Verfügbarkeitscheck: AMD Ryzen 5000 ist als Verkaufsschlager vergriffen

Michael Günsch
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Verfügbarkeitscheck: AMD Ryzen 5000 ist als Verkaufsschlager vergriffen

Gestern startete die neue CPU-Generation AMD Ryzen 5000 (Test) offiziell im Handel. Doch schon nach kurzer Zeit waren die Prozessoren vergriffen. Händler sprechen von einer immensen Nachfrage, die derzeit schlicht nicht befriedigt werden kann. Nachschub ist aber unterwegs.

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Ryzen 5000 ist ausverkauft

Am gestrigen 5. November 2020 begann schon morgens der Ladenverkauf der Ryzen 5000 und um 14 Uhr folgte der Online-Handel. Spätestens nach der Veröffentlichung der überaus positiven Tests um 15 Uhr gab es kein Halten mehr und schnell waren die Bestände vergriffen. Als einer der größten Online-Händler für Computer-Komponenten ganz vorne dabei meldet Mindfactory heute, dass gestern innerhalb von nur zwei Stunden „tausende CPUs verkauft“ wurden bis schließlich die Bestände erschöpft waren. „Das war der beste CPU-Launch EVER, EVER, EVER.“, heißt es bei Mindfactory auf Instagram.

Laut Mindfactory der bisher beste CPU-Launch
Laut Mindfactory der bisher beste CPU-Launch (Bild: Mindfactory)

Im Preisvergleichsdienst des Anbieters Geizhals, der auch die Basis für den Preisvergleich auf ComputerBase bildet, flogen die Ryzen 5000 immer wieder aus den Listen, da schlichtweg kein Händler mehr ein Angebot machte. Aktuell werden zwar wieder Modelle aufgeführt, doch keines davon ist ab Lager erhältlich. Der Shop Notebooksbilliger.de nennt die Situation beim Namen und schreibt direkt „Ausverkauft“ auf die Artikelseite (siehe Titelbild).

Die angespannte Liefersituation führt auch dazu, dass inzwischen hohe Aufpreise gegenüber den Preisempfehlungen von AMD verlangt werden. So wird der Ryzen 5 5600X aktuell für 369 Euro statt 299 Euro angepriesen, beim Ryzen 7 5800X sind es 489 Euro (statt 449 Euro) und beim Ryzen 9 5950X sind es 1.099 Euro (statt 799 Euro). Der Ryzen 9 5900X wird zumindest im Preisvergleich mangels Händlermeldung aktuell gar nicht aufgeführt, wurde aber ebenfalls mit Aufpreisen zu den empfohlenen 549 Euro gehandelt.

AMD wollte diesmal besser gerüstet sein

AMDs CTO Mark Papermaster hatte im Vorfeld erklärt, bezüglich der Verfügbarkeit besser gerüstet zu sein, als es beim Start der Ryzen 3000 der Fall gewesen ist. Doch offensichtlich ist dies nicht der Fall. Die Nachfrage nach den Ryzen 5000 ist aber wohl auch noch ein gutes Stück höher als bei den Vorgängern.

Nachschub ist unterwegs

Aus Händlerkreisen erfuhr ComputerBase, dass in der kommenden Woche größere Mengen der Modelle 5900X, 5800X und 5600X an Partner-Shops von AMD geliefert werden sollen. Vom Ryzen 9 5950X seien kleinere Mengen zu erwarten. Nicht-AMD-Partner sollen frühestens nächsten Mittwoch über Distributoren Ware erhalten. Aus der ComputerBase-Community stammt der Hinweis, dass einige Distributoren gar keine Liefertermine nennen. Einer nennt den 18. November für die somit späte Verfügbarkeit.

Update 06.11.2020 17:25 Uhr

Auf Wunsch der Community wird an dieser Stelle eine Umfrage zu den eigenen Erfahrungen der Leser mit dem Marktstart der Ryzen 5000 nachgereicht, die auch einen Blick auf die Verfügbarkeit wirft.

Umfrage zum Marktstart der AMD Ryzen 5000
  • Ich habe einen Ryzen 5 5600X gekauft und (einen Liefertermin) erhalten.
    3,0 %
  • Ich wollte einen Ryzen 5 5600X kaufen, habe aber keinen bekommen.
    3,3 %
  • Ich habe einen Ryzen 7 5800X gekauft und (einen Liefertermin) erhalten.
    4,2 %
  • Ich wollte einen Ryzen 7 5800X kaufen, habe aber keinen bekommen.
    2,1 %
  • Ich habe einen Ryzen 9 5900X gekauft und (einen Liefertermin) erhalten.
    3,3 %
  • Ich wollte einen Ryzen 9 5900X kaufen, habe aber keinen bekommen.
    13,8 %
  • Ich habe einen Ryzen 9 5950X gekauft und (einen Liefertermin) erhalten.
    2,2 %
  • Ich wollte einen Ryzen 9 5950X kaufen, habe aber keinen bekommen.
    4,5 %
  • Ich habe nicht versucht, einen Ryzen 5000 zu kaufen.
    63,6 %
Update 06.11.2020 18:07 Uhr

ComputerBase hatte AMD bereits am Nachmittag um Stellungnahme zur aktuellen Liefersituation gebeten. Jetzt liegt diese vor und lautet im englischen Original wie folgt:

Customer response to our AMD Ryzen™ 5000 series desktop processors has been overwhelmingly positive. We shipped a significant volume of Ryzen 5000 series CPUs in advance of launch and are shipping out additional stock on a daily basis. Despite this, the demand is incredibly high. We are working closely with our global etail and retail partners to address the demand.

AMD

AMD spricht von einer „überwältigend positiven Kundenresonanz“ und einer „unglaublich hohen Nachfrage“. Vor dem Marktstart habe AMD eine „beträchtliche Menge“ an Ryzen-5000-CPUs ausgeliefert und sende derzeit täglich weitere Bestände. „Wir arbeiten eng mit unseren globalen Groß- und Einzelhandelspartnern zusammen, um die Nachfrage zu befriedigen“, heißt es zum Abschluss.

Update 13.11.2020 15:38 Uhr

Auch in dieser Woche blieb die Verfügbarkeit der Ryzen 5000 im deutschen Online-Handel sehr schlecht. Stand heute finden sich nur eine handvoll Angebote im Preisvergleich, ab Lager verfügbar sind davon die wenigsten. Zudem liegen die Preise nach wie vor weit über den UVP von AMD. Auch bei den großen Shops herrscht gähnende Leere: Bei Mindfactory werden die Ryzen 5000 derzeit nicht einmal aufgeführt, bei Caseking und Alternate gibt es zwar Angebotsseiten mit deftigem Preisaufschlag, aber weiterhin keinen Liefertermin.

Die jetzt beendete Umfrage unter den Lesern von ComputerBase zeigt, dass lediglich 12,7 Prozent der 3.384 Umfrageteilnehmer einen Ryzen 5000 mit Liefertermin gekauft respektive schon erhalten haben. Mit 23,7 Prozent hatten doppelt so viele Interessenten bisher keinen Erfolg.

Es dürfte somit also noch dauern, bis die immense Nachfrage ausreichend gedeckt werden und von einer allgemeinen Verfügbarkeit gesprochen werden kann. Wer noch auf der Suche ist: Im gut besuchten Kommentar-Thread zu dieser News weisen Community-Mitglieder immer wieder auf meist kurzfristig auftauchende Angebote hin. Doch eines ist fast sicher: Momentan zahlen Kunden deutlich drauf. Geduld könnte sich somit am Ende auszahlen.