN-Standard Wi-Fi 6E auch hierzulande voran getrieben. So soll die Frequenzerweiterung bis hoch zu 6 GHz in den Grundzügen fertig sein und erste Endgeräte auf Basis der neuen Technik Mitte des kommenden Jahres starten.

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WLAN-Standard Wi-Fi 6E in den Grundzügen für Europa festgelegt

Der Zusatz „E“ steht im neuen Standard für „Enhanced“, also eine Verbesserung oder Erweiterung der Basis-Version. Der Industrieverband für Funktechnik, die Wi-Fi Alliance, plant auch hierzulande intensiv, das seit langem für die drahtlose Datenübertragung genutzte Spektrum wieder zu erweitern. Nach einer erfolgreichen Zulassung Anfang 2020 in den USA durch die dortige Kontrollbehörde FCC, könnte einem Bericht zufolge die endgültige Fertigstellung in Deutschland und Europa Mitte 2021 erfolgen. Dies bestätigte die Bundesnetzagentur gegenüber Golem.

Weiter heißt es in einer offiziellen Mitteilung der CEPT: Die bei der Europäischen Konferenz der Verwaltungen für Post und Telekommunikation (CEPT) für die Ausarbeitung von Eckpunkten zuständige Arbeitsgruppe für das Frequenzmanagement (WG-FM) hat die technischen Richtlinien mittlerweile festgelegt und sich auf einen finalen Katalog geeinigt. Die WG-FM ist Teil des Ausschusses für Elektronische Kommunikation, kurz ECC (Electronic Communications Committee). In diesem sind die nationalen Regulierungsbehörden, unter anderem eben auch die Deutsche Bundesnetzagentur, vertreten. Die Aufgabe des Gremiums ist es, Einsatzmöglichkeiten und Regularien der neuen Kommunikationstechnik europaweit in Einklang zu bringen und dadurch für eine überall unter gleichen Bedingungen nutzbare technische Basis zu sorgen.

In Deutschland soll der Grundstein im November gelegt werden

Eine Zustimmung und Umsetzung zu den getroffenen Regeln der neuen Technik wird als Formsache betrachtet. Laut Bundesnetzagentur wird der nun eingereichte Entwurf "voraussichtlich im November 2020" von den Verantwortlichen abgesegnet. Die deutsche Behörde müsse im Anschluss die Nutzungsbedingungen wie zulässige Sendeleistung und das zu nutzende Frequenzband festlegen. Danach sollen die Umsetzung in nationales Recht und die Zulassung folgen.

Größere Bandbreite durch 6-GHz-Streams

Der neue WLAN-Standard Wi-Fi 6E ermöglicht bis zu 3,6 Gbit/s im 6-GHz-Spektrum, während Wi-Fi 6 im Spektrum bei 2,4 GHz und 5 GHz arbeitet. Genauer gesagt betrifft die Änderung 1.200 MHz zwischen 5.925 MHz und 7.125 MHz. Im erweiterten Frequenzbereich sind unter anderem mit den von Qualcomm jüngst vorgestellten FastConnect-Lösungen bis zu 20 × 60 MHz als nicht überlappende Kanäle oder alternativ 29 × 40 MHz, 14 × 80 MHz oder 7 × 160 MHz möglich.

Das insgesamt für WLAN-Verbindungen verfügbare Spektrum verdreifacht sich durch die Erweiterung am oberen Ende im Vergleich zu nur 2,4 GHz und 5 GHz bei Nutzung aller Kanäle in Smartphones, Tablets und Notebooks. Wi-Fi 6E ermöglicht somit eine massive Steigerung im Vergleich zu den bisher mittels Wi-Fi 6 (WLAN 802.11ax) verfügbaren fünf 80-MHz-Kanälen beziehungsweise nur zwei 160-MHz-Kanälen. Diese Steigerung der Bandbreite aufgrund der hinzugewonnenen Frequenzbänder ist primär für hohe Datenübertragungsraten bei paralleler Nutzung von Vorteil, aber auch um etwa Gigabit-WLAN zu erreichen.

Update 26.11.2020 18:02 Uhr

Wie erwartet hat der Ausschuss für Elektronische Kommunikation (ECC) über die Einführung von WLAN im 6-GHz-Frequenzbereich final entschieden. Unter Beteiligung der für Deutschland zuständigen Bundesnetzagentur wurden die technischen Grundlagen für einen gemeinsamen europäisch harmonisierten Markt für 6-GHz-WLAN geschaffen. Sie bilden die Grundlage für die Umsetzung der Frequenzbanderweiterung hierzulande, sowie in allen anderen Regionen Europas gleichermaßen. Zugleich verabschiedete das ECC auch einen CEPT-Bericht, mit welchem der Europäischen Kommission empfohlen wird, diese technischen Bedingungen zur Einführung verbindlich für alle Mitgliedsstaaten der EU zu regulieren.

In einer Allgemeinzuteilung werden Bedingungen aufgezählt, die die Frequenzen von Wi-Fi 6 für jedermann nutzbar machen. Das zusätzliche Spektrum von 480 MHz ermöglicht mehr Kapazität und Bandbreite für WLAN-Netze. Somit ist der Weg geebnet, um laut Bundesnetzagentur, im 2. Quartal 2021 einen zusätzlichen Frequenzbereich für WLAN bereitzustellen.