Übernahme: Take Two möchte Codemasters kaufen

Update Max Doll
82 Kommentare
Übernahme: Take Two möchte Codemasters kaufen
Bild: Codemasters

Das Marktsegment Videospiele ist aktuell von Übernahmen geprägt. Im Vorjahr wurden Studios geschluckt, nun konsolidieren sich Publisher. Ein weiterer Schritt in dieser Richtung ist die Übernahme von Codemasters durch Take Two. Angekündigt wurde aktuell aber nur die Absicht, das Unternehmen kaufen zu wollen.

Mit der öffentlichen Bekanntmachung der Kaufabsicht wird der Prozess für einen Kauf angestoßen, die Beteiligten befinden sich aktuell in entsprechenden Verhandlungen. Für die vollständige Übernahme von Codemasters will Take Two nach eigenen Angaben aktuell rund 6,40 US-Dollar pro Aktie bieten. 1,58 US-Dollar sollen ausgezahlt, der Restbetrag wird in Form von Take-Two-Aktien beglichen. In trockenen Tüchern ist die Übernahme damit noch nicht.

Sie hänge unter anderem von der Due-Diligence-Prüfung ab, bei der der tatsächliche Wert des Unternehmens geprüft wird, sowie der Empfehlung des Codemasters-Vorstandes ab. Dieser wolle Anteilseignern für den Fall eines finalen Angebots „einstimmig“ empfehlen, dieses anzunehmen. Ein solches Angebot muss Take Two gemäß geltender Bestimmungen bis zum 4. Dezember abgeben.

Eine Lücke im Programm füllen

Mit dem Kauf von Codemasters möchte Take Two eine Lücke im eigenen Angebot füllen. Außer durch Rockstar Games, die Actionspiele entwickeln und das extrem erfolgreiche, durch Zusatzkäufe lukrative GTA Online sowie Red Dead Online betreiben, verdient Take Two Geld primär mit Mikrotransaktionen in Sportspielen wie NBA 2K. Diese sind für ihre aggressive Monetarisierung berüchtigt. Rennspiele bietet der Publisher aktuell hingegen nicht an.

Mit der Übernahme würde Take Two in diesem Segment zu einem Schwergewicht. Codemasters entwickelt die wesentlichsten Serien im Genre, darunter das offizielle Formel-1-Rennspiel sowie die Serien Dirt, Grid sowie seit dem Kauf der Slightly Mad Studios die Project-Cars-Reihe. Prinzipiell eigenen sich diese Titel auch für das Einfügen von Mikrotransaktionen und Live-Service-Elementen. Diese werden explizit als ein Bereich von Expertise genannt, durch die Codemasters von der Übernahme profitieren könne. Dass dies nicht eine bloße Vermutung ist, stützt der letzte Quartalsbericht von Take Two, laut dem der überwiegende Teil des Umsatzes aus Mikrotransaktionen stammt.

Konsolidierung in der Branche

Wird die Übernahme tatsächlich wie angekündigt vollzogen, konsolidiert sich der Spiele-Bereich weiter in Richtung weniger großer Akteure. Nach der Übernahme mittelgroßer Indie-Studios in den vergangenen Monaten werden nun kleinere Publisher aufgekauft. Microsoft etwa wurde so innerhalb eines knappen Jahres nach einer Einkaufstour, die mit dem Kauf von ZeniMax vorerst endete, zu einem Schwergewicht.

Update

Take Two ist mit Codemasters zu einer Einigung gekommen. Bezahlt wird der vorgeschlagene Preis, die damit rund eine Milliarde US-Dollar teure Übernahme soll im ersten Quartal des kommenden Jahres abgeschlossen werden.